Eklat in Russland

05. August 2019 18:04; Akt: 05.08.2019 18:22 Print

Rassistische Begrüssung für Millionen-Einkauf

Beim Debüt für Zenit St. Petersburg wird Malcom mit rassistischen Beleidigungen empfangen – die Fans legen im Netz sogar noch nach.

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Russische Fans sorgen für einen Eklat beim Debüt des 40 Millionen Euro teuren Neuzugangs Malcom von Zenit St. Petersburg.

Als der Brasilianer, von Barcelona gekommen, beim Spiel gegen Krasnodar eingewechselt wird und sein Debüt gibt, entrollt eine Fangruppe ein Plakat mit der provokanten Aufschrift: «Danke Club-Führung für die Loyalität zu Traditionen». Ausserdem gab es höhnischen Applaus von den Rängen.

Die Gruppierung «Landskrona» legt auf ihrer Homepage sogar noch nach: «Wir sind nicht rassistisch. Für uns ist der Verzicht auf dunkelhäutige Spieler eine wichtige Tradition, die die Identität des Klubs betont. Wir, als nördlichster Club der wichtigsten europäischen Städte, waren nie mit Afrika, Südamerika, Australien oder Ozeanien verbunden», heisst es dort.

«Nur Liebe für Malcom und das Team»

Und weiter: «Wir haben absolut nichts gegen die Einwohner dieser Kontinente, aber gleichzeitig wollen wir Spieler, die den Spirit von Zenit verkörpern. Jetzt wird der Kauf von dunkelhäutigen Spielern forciert. Das sorgt nur für Gegenreaktionen. Lasst uns sein, wer wir sind.»

Zenit reagiert mit einem Video auf Twitter, das die Einwechslung von Malcom zeigt. Dazu schreibt der Club: «54.078 Menschen jubeln zusammen für unseren Neuzugang Malcom. Seht selbst, nicht durch die Worte von anderen.»

In der Tat sind die Reaktionen auf den Zugang aber überwiegend positiv, die rassistischen Ausfälle kommen von einer kleinen, aber mächtigen Gruppe. Kurz darauf liess der Club noch ein Video folgen mit «nur Liebe für Malcom und das Team».

Malcom ist weder der erste noch der einzige dunkelhäutige Spieler bei St. Petersburg, so standen zum Beispiel Douglas Santos und Wilmar Barrios gegen Krasnodar in der Startelf. Dennoch sorgen die Fans immer wieder für Rassismus-Skandale. 2012 starteten sie eine Kampagne, die dem Klub verbieten sollte, dunkelhäutige oder homosexuelle Spieler zu kaufen.

Fussball

(heute.at/20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Theorie &Praxis am 05.08.2019 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Eigentlich sollte fussball sowie andere sportarten die menschen verbinden, jedoch leben sehr viele noch im vorletzten jahrhundert.

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  • Thomas am 05.08.2019 20:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider ist das Russland!

    Leider ist nationales rassistisches Denken in Russland sehr weit verbreitet. Teilweise wird sogar richtig Jagd nach anders aussehenden Menschen gemacht. Russland lebt hier noch im Mittelalter.

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  • anneliese hofer am 05.08.2019 19:31 Report Diesen Beitrag melden

    nicht unbedingt weltoffen

    ohne gewisse leute! es gibt viele rassisten . nicht nur schwarze auch personen aus den turkstaaten haben mühe

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter am 08.08.2019 03:13 Report Diesen Beitrag melden

    Spielzeug für Oligarche

    möchte das nicht gutheissen aber eigentlich ist es bekannt, dass viele osteuropäische Staaten sehr rassistisch sind. Ein 40Millionen-Mann ist auch nicht unbedingt in einer Notlage, dass er dorthin muss...trotzdem gehen sie alle. Viel Geld für mittelmass Spieler.

  • RaB am 07.08.2019 14:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld

    wenn er Barca verlässt, dort hätte er weiterhin vernünftig verdient. Sonst hätte er in eine der grossen europäischen Ligen gehen müssen.

  • Romanrussia am 06.08.2019 15:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Also so rassistisch war das jetzt auch wieder nicht. Dachte beim Lesen des Titels dass man Bananen geworfen hätte oder Affenlaute von sich gab... aber es war eine nicht beleidigende Stellungnahme. Wenigstens muss ich in Russland keine Angst haben vor einen fahrenden Zug geworfen zu werden.

    • Leo am 06.08.2019 16:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Romanrussia

      Was ist dass wieder für ein Kommentar kein verlgeich aber soweit denken ist nicht einfach.

    • Dölf am 07.08.2019 10:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Romanrussia

      Schön, dass es auch in Russland 20 Minutenleser gibt. Allerdings ist dein Kommentar unterirdisch

    • kue am 07.08.2019 11:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Leo

      hat aber leider schon was wahres

    • Leo Linz am 07.08.2019 14:25 Report Diesen Beitrag melden

      @Roman/kue

      Im Gegensatz zu Russland darf sich allerdings im demokratischen Westeuropa jeder Bürger auf einer Wählerliste einschreiben lassen und dann zur Parlamentswahl antreten. Bei uns spielt es z.B. keine Rolle, wieviele Buchstaben der Nachname hat...

    • Theo binz am 09.08.2019 22:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Leo Linz

      Ja lieber keine Zug schubser im Land dafür weniger mitsprache recht

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  • its me am 06.08.2019 11:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ab polen fängt der Osten an

    und trotzdem. der Osten ist ein Volk für sich. ich war da. die sind wirklich noch im Mittelalter!

    • Bruno G. am 06.08.2019 16:24 Report Diesen Beitrag melden

      @Sieger

      Der alten Welt? Meinst du Unterdrückung und Feudalismus durch Kirche und Despoten?

    • Leo am 06.08.2019 16:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @P. Sieger

      Ihre ausage könnte auch so gut von Adol Persönlich kommen.

    • Nicos am 06.08.2019 22:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @its me

      Die östlichen Völker dürfen auch für sich bleiben, wenn sie es so wollen.

    • kue am 07.08.2019 11:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @its me

      .. und wir auf dem weg zurück. Was ist nun besser?

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  • k.p am 06.08.2019 11:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jedem das seine

    tradition ist traditionell lasst ihnen ihre Kultur nicht jeder mag fremde und muss sie auch nicht mögen

    • Lafayette am 06.08.2019 15:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @k.p

      Tradition ist traditionell. Was für eine Erkenntnis, ich bin beeindruckt.

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