Medien-Schreckgespenst

06. Juni 2011 14:33; Akt: 06.06.2011 14:38 Print

Polterer Pacult schlägt wieder zu

Im April wurde Peter Pacult bei Rapid Wien fristlos entlassen. Nun tritt er öffentlich gegen seinen Ex-Klub nach. Wer die Interviews des Wieners kennt, wundert sich nicht.

Kultinterview: Peter Pacult beschimpft nach einem Sieg gegen Kapfenberg 2009 den Sky-Reporter. (Quelle: Youtube)
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Peter Pacult ist berühmt-berüchtigt für seine unkonventionellen Presseauftritte. Wenn der Wiener vor die Mikrofone tritt, weiss man nie, was passieren wird. Auf Journalisten-Fragen, die ihm nicht in den Kram passten, reagierte Pacult zuweilen etwas gar schroff. Der ehemalige Rapid-Trainer schwieg mal komplett, mal verdrehte er die Augen oder zog über die verdutzten Reporter her. (Siehe Videos)

Bei den Auftritten für seinen neuen Verein RB (für Rasenball) Leipzig hat sich der Ex-Stürmer von 1860 München bislang zurückgehalten. Der Trainer des Retortenvereins von Getränkehersteller Red Bull soll sich auch ganz auf die Aufgabe, den Verein in die dritte Liga und damit in den Profifussball zu führen, konzentrieren.

Pacult schiesst gegen Ex-Klub

So ganz ohne Nebengeräusche geht das bei Pacult aber offenbar nicht. Bei einem Promo-Anlass auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg gab der 51-Jährige nicht nur auf der Rennstrecke, sondern auch danach Gas. Als er von den Journalisten zu seiner fristlosen Entlassung bei Rapid mitte April befragt wurde, attackierte er seinen ehemaligen Arbeitgeber und einige seiner damaligen Spieler.

Die Misere seines Ex-Klubs - der österreichische Rekordmeister verpasste die Qualifikation für den Europacup - habe mit dem Cup-Aus in Ried begonnnen. «Wo waren da die Spieler, die Verantwortung hätten übernehmen sollen, sie haben sich alle verpisst. So klar muss man es einfach sagen. Da hätten sie nämlich Flagge zeigen müssen», so Pacult gegenüber der APA. «Es ist schade, was da rund um den Verein passiert ist. Aber nichtsdestotrotz kann ich noch immer behaupten, das Ziel Europacup war für mich noch absolut in Reichweite. Und ich bin überzeugt, dass ich es auch erreicht hätte, wenn ich Trainer geblieben wäre.»

«Fristlose Entlassung hat wehgetan»

Auch zum drohenden Rechtstreit mit seinem Ex-Verein äusserte sich Pacult. «Ich finde es nicht gut, wenn Herr Edlinger (Rapid-Präsident, Anm.)und Herr Kuhn (Rapid-Manager, Anm.) mit Giftpfeilen herumschiessen, dazu diese haltlosen Drohungen, was sie nicht alles noch in der Hand gegen mich hätten», sagte der Wiener zur juristischen Schlammschlacht, die nach seiner Entlassung auch über die Öffentlichkeit ausgetragen wird.

Der stets umstrittene Rapid-Trainer behauptet, er wäre auch zu einer einvernehmlichen Trennung bereit gewesen. «Aber dass du von einer Minute auf die andere fristlos, so wie es der Herr Edlinger ja immer in Interviews gesagt hat, entlassen wirst, das hat schon ein bisschen wehgetan.»


Pacult beanwortet die Fragen der ORF-Journalisten nicht (2010)

(Quelle: Youtube)

Pacult ärgert sich über die Journalisten-Fragen (2010)

(Quelle: Youtube)


(pre)

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