Fifa-Präsidium

07. Januar 2016 19:54; Akt: 07.01.2016 20:30 Print

Platini zieht seine Kandidatur zurück

Er hat keine andere Wahl: Der gesperrte Uefa-Boss Michel Platini verzichtet auf die Kandidatur als Präsident des Weltverbandes.

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Am 26. Februar wird in Zürich der neue Fifa-Präsident gewählt. Nicht mehr auf der Kandidatenliste stehen wird der Name von Michel Platini. Der Ende Dezember von der Ethikkommission für acht Jahre gesperrt Franzose sagte gegenüber der «AP», dass er gegen die Sperre kämpfen werde, die Zeit bis zur Wahl aber nicht ausreiche.

Platini war im Dezember von der Fifa-Ethikkommission für acht Jahre von sämtlichen Aktivitäten im Fussball ausgeschlossen worden. Er werde sich nun voll und ganz auf seine Verteidigung konzentrieren, erklärte der Franzose, der bereits angekündigt hatte, den Fall vor den Sportgerichtshof CAS zu bringen.

«Es sieht nicht sehr gut aus»

Für Platini wäre der Weg ins Präsidentenamt sehr lang gewesen. Er hätte zunächst von den Vorwürfen freigesprochen und dann überhaupt von der zuständigen Kommission zur Wahl zugelassen werden müssen. «Es sieht nicht sehr gut aus», sagte Platini ironisch im Gespräch mit «L'Equipe».

Bei der Wahl vom 26. Februar in Zürich werden folgende Kandidaten antreten: der Walliser Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino, Scheich Salman bin Ibrahim al-Khalifa aus Bahrain, der frühere französische Fifa-Funktionär Jérôme Champagne, der Präsident des jordanischen Fussballverbandes Prinz Ali bin al-Hussein und der südafrikanische Politiker und Geschäftsmann Tokyo Sexwale.

Ominöse Millionen-Zahlung

Platini war zunächst der aussichtsreichste Kandidat für die Nachfolge von Sepp Blatter gewesen. Ein Zahlung von Blatter an Platini über zwei Millionen Franken aus dem Jahr 2011 wurde dem früheren Weltklasse-Fussballer aber zum Verhängnis. Nach Darstellung der beiden hat sie auf einem mündlichen Vertrag basiert, als Salär für ein Beratermandat von Platini bei der Fifa zwischen 1999 und 2002.

Die Fifa-Ankläger sahen es anders. Die rechtssprechende Kammer der Ethikkommission warf den beiden fehlende Loyalität zur Fifa, Annahme und Gewährung von Geschenken und sonstigen Vorteilen, Interessenskonflikte und Amtsmissbrauch vor.

(als/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ganjaflash am 07.01.2016 20:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wurde Zeit

    Er hätte ja sowieso keine Chance gehabt. Sind wir froh das ein weiteres FIFA Kapitel hoffentlich beendet ist.

  • Fifista am 07.01.2016 20:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jassregeln

    Können Franzosen auch jassen? Ergäbe einen klassischen Tschausepp :-))

    einklappen einklappen
  • Werner Leuenberger am 07.01.2016 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach so

    Wie kann man eine Kandidatur zurückziehen, wenn man gar nicht zur Kandidatur zugekassen ist? Na klar! FIFA machts möglich. Dieser Stall lässt sich wohl nie ausmisten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • berner am 08.01.2016 07:56 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht möglich

    Wie kann er eine Kandidatur zurückziehen wenn er gar nicht kandidieren kann? 8 Jahre Sperre zählen auch für die Kandidatur lieber Herr Platini. Es ist an der Zeit die 7 Sachen zu packen und aus dem Schaufenster FIFA bzw. UEFA abzutreten. Und bitte den Sepp gleich mitnehmen. Das eigene Kässeli ist ja sicher schon lange voll.

  • ENU am 08.01.2016 07:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    konsequent

    Muss nicht denn er hätte nie und nimmer eine Chance. Aber er ist wenigstens in dieser Beziehung konsequent.

  • AlexP am 08.01.2016 07:38 Report Diesen Beitrag melden

    Ab zu Juve!

    Naja, vielleicht findet er irgend einen Platz bei Juventus, würde dort perfekt passen!

  • Lp5er am 07.01.2016 21:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht besser

    Platini ist kein bischen besser als Blatter, gut das man auch gegen ihn vorgeht.

  • Leser am 07.01.2016 21:21 Report Diesen Beitrag melden

    Ich schlage

    Rolf Fringer vor. Eine integre Persönlichkeit, die (noch) nicht im FIFA-Sumpf steckt.