Fifa-Skandal

12. Januar 2016 11:24; Akt: 26.02.2016 09:10 Print

Platini legte Berufung gegen Sperre ein

Für acht Jahre ist Uefa-Chef Michel Platini von der Fifa-Ethikkommission gesperrt worden. Dieses Urteil akzeptiert der Franzose nicht.

Bildstrecke im Grossformat »
Ex-Präsident Sepp Blatter droht neuer Ärger. Die Ethikkommission des Fussball-Weltverbands hat ein neues Verfahren gegen dessen früheren Präsidenten eröffnet. Wegen Zahlungen von Gehältern und Boni wird auch gegen den ehemaligen Generalsekretär Jérôme Valcke und Ex-Finanzchef Markus Kattner ermittelt. Gianni Infantino kann aufschnaufen. Die Ethikkommission des Weltfussballverbandes hat die Ermittlungen gegen ihren Präsidenten eingestellt. Der Schweizer habe nicht gegen Verhaltensregeln verstossen. Untersucht wurden etwa Reisen des Wallisers wie auch dessen Personalpolitik. Im Fifa-Hauptsitz von Präsident Gianni Infantino fand schon wieder eine Hausdurchsuchung statt. Es wurden Dokumente und elektronische Daten gesammelt. Gianni Infantino soll bei einem Kongress in Mexiko den Auftrag gegeben haben, eine Audio-Aufnahme löschen zu lassen. Die Fifa dementierte die von Medien verbreitete Meldung und betonte, dass gegen ihren Präsidenten kein internes Verfahren eröffnet werde. Gianni Infantino (r.) droht eine Suspendierung, weil er offenbar eine Audio-Aufnahme eines Meeting löschen lassen liess. Der besagte initerne E-Mail-Verkehr bei der Fifa. Nasenrümpfen bei Michel Platini: Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat die sechsjährige Sperre durch die Fifa-Ethikkommission auf vier Jahre reduziert. Sepp Blatter will trotz seiner Sperre an die Fussball-WM 2018 nach Russland reisen. Er habe Präsident Wladimir Putin in einem Brief zugesagt, als Ehrengast an das Turnier zu kommen. Sepp Blatter verdiente 2015 total 3'634'857 Franken. Das geht aus dem am 16. März veröffentlichten Finanzreport für letztes Jahr hervor. Gianni Infantino wird am Fifa-Kongress in Zürich als Nachfolger von Sepp Blatter gewählt. Der 45-jährige Walliser setzt sich bereits im zweiten Wahlgang mit 115:88 Stimmen gegen seinen engsten Rivalen, Scheich Salman Al Khalifa, durch. Sepp Blatter wird nur noch sechs Jahre gesperrt. Die Rekurskammer der Fifa hat das Urteil der Ethikkommission des Weltverbandes leicht korrigiert. Der 79-jährige Walliser ist von der Rekurskommission «enttäuscht» und zieht den Fall ans CAS weiter. Fifa-Präsidentschafts-Kandidat Prinz Ali bin al-Hussein will die Wahl vom Freitag verschieben lassen. Grund dafür: Die Fifa hat Glasabstimmungskabinen für die Vertreter der 209 Fifa-Mitgliedsverbände, die der 40-jährige Jordanier gefordert hatte, abgelehnt. Ein Insider aus Kreisen des Fussball-Weltverbandes soll im Zuge der strafrechtlichen Ermittlungen gegen den gesperrten Fifa-Präsidenten Sepp Blatter den Behörden belastende Erkenntnisse geliefert haben. Dies liess die Schweizer Bundesanwaltschaft (BA) verlauten. Per sofort entlassen: Der ehemalige Generalsekretär der Fifa, Jérôme Valcke. Nach Sepp Blatter legt auch Michel Platini gegen die achtjährige Sperre für alle Fussball-Aktivitäten durch die Ethikkommission des Weltverbandes Berufung ein. Zwei Tage zuvor liess bereits Blatters US-Anwalt ausrichten: «Natürlich werden wir Einspruch einlegen.» Luxuswohnung, Privatflüge, Jobs für den eigenen Sohn: Der suspendierte Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke soll sich viele Freiheiten herausgenommen haben. Michel Platini zieht sich aus dem Rennen um die Fifa-Präsidentschaft zurück. Nicht freiwillig: Der Ende Dezember von der Ethikkommission für acht Jahre gesperrt Franzose sagte gegenüber der «AP», dass er gegen die Sperre kämpfen werde, die Zeit bis zur Wahl aber nicht ausreiche. Am 26. Februar wird in Zürich der Blatter-Nachfolger gewählt. Acht Jahre für Blatter und Platini, neun Jahre für Jérôme Valcke? Noch ist unklar, wie lange der suspendierte Fifa-Generalsekretär gesperrt wird. Die Fifa-Ethikkommission weiss es ebenfalls noch nicht und suspendiert ihn für weitere 45 Tage. Die Schweiz hat den US-Justizbehörden erste Beweismittel im Fall Fifa ausgehändigt. Auf Ersuchen der USA hin sperrt das Bundesamt für Justiz (BJ) zudem 80 Millionen US-Dollar. US-Beamte halten sich wegen der Ermittlungen während mehrerer Tage in der Schweiz auf. Der frühere Fifa-Vizepräsident Eugenio Figueredo gesteht die Existenz eines umfangreichen Korruptionsnetzes in Südamerika ein. Er war an Heiligabend von der Schweiz an Uruguay ausgeliefert worden. Das Urteil der Fifa-Ethikkommission ist da: Sepp Blatter sowie Michel Platini werden für acht Jahre gesperrt. Das Urteil betrifft sämtliche Aktivitäten im internationalen und nationalen Fussball. Der 79-Jährige erscheint rund einer Stunde nach der Urteilsverkündung zur Pressekonferenz. Die Fotografen stürzen sich auf Blatter, als dieser aus der Limousine steigt. Damit ist auch klar: Platini kommt nicht als Nachfolger Blatters in Frage. Der Franzose wollte Fifa-Präsident werden. Für Joseph Blatter beginnen die Tage der Entscheidung. Der Walliser wird um 8 Uhr morgens zum Fifa-Hauptsitz chauffiert. Die Anhörung vor der Ethikkammer steht an. Von drei Stunden war im Vorfeld die Rede. Am Ende dauert die Befragung unter der Leitung des deutschen Richters Hans-Joachim Eckert acht Stunden. Kurz nach 17 Uhr verlässt Blatter das Gebäude am Zürichberg. Augenfällig ist ein grosses Pflaster auf der rechten Wange. Folge eines operativen Eingriffs, der schon lange geplant war. Einen Kommentar gab der 79-Jährige nicht ab. Seine Anwälte vermelden später: Blatter habe seine Unschuld bewiesen und verlange weiterhin eine Aufhebung der Suspendierung. Michel Platini hätte einen Tag später, am 18. Dezember 2015, vor die Richter treten sollen. Der Franzose lässt aber ausrichten, dass er nicht zu seiner Befragung erscheinen werde.Er wirft den Juristen eine Vorverurteilung und ein politisch motiviertes Verfahren vor. Auch Blatter, der am Donnerstag, 17. Dezember 2015 vor die Ethik-Kommission treten wird, kritisiert das Verfahren der Fifa scharf. «Das weist eine tendenziöse Dimension auf», so der Walliser. Das Urteil in der Untersuchung gegen die zwei Spitzenfunktionäre des internationalen Fussballs soll am kommenden Montag, 21. Dezember 2015, fallen. Die Schweiz liefert Fifa-Funktionär Juan Angel Napout an die USA aus. Sozusagen von der eigenen Party ausgeladen: Uefa-Boss Platini darf an der EM-Auslosung am 12. Dezember in Paris nicht teilnehmen. Der Franzose bleibt bis zum 5. Januar 2016 suspendiert. Der Internationale Sportgerichtshof in Lausanne (CAS) lehnt seinen Rekurs ab. Matthieu Reeb verkündet das Urteil in Lausanne. Uefa-Präsident Michel Platini tritt vor die CAS-Richter in Lausanne. Er werde «die Wahrheit, nichts als die Wahrheit» sagen, versicherte Platini vor der Anhörung. Die US-Bundespolizei FBI untersucht laut BBC die Rolle des suspendierten Fifa-Präsidenten Sepp Blatter in einem gigantischen Bestechungsskandal. Er bestreitet sämtliche Vorwürfe. Dem Bericht vom Sonntagabend zufolge soll die Sportmarketing-Firma ISL insgesamt 100 Millionen Dollar an hochrangige Funktionäre des Fussball-Weltverbands gezahlt haben. Der suspendierte Uefa-Präsident Michael Platini darf sich Hoffnungen auf die Rückkehr ins Rennen um die Fifa-Präsidentschaft machen. Die französische Zeitung «Journal du Dimanche» veröffentlicht ein Dokument, welches die umstrittene Zahlung von zwei Millionen Franken rechtfertigen soll. Der suspendierte Fifa-Boss schaut nach vorne. Er will beim Kongress am 26. Februar 2016 in Zürich zu einem letzten grossen Auftritt vor seiner Fussball-Familie kommen. Deshalb kämpft er für die Aufhebung der Sperre. «Es ist mein Wunsch, beim Kongress in einer Führungsposition dabei zu sein.» Déjà-Vu: Ein halbes Jahr nach der spektakulären Festnahme von sieben Fifa-Funktionären in Zürich schlägt die Polizei erneut im Morgengrauen im Zürcher Hotel Baur au Lac zu. Sie verhaftet zwei Vizepräsidenten der Fifa, Alfredo Hawit und Juan Angel Napout. Beide wehren sich dagegen, in die USA ausgeliefert zu werden. Die Fifa hatte kurz vor der Aktion durch die Behörden eine Mitteilung versandt. Der Weltverband sei über die Handlung des US-Justizministeriums informiert. Am selben Tag gibt die amerikanische Justizministerin Loretta Lynch auf einer Pressekonferenz in Washington bekannt: «Das Ausmass der Korruption ist unglaublich.» Man ermittle gegen weitere 16 Funktionäre. Die Ermittlungen seien weiterhin nicht abgeschlossen, sagte Lynch. «Wir bekommen immer noch neue Informationen.» Auch in Zürich findet am 3. Dezember eine Pressekonferenz statt. Eine des Fifa-Exekutivkomitees, das für eine zweitägige Sitzung in der Schweiz weilt. Issa Hayatou, nach der Suspendierung Blatters der Interimspräsident, leitet diese. Im Zentrum steht das umfassende Reformpaket. Das Exekutivkomitee stimmt dem einstimmig zu und gibt damit grünes Licht zur eigenen Entmachtung. Demnach ist der Weg frei für eine Neuorganisation der Führung des Fussball-Weltverbandes. Ob die Vorschläge in die Statuen Eingang finden, wird am 26. Februar entschieden. Das Exekutivkomitee wird es in der heutigen Form nicht mehr geben. An seine Stelle tritt der «Fifa-Council» mit 36 Mitgliedern. Der Fifa-Council, dem der künftige Präsident vorsitzt, überwacht die Entscheide des Generalsekretariats, hat aber keine exekutive Gewalt mehr. Somit verliert auch der Präsident an Einfluss. Er hat mehr repräsentativen Charakter. Zweimal gab Sepp Blatter dem «SRF» einen Korb, nun tritt der Walliser doch noch in der «Rundschau» auf. Er bedauere, dass er nicht nach der WM 2014 seinen Posten geräumt habe. «Damals hätte ich sagen sollen, Sepp, es reicht», sagte der suspendierte Fifa-Präsident im TV-Interview. Sein Kommentar zu Gerüchten über eine lebenslängliche Sperre: Er wolle kein schlechter Mensch sein. Die USA könnte im Fall Fifa bald weitere Beweise auf dem Tisch liegen haben. Das Bundesamt für Justiz hat vergangene Woche eine erste Teilschlussverfügung erlassen, was die Herausgabe von Bankunterlagen der verhafteten Fifa-Funktionäre betrifft. Uefa-Präsident Michel Platini soll lebenslang gesperrt werden. Das fordert die Untersuchungskammer der Fifa-Ethikkommission. Und auch Fifa-Präsident Sepp Blatter muss mit einer lebenslangen Sperre rechnen, wenn er der Korruption schuldig gesprochen wird. Wenn nicht, solle der Walliser nur für zehn Jahre gesperrt werden und eine Busse zwischen 100'000 und 200'000 Franken bezahlen müssen, fordert die Kommission. Das wegen des Verstosses gegen den Fifa-Verhaltenskodex. Endlich spricht Franz Beckenbauer - und wie! Er kritisiert das derzeitige Führungsduo des Deutschen Fussball-Bundes (DFB) heftig. In der «Süddeutschen Zeitung» wirft er den DFB-Interimspräsidenten Reinhard Rauball und Rainer Koch Niveaulosigkeit vor, weil beide via Fernsehen ein von ihm angebotenes persönliches Gespräch über die Vorwürfe in Zusammenhang mit der WM-Vergabe abgelehnt hätten. «Was ist denn das für ein Niveau?» Es bleibt bei der Sperre: Die Berufungskommission der Fifa lehnt die Rekurse von Sepp Blatter und Michel Platini ab. Der suspendierte Fifa-Präsident Sepp Blatter ist aus dem Spital entlassen worden. Bereits nächste Woche will der Walliser gegen seine 90-tätige Suspendierung ankämpfen. Der zurückgetretene DFB-Präsident Wolfgang Niersbach soll schon länger vom ominösen Vertragsentwurf zwischen Franz Beckenbauer und Jack Warner gewusst haben Blatters Berater Klaus J. Stölker verrät, dass der suspendierte Fifa-Präsident im Spital liegt. Woran er genau leidet, ist nicht bekannt. Der 79-Jährige sei jedoch wieder wohlauf. Franz Beckenbauer gerät wegen der Vorkommnisse rund um die WM-Vergabe 2006 zunehmend unter Druck. Der Kaiser hatte vor der Fussball-WM 2006 eine Vereinbarung mit dem umstrittenen Jack Warner unterschrieben. Wolfgang Niersbach, Präsident des Deutschen Fussball-Bundes verkündet seinen Rücktritt. Nach dem Skandal um die Vergabe der WM 2006 will er die politische Verantwortung übernehmen. Ein Schuldeingeständnis solle der Rücktritt aber nicht sein. «Ich habe die Lohnabrechnung von 2004 gesehen»: Laut dem ehemaligen Fifa-Angestellten Roland Büchel verdiente Blatter vier Millionen. Er lüftet das Geheimnis in der SRF-Sendung «Schawinski». (Screenshot SRF) Sorge um Sepp Blatter: Der Walliser hat alle öffentlichen Auftritte - so auch in der Rundschau - abgesagt. Der suspendierte Fifa-Präsident ist in medizinischer Abklärung. Wie die NZZ berichtet, wollte Michel Platini verhindern, dass die Bundesanwaltschaft Einsicht in seine Konten erhält. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in der Affäre um die Fussball-WM 2006 auch gegen den DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach. 50 Fahnder durchsuchen zudem die Zentrale des Deutschen Fussball-Bundes in Frankfurt am Main. Christian Constantin (Bild) und Sepp Blatter kennen sich gut. Der Sion-Präsident plaudert das angebliche Salär des Fifa-Chefs aus: «Sepp Blatter verdient fast acht Millionen Euro.» Der brasilianische Fussballfunktionär José Maria Marin wird an die USA ausgeliefert. Dies teilt das Bundesamt für Justiz mit Die Credit Suisse muss Fifa-Konten offenlegen: Die USA und die Schweiz fordern Informationen von der Grossbank über Kundenverbindungen mit Personen und Unternehmen, die mit der Fifa in Beziehung stehen. Sepp Blatter (79) richtet über die russischen Nachrichtenagentur Tass heftige Vorwürfe an seinen französischen Erzrivalen. Die ganze Fifa-Krise sei von Platini inszeniert worden: «Von Anfang an war ich das Ziel der Attacken. Und arrangiert hat das alles Michel Platini. Es ist etwas Persönliches.» Der Weltfussballverband soll den DFB 2003 in einem Brief aufgefordert haben, ein Zeichen für die Solidarität mit Afrika zu setzen. Ein Zeichen in der Höhe von sieben Millionen Euro. Die Millionen-Zahlung des suspendierten Fifa-Präsidenten Sepp Blatter an den derzeit ebenfalls kalt gestellten Uefa-Chef Michel Platini ist nach Einschätzung der Rechnungsprüfer der Fifa ein Verstoss. Der Franzose wehrt sich gegen den Vorwurf. Die Fifa-Ethikkommission leitet zudem eine Untersuchung gegen Franz Beckenbauer ein. Es geht um die WM-Vergaben an Russland 2018 und Katar 2022. Ebenfalls im Visier sind zehn weitere Personen, darunter der Uefa-Vizepräsident Angel Maria Villar Llona. Das Exekutivkomitee der Fifa trifft sich in Zürich zu einer Dringlichkeitssitzung. Unter der Leitung von Issa Hayatou werden u.a. folgende Punkte besprochen: - Die Wahl des neuen Präsidenten findet definitiv am 26. Februar 2016 statt. - Michel Platini, ebenfalls suspendiert, darf weiter hoffen. - Künftig soll der Fifa-Präsident nicht älter als 74 Jahre alt sein. - Die Ethikkommission soll die Öffentlichkeit ab sofort über Untersuchungen informieren dürfen. Indirekt gibt Michel Platini in einem Interview mit «Le Monde» zu, dass die Millionenzahlung von Fifa-Präsident Blatter ohne schriftlichen Vertrag erfolgte. Der Fifa-Skandal droht nun auch den Deutschen Fussball-Bund (DFB) zu erreichen. Der DFB um Präsident Wolfgang Niersbach räumt Ungereimtheiten um eine Millionen-Zahlung des WM-Organisationskomitees an die Fifa im Vorfeld der Endrunde 2006 in Deutschland ein. Prinz Ali bin al-Hussein reicht offiziell seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen im Februar 2016 ein. Sepp Blatter akzeptiert die gegen ihn verhängte Sperre von 90 Tagen nicht. Sein Anwalt teilte mit, Blatter erhebe Einspruch gegen die Suspendierung. Die Fifa-Ethikkommission suspendiert Sepp Blatter (r.) und Michel Platini für 90 Tage. Auch Generalsekretär Jérôme Valcke, der bereits Mitte September freigestellt worden war, wurde für 90 Tage suspendiert. Zudem wurde der ehemalige südkoreanische Vizepräsident Chung Mong-Joon für sechs Jahre gesperrt und mit 100'000 Franken gebüsst. Ihm werden Verstösse im Zusammenhang mit Südkoreas gescheiterter Bewerbung für die WM 2022 vorgeworfen. : Die Mitglieder der Fifa-Ethikkommission stellen den Antrag, dass Sepp Blatter und Michel Platini 90 Tage suspendiert werden sollen. Unter der Lupe: Die Fifa-Ethikkommission beschäftigt sich mit der Vergangenheit des Südkoreaners Chung Mong-Joon. Sepp Blatter veranlasste eine Zwei-Millionen-Zahlung an den Uefa-Chef Michel Platini - wofür, wissen beide nicht mehr. Die Bundesanwaltschaft zweifelt an den Aussagen. Sepp Blatter hätte am Mittwochabend in der Live-Sendung «Rundschau» auftreten sollen. Das SRF bekommt zweimal eine Zusage, zweimal folgt aber die Absage. Der Walliser fährt am Dienstagmorgen mit ernstem Gesichtsausdruck am Fifa-Hauptsitz vor. Am Nachmittag vermeldet die «Welt»: Die Suspendierung Blatters sowie diejenige von Uefa-Präsident Michel Platini durch die Ethikkommission des Verbandes soll kurz bevorstehen. Die Zeitung beruft sich auf Quellen aus dem Umfeld der Fifa. Es ist ein ereignisreicher Tag: Die Fifa vermeldet zudem, dass die Ethik-Kommission den ehemaligen Vizepräsidenten Jack Warner lebenslang sperrt. Er darf somit kein Fussball-Amt mehr ausüben. Bereits am Montag fährt der Fifa-Boss mit ernster Miene hinter dem Steuer vor. Wenige Stunden später gehen seine Anwälte mit einer offiziellen Mitteilung an die Öffentlichkeit. (Bild: Twitter) Dort drin steht geschrieben: Blatter will um jeden Preis Fifa-Präsident bleiben. Er habe sich nichts zu Schulden kommen lassen und werde mit den Behörden kooperieren. Das Exekutiv-Komitee trifft sich zu einer Sitzung am Hauptsitz in Zürich. Danach steht eine Pressekonferenz mit Präsident Blatter an, die jedoch kurzfristig abgesagt wird. Ohne Angabe von Gründen. Später stellt sich heraus, dass Blatter am gleichen Tag am Fifa-Hauptsitz befragt wurde. Zudem wurden Büroräume durchsucht und Daten sichergestellt. Die Bundesanwaltschaft nimmt Sepp Blatter ins Visier. Gegen den 79-Jährigen wird ein Strafverfahren «wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie - eventualiter - wegen Veruntreuung» eröffnet. Es besteht der Verdacht, dass Blatter 2005 mit der Caribbean Football Union und deren Präsident Jack Warner (l.) einen «für die Fifa ungünstigen» Vertrag abgeschlossen hat, wie es in der Medienmitteilung der Bundesanwaltschaft heisst. Des weiteren wird Blatter vorgeworfen, 2011 eine «treuwidrige Zahlung» in der Höhe von 2 Millionen Franken an Uefa-Präsident Michel Platini (r.) geleistet zu haben. Dies für «geleistete Dienste zwischen 1999 und 2002». Die Schweiz willigt ein, den ehemaligen Präsidenten des venezolanischen Fussballverbands, Rafael Esquivel, an die USA auszuliefern. Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke (l.) und Fifa-Präsident Sepp Blatter im Dezember 2014: Die Weggefährten trennen sich. Die Fifa suspendiert Valcke nach Korruptionsvorwürfen im Zusammenhang mit dem Verkauf von WM-Tickets per sofort. Bei WM-Ticketdeals habe er in die eigene Tasche wirtschaften wollen - so der Vorwurf in einer eidesstattlichen Erklärung. Valcke bestreitet alle Vorwürfe. Neue dicke Post in der Woche vom 14. bis 18. September: Bundesanwalt Michael Lauber gibt anlässlich einer Pressekonferenz in Zürich bekannt, man untersuche schon 121 Verdachtsfälle von Geldwäscherei und habe Wohnungen in den Schweizer Alpen durchsucht und beschlagnahmt. Die Ermittlungen werden noch lange Zeit in Anspruch nehmen, sagte Lauber. An seiner Seite: US-Justizministerin Loretta Lynch. Diese Unterschrift könnte für Blatter sehr gefährlich werden: «10vor10» veröffentlicht ein brisantes Dokument, in welchem der Fifa-Präsident erstmals namentlich auftaucht - im Zusammenhang mit der Vergabe von möglicherweise unter dem Marktwert verkauften TV-Rechten. Das Schweizer Parlament verabschiedet die so genannte «Lex Fifa» und will damit verstärkt gegen Korruption vorgehen. Allerdings wurde eine abgeschwächte Form des ursprünglich vorgesehenen Gesetzes verabschiedet. Fifa-Funktionär Julio Rocha (l.) stimmt seiner erleichterten Ausweisung nach Nicaragua zu. Doch zwei Wochen später stoppen die USA den Prozess: Sie beharren auf die Auslieferung in die USA. Rocha sitzt noch immer in der Schweiz in Auslieferungshaft. Das Foto - aus besseren Zeiten für beide Abgebildeten - entstand im April 2011 in Nicaragua bei der Einweihung eines neuen Stadions in Managua. Michel Platini bringt sich ins Spiel: Der Uefa-Präsident will der nächste Fifa-Präsident werden. Das Datum der Präsidentschaftswahl wurde wenige Tage zuvor verkündet: Am 26. Februar 2016 wird ein neuer Präsident gewählt. Platini gilt zu diesem Zeitpunkt als aussichtsreichster Kandidat. Der ehemalige Fifa-Vizepräsident Jeffrey Webb von den Cayman-Inseln erklärt sich einverstanden mit seiner Auslieferung an die USA. Das Foto zeigt ihn vor dem Bundesstrafgericht in Brooklyn am 14. August, wo er auf «nicht schuldig» plädierte. Fifa-Funktionär Eugenio Figueredo aus Uruguay erleidet vor dem Bundesstrafgericht eine Niederlage: Es lehnt seine Beschwerde gegen seinen Auslieferungshaftbefehl ab. Bundesanwalt Michael Lauber informiert an einer Pressekonferenz in Bern über den Stand der Ermittlungen: Seine Ausführungen machen klar, dass der Fall immer grösser wird und auch die Vergabe der WM 2018 und 2022 betrifft. 53 Meldungen wegen Verdachts auf Geldwäscherei seien eingegangen. Fifa-Sprecher Walter De Gregorio tritt zurück. Der nächste Knall: Sepp Blatter verkündet drei Tage nach seiner Wiederwahl, die viel zu reden gab, seinen Rücktritt. Ein Nachfolger werde an einem ausserordenlichen Kongress erkoren werden. Eine Auswahl einiger Zeitungen: König Fussball bewegt weltweit. Und wenn der König der Königssportart solche Kapriolen vollführt, erst recht. Wahltag im Hallenstadion in Zürich. Wer wird neuer Fifa-Präsident? Sepp Blatter ist da und gibt sich siegessicher und redegewandt: «Ich stehe Ihnen zur Verfügung. Und wenn Sie mich wollen, liebe Freunde, dann danke ich Ihnen», sagt Fifa-Präsident. Am Tag zuvor forderte Uefa-Präsident Michel Platini (r.) den Fifa-Boss zum Rücktritt auf ... jetzt beglückwünscht er ihn demonstrativ... ...denn Sepp Blatter bleibt Präsident der Fifa und tritt damit seine fünfte Amtszeit an. Die Polizei hat die aufgrund der Lage mehr Beamte aufgeboten. Das Zürcher Hallenstadion ist abgeriegelt. Einige Demonstranten wollen ins Hallenstadion - die Polizei drängt sie zurück. Zwei Demonstrantinnen schaffen es, im Saal kurz für Unruhe zu sorgen - es war ein kurzer Auftritt. Hier werden die Damen von Securitys nach draussen begleitet. Sepp Blatter tritt 24 Stunden nach den Verhaftungen in Zürich öffentlich auf. Der Präsident eröffnet den Fifa-Kongress gewohnt souverän, aber mit ernster Miene. Hotel Baur auf Lac, Zürich: Ein Polizeiauto steht vor bester Adresse. Hier nimmt der öffentlich bekannte Teil der Fifa-Affäre ihren Lauf. Die Organisation von Sepp Blatter wird immer wieder mit Korruption in Verbindung gebracht. Dieses Foto geht um die Welt: Verhaftete VIPs werden unter Sichtschutz aus dem Fünf-Sterne-Hotel begleitet. Auf Begehren der USA verhafteten Schweizer Polizisten mehrere ranghohe Fussballfunktionäre. Acht der verhafteten Funktionäre. Oben, links nach rechts: Rafael Esquivel, Präsident des Fussballverbandes von Venezuela; Jose Maria Marin, Mitglied des Fifa-Fussball-Olympia-Turnierkomittees; Eduardo Li, Fifa-Funktionär und Präsident des Fussballverbandes von Costa Rica; Eugenio Figueredo, Fifa-Vizepräsident. Unten, links nach rechts: Nicolas Leoz, ehemaliger Fifa-Funktionär; Jack Warner, ehemaliger Fifa-Vizepräsident (nicht in Zürich verhaftet); Jeffrey Webb, Fifa-Vizepräsident; Julio Rocha, Fifa development officer und Präsdient des Fussballverbandes von Nicaragua. Mitglieder der Schweizer Strafverfolgungsbehörde an der Rezeption des Baur au Lac: US-Medien berichten erstaunt über die Zurückhaltung der Polizei. Man habe sogar höflich an die Türen der baldigen Häftlinge geklopft. Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Kurz nach den ersten Meldungen warten mehrere Journalisten vor dem Nobelhotel. Staatsanwältin Loretta Lynch gibt ebenfalls am 27. Mai in Brooklyn, New York, bekannt, dass sie 14 Personen wegen Korruption angeklagt habe. Bei neun Personen handle es sich um Fifa-Funktionäre. Am Tag der Verhaftung der Fifa-Funktionäre in Zürich ist ein Riesenaufgebot der Medien vor Ort. Der Hauptsitz des Weltfussballverbands Fifa in Zürich: Normalerweise geht es hier auf dem Zürichberg ruhig zu und her. Journalisten kurz vor der anschliessenden Medienkonferenz. Doch wer mit Fifa-Präsident Blatter gerechnet hatte, wurde enttäuscht: Der Präsident überliess es ... ... seinem Sprecher Walter De Gregorio, den Ball so flach wie menschenmöglich zu halten. Die Verhaftungen und die Vorwürfe der Korruption wiegen schwer. «Blatter tanzt nicht fröhlich in seinem Büro» - ein Satz, der um die Welt ging.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach Fifa-Präsident Sepp Blatter legt auch Uefa-Chef Michel Platini gegen die achtjährige Sperre für alle Fussball-Aktivitäten durch die Ethikkommission des Weltverbandes Berufung ein.

Der Franzose habe am Montag von seinem Recht Gebrauch gemacht, hiess es aus Platinis Umfeld. Blatter und Platini können nach einem Entscheid des Fifa-Berufungskomitees auch noch den Gang zum Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne antreten. Blatter war wie Platini am 21. Dezember für acht Jahre gesperrt worden. Beide hatten erklärt, gegen die Urteile bis zur letzten Instanz vorgehen zu wollen, weil sie sich ungerecht behandelt fühlen.

Grund für die Sperre war eine Zahlung von zwei Millionen Franken aus dem Jahr 2011 von der Fifa an Platini. Blatter hatte diese als verspätetes Gehalt wegen Platinis Tätigkeit als Präsidentenberater in den Jahren 1999 bis 2002 erklärt. Auch die Untersuchungskammer der Fifa-Ethikkommission wird Einspruch gegen das Urteil einlegen. Die Ermittler hatten wegen Korruptionsverdacht einen lebenslangen Bann für Blatter und Platini gefordert.

(dia/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Karl am 12.01.2016 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    Korruption und Ehrenwort

    Die FIFA ist ein Filz und ein grosser Sumpf in einem. Ich kann mir nicht vorstellen, dass unter den bestehenden Funktionären einer ist der nicht seine Hand aufgehalten hat. Daher wird es schwer werden einen ehrlichen und sauberen Neuanfang zu machen. Es ist einfach unglaubwürdig, dass eine so grosse Summe wie 2 Millionen ohne einen Vertrag überwiesen wird nur auf Ehrenwort. Wenn das einer von uns machen würde, wäre mehr als nur ein Klaps auf die Finger einer Etikkomission fällig.

    einklappen einklappen
  • Marcel am 12.01.2016 16:29 Report Diesen Beitrag melden

    FIFA-Fuktinäre sollen endlich Ruhe geben

    Diese ehemaligen Funktionäre sollen endlich alle abtreten und vor allem Ruhe geben, sie haben schon genügend Schaden angerichtet und sollten das endlich einsehen.

  • MoneyBob am 12.01.2016 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    Überflüssig

    Wieso schreibt jemand immer noch Nachrichten über ihn? Niemand tut sich für diesen JuanSo interessieren.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marcel am 12.01.2016 16:29 Report Diesen Beitrag melden

    FIFA-Fuktinäre sollen endlich Ruhe geben

    Diese ehemaligen Funktionäre sollen endlich alle abtreten und vor allem Ruhe geben, sie haben schon genügend Schaden angerichtet und sollten das endlich einsehen.

  • MoneyBob am 12.01.2016 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    Überflüssig

    Wieso schreibt jemand immer noch Nachrichten über ihn? Niemand tut sich für diesen JuanSo interessieren.

  • Karl am 12.01.2016 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    Korruption und Ehrenwort

    Die FIFA ist ein Filz und ein grosser Sumpf in einem. Ich kann mir nicht vorstellen, dass unter den bestehenden Funktionären einer ist der nicht seine Hand aufgehalten hat. Daher wird es schwer werden einen ehrlichen und sauberen Neuanfang zu machen. Es ist einfach unglaubwürdig, dass eine so grosse Summe wie 2 Millionen ohne einen Vertrag überwiesen wird nur auf Ehrenwort. Wenn das einer von uns machen würde, wäre mehr als nur ein Klaps auf die Finger einer Etikkomission fällig.

    • Jerome am 12.01.2016 22:24 Report Diesen Beitrag melden

      Traumtänzer

      Willkommen in der realen Welt. Hat der Karl das Gegühl oder ist der Meinung das zB die Weltkonzerne (Namen darf man ja nicht benutzen) anders funktioniert?

    einklappen einklappen
  • Fussballer am 12.01.2016 13:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unglaubwürdige EK-ommission

    konnten diese 2 millione als schmiergeld nachgewiesen werden? bis zu einem stichhaltigen beweis gilt normalerweise gesetzlich die unschuldsvermutung! dass hat die ehtigkommission nicht eingehalten!!! ich finde diese EK als korrupte kommission!!!

    • Peter am 12.01.2016 15:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fussballer

      Die 2 Mio wurden in der Buchhaltung nachgwiesen.Plati sollte aufgeben, sich zurückziehen und dadurch endlich etwas Positives für das Image des Fussballs tun.

    • Richter am 12.01.2016 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter

      wurden die 2millionen als schmiegeld in buchhaltung ausgewiesen? Bitte nicht etwas kommentieren wo Sie kein/e beweis/e liefern können! Ausgewiesen ja, aber nicht als schmiergeld, sondern für andere dienstleistung! Die EK hat keinerlei beweis für 2millionen korruptes schmiergeld!!! Es sind reine vermutungen der EK und auf vermutung darf kein Gericht schuldstrafurteil aussprechen!!! Daher beide Unschuldig! Ich kann ihnen jetzt schon voraussagen, dass vor dem EGFM Blatter wie Platini freigesprochen werden!!!

    • Jacky am 12.01.2016 22:28 Report Diesen Beitrag melden

      Yes Mr. H.J. Eckert

      Es wird sich nichts ändern auch wenn FIFA Richter Eckert(sehr fraglich) so tut als ob es besser würde wenn ein Deutsches FIFA Mitglied das Präsidium über nimmt, von den Amis gar nicht zu reden. Ich finde es gutv das die beiden Protagonisten sich gegen den Eckert Entscheid wehren. Eckert ist ein jahrelanger Gegner von Blatter und Platini???? Die E Kommission sollte vielmehr den DFB genau unter die Lupe nehmen, aber.....??

    einklappen einklappen
  • marko 30 am 12.01.2016 11:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FIFA Skandal

    Richtig so!!