«Sie schliessen mich aus»

10. Juli 2019 10:14; Akt: 10.07.2019 10:28 Print

Rapinoe legt im Streit mit Trump nach

Zurück in den USA gab US-Fussballstar Megan Rapinoe dem TV-Sender CNN ein Interview.

«Sie müssen es für alle besser machen»: Megan Rapinoe antwortet dem CNN-Moderator auf die Frage, ob sie eine Nachricht für den Präsidenten habe. (Video: CNN)
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US-Fussballstar Megan Rapinoe glaubt nach dem Gewinn ihrer Mannschaft bei der Weltmeisterschaft nicht, dass ihre Mitspielerinnen einer Einladung ins Weisse Haus folgen würden. «Ich würde nicht gehen und jede Mannschaftskollegin, mit der ich explizit darüber gesprochen habe, würde auch nicht gehen», sagte Rapinoe am Dienstag im US-Sender CNN. Sie glaube nicht, dass «irgendjemand in der Mannschaft» ein Interesse daran habe, sich «von dieser Regierung vereinnahmen und korrumpieren zu lassen».

Auf die Frage, ob sie eine Nachricht für den Präsidenten habe, sagte Rapinoe am Dienstag: «Ich würde sagen, dass Ihre Botschaft Menschen ausschliesst. Sie schliessen mich aus. Sie schliessen Menschen aus, die aussehen wie ich. Sie schliessen nicht weisse Menschen aus.» Amerika sei vielleicht für wenige Leute grossartig, aber niemals für genügend Amerikaner in dieser Welt. «Sie müssen es für alle besser machen.»

Die US-Nationalmannschaft hatte am Sonntag im Finale der Frauenfussball-WM in Frankreich die Niederlande mit 2-0 besiegt, Rapinoe steuerte ein Elfmetertor zum Sieg bei. Bereits vor dem Triumph hatte sie gelobt, bei einer möglichen Einladung von US-Präsident Donald Trump zu Hause bleiben zu wollen. Trump hatte daraufhin im Kurzbotschaftendienst Twitter geantwortet, die Stürmerin «sollte niemals unser Land, das Weisse Haus oder unsere Flagge geringschätzen».

Video: US-Fussballspielerin will nicht ins Weisse Haus

Rapinoe hat keine Lust auf einen Besuch im Weissen Haus. (Video: Twitter/Eight by Eight)

Rapinoe ist eine von mehreren homosexuellen Spielerinnen in der Nationalmannschaft. Sie warf Präsident Trump vor, mit seinem Slogan «Make America Great Again» (Macht Amerika wieder gross) die Vergangenheit zu verklären. «Ich denke, dass sie sich auf eine Ära beziehen, die nicht grossartig für jeden war. Sie mag grossartig für einige wenige Menschen gewesen sein und vielleicht ist Amerika auch jetzt für einige wenige Menschen grossartig, aber es ist nicht grossartig für genug Amerikaner in dieser Welt.»


Seitdem Trump 2016 zum Präsidenten gewählt wurde, haben sich die traditionellen Empfänge erfolgreicher Sportler in den USA zu einem Politikum entwickelt. Einer Rechnung zufolge hat seitdem rund die Hälfte der 20 Sieger von College- und Profiwettbewerben ihren Besuch abgesagt oder wurden gar nicht erst eingeladen. Prominente Beispiele waren die Golden State Warriors, Basketball-Meister der Jahre 2017 und 2018, sowie die Philadelphia Eagles, die 2018 das American-Football-Grossereignis Super Bowl gewannen. Auch vom amtierenden Baseballmeister Boston Red Sox kam nur ein Teil der Mannschaft ins Weisse Haus.

Das ganze Interview mit Megan Rapinoe. Video: Youtube/CNN

Fussball

(afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • giorgio1954 am 10.07.2019 10:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahlrn 2020

    Die Wahlen nächstes Jahr bringen definitiv Klarheit. Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.

    einklappen einklappen
  • MrX8600 am 10.07.2019 11:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vonwegen Toleranz

    Dann soll sie nicht gehen und die Welt damit in ruhe lassen

    einklappen einklappen
  • King Bushido am 10.07.2019 10:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mir wärs egal

    An Trumps Stelle wäre mir das ziemlich egal ob die kommt oder nicht

Die neusten Leser-Kommentare

  • Leser am 11.07.2019 20:01 Report Diesen Beitrag melden

    Quatsch!

    Sinnfreies Geplapper... Wahlkampf auf Billigstniveau und es zeigt einmal mehr, dass Sportler nicht unbedingt etwas von Politik verstehen. Heute meinen alle Stars und Sternchen, seien es Schauspieler oder Sportler, sie müssten irgend einen Senf zu politischen Themen absondern. Das nervt nur noch und dass gerade gewisse Homosexuelle immer mehr das Gefühl vermitteln wollen, sie seien durch ihre sexuelle Präferenz etwas Spezielles und hätten dadurch mehr Tragweite ist völlig daneben und nervt gleich doppelt. Übrigens nervt es auch Homosexuelle!

  • Zuger am 10.07.2019 13:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Echt jetzt?

    Die Dame hat ein Turnier gewonnen das vom Niveau her etwa auf Höhe des Grümpi Unterägeri Kategorie Herren war.

  • piet am 10.07.2019 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    trümpli

    diese hat recht so ein mostkopfwürde ich auch nicht besuchen.

  • Bayerin am 10.07.2019 13:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Hand hält sie bestimmt gerne auf!

    Wer sagt denn, dass sie überhaupt eingeladen werden wird? Sie nimmt sich und ihre lesbischen Kolleginnen viel zu wichtig! Sie spielt nicht für Trump, sondern für ihr Land, ein kleiner Unterschied!

  • Hugo E. Götz am 10.07.2019 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beschämend für den Sport

    Herr Trump hat es nicht nötig, Rapione zu empfangen. Sie soll sich schämen über ihre Äusserungen. Fussball ist ja gut, bringt der Menschheit aber kein Brot! Das Gegenteil ist der Fall!