Champions League

21. Februar 2011 17:30; Akt: 22.02.2011 23:11 Print

Remis in Lyon - Chelsea gewinnt 2:0

Nach einem harzigen Spiel trennen sich Real und Lyon verdient 1:1. Der FC Chelsea besiegt den FC Kopenhagen erwartungsgemäss mit 2:0.

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Mario Gomez war mit seinem späten Tor der Matchwinner für Bayern München gegen Inter Mailand. Die Partie wurde trotz der Brisanz fair geführt. Bayern-Goalie Thomas Kraft liess die Inter-Spieler mit seinen Paraden reihenweise verzweifeln. Die Partie Marseille - Manchester United war arm an Höhepunkten. Deshalb boten die Fans ihre eigene Show. ManU-Coach Alex Ferguson muss ums Weiterkommen zittern. Am Anfang der Partie hatten die Fussballer aus Lyon mehr Torchancen. Doch kurz nach der Pause jubelten die Königlichen aus Madrid über den Führungstreffer. In den letzten Minuten gelang Lyon nach einer Standartsituation der Ausgleich. Der FC Chelsea war den Kickern aus Kopenhagen deutlich überlegen. Sie haben erwartungsgemäss mit 2:0 gewonnen. Ancelotti, der Trainer der Londoner, freut sich über ein gutes Polster für die Rückrunde. Die Gunners wehrten sich gegen Barça mit vereinten Kräften... ...im Falle von Villas Führungstreffer war die Gegenwehr aber zwecklos. Am Ende aber jubelten die Gunners - Van Persie und Arshavin drehten die Partie innert 5 Minuten. Die Freude der Römer über Perrottas Führungstreffer währte nicht lange. Innert 12 Minuten kam Donezk zu drei Treffern, im Bild Luiz Adrianos Treffer zum 1:3. Obwohl den Römern der Anschlusstreffer gelang, konnte letztlich Schachtjor Donezk einen überraschenden Auswärtssieg einfahren. Grosser Jubel eines grossen Mannes: Peter Crouch (r.) erzielte das entscheidende Tor. Die zweite Halbzeit war ruppig und gekennzeichnet von vielen Fouls und Reklamationen. Das Tor von Zlatan Ibrahimovic per Fallrückzieher in der letzten Minute zählte nicht - er stand zuvor im Offside. Raúl (l.),Mister Europacup, trifft auch mit Schalke in der Champions League. Valencia machte das Spiel, Schalke verteidigte mit Glück und Können. Für die Deutschen ist die Ausgangslage gut, um sich für die nächste Runde zu qualifizieren.

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Real Madrid kann gegen Lyon weiterhin nicht gewinnen. In den Dienstags-Hinspielen der Champions-League-Achtelfinals mussten sich die Spanier beim «Angstgegner» mit einem 1:1 begnügen. Zuvor hatten sie Lyon in der «Königsklasse» in sechs Anläufen nie bezwungen und dabei auf fremdem Terrain kein einziges Tor erzielt.

In der zweiten Partie von gestern ist Chelsea seiner Favoritenrolle gerecht geworden. Die Londoner siegten beim FC Kopenhagen dank zwei Treffern von Nicolas Anelka mit 2:0. Für die Dänen, die sich als erster Klub aus ihrem Land für die Achtelfinals der Champions League qualifiziert haben, dürfte Mitte März in der «Königsklasse» Endstation sein.

Benzema - Der Mann des Abends

Der Mann des Abends im Stade de Gerland war Reals Karim Benzema - notabene einer, der in der Region Lyon aufgewachsen ist und seine Profi-Karriere bei «OL» lanciert hat. Vierzig Sekunden nach seiner Einwechslung (für Emmanuel Adebayor) schnappte sich der französische Nationalstürmer im gegnerischen Strafraum den Ball, um anschliessend fünf Gegenspielern die Absätze zu zeigen und aus kurzer Distanz einzuschieben (65.). Lyons Keeper Hugo Lloris war machtlos, obwohl er getunnelt wurde, und der Befreiungsversuch von Captain Cris misslang gründlich. Benzema verzichtete auf überschwänglichen Jubel. Die Verbundenheit mit seinem früheren Arbeitgeber und seiner Heimatstadt war spürbar.

Dass Benzema nicht zum Matchwinner avancierte, lag an Bafétimbi Gomis. Der dunkelhäutige Angreifer verwandelte in der 83. Minute stilsicher, nachdem der Ball im Anschluss an einen Freistoss auf Umwegen zu ihm gelangt war. Real hat nun trotzdem gute Chancen, um erstmals seit der Saison 2003/04 in die Viertelfinals der Champions League einzuziehen.

Harziger Spielverlauf

Dabei hatte Real Madrid in Lyon lange enttäuscht. Die Schützlinge von Star-Trainer José Mourinho kreierten in der ersten Halbzeit nicht eine gefährliche Torchance. Auf der Seite der Spanier vermisste man flüssige Kombinationen. Entweder unterliefen ihnen Fehlpässe oder sie liefen auf die Gegenspieler auf. Was das «weisse Ballett» mit seiner Prominenz um Cristiano Ronaldo aufführte, verdiente das Prädikat «brotlose Kunst». Real tat sich auch deswegen schwer, weil die Gastgeber in der Defensive die Räume sehr eng machten, und diszipliniert und aggressiv ihre Abwehr-Arbeit verrichteten. In der Vorwärts-Bewegung gelang es Lyon, schnell umzuschalten. Solch ein Konter hätte in der 34. Minute beinahe zum 1:0 geführt. Gomis zielte allerdings zu hoch, nachdem der spanische Nationalgoalie Iker Casillas eine harmlose Flanke unnötigerweise fallengelassen hatte. Nach leichten Vorteilen für Lyon ging es mit einem torlosen Remis in die Pause.

Mourinho dürfte in der Halbzeit mit seinen Spielern nicht zimperlich umgegangen sein. Jedenfalls zeigte Real nach dem Seitenwechsel eine Reaktion. In den fünf Minuten nach der Pause hatten die «Königlichen» einen Pfosten-Knaller (Freistoss von Cristiano Ronaldo aus spitzem Winkel) und einen Latten-Treffer (Kopfball von Sergio Ramos nach einem Corner) zu verzeichnen. Das 1:0 kündigte sich also an. Lyon baute im zweiten Umgang ab, fing sich aber noch rechtzeitig auf - Gomis sei Dank.

Doppeltorschütze Anelka

Die Underdogs vom FC Kopenhagen hielten dem Druck des übermächtigen Kontrahenten nur gerade 16 Minuten stand. Nachdem ausgerechnet dem auf Grönland geborenen dänischen Ex-Internationalen Jesper Grönkjaer, der rund vier Jahre für Chelsea gespielt hatte, bei einem Missverständnis in der eigenen Platzhälfte ein Fehlpass unterlaufen war, nahm Nicolas Anelka Tempo auf, um von der Strafraumgrenze aus einzuschiessen. Verteidiger Antonsson hatte den Franzosen nicht mehr am erfolgreichen Abschluss hindern können. Ansonsten agierte Chelsea in der ersten Hälfte etwas umständlich, obwohl die «Blues» von A bis Z die Akzente setzten. Sie benötigten schon den Aussetzer Grönkjaers, um die Nerven ihres unter Druck stehenden Trainers Carlo Ancelotti ein wenig zu beruhigen.

Anelka sollte seine Treffsicherheit nach der Pause erneut unter Beweis stellen. Nach einer Vorlage von Frank Lampard verbuchte der Top-Stürmer kaltblütig sein 7. Tor in der laufenden Champions-League-Saison. Dies bedeutete die Vorentscheidung. Chelsea war sogar dem 3:0 näher als Kopenhagen dem Anschlusstor.

Champions League, Sechzehntelfinale (22.02.11)

Lyon - Real Madrid 1:1 (0:0)
Gerland. - 40 000 Zuschauer. - SR Stark (De).
Tore: 65. Benzema 0:1. 83. Gomis 1:1.
Lyon: Lloris; Réveillère, Cris, Lovren, Cissokho; Bastos (69. Briand), Gourcuff, Toulalan, Källström (77. Pjanic), Delgado (69. Pied); Gomis.
Real Madrid: Casillas; Sergio Ramos, Pepe, Carvalho, Arbeloa; Di Maria, Xabi Alonso, Khedira (68. Lass Diarra); Özil (75. Marcelo), Cristiano Ronaldo; Adebayor (64. Benzema).
Bemerkungen: 49. Freistoss von Cristiano Ronaldo an den einen Pfosten. 50. Kopfball von Sergio Ramos an die Latte. - Verwarnungen: 10. Sergio Ramos. 45. Di Maria. 48. Bastos. 63. Cris. 70. Pied. 91. Casillas.

FC Kopenhagen - Chelsea 0:2 (0:1)
Parken. - 35 000 Zuschauer. - SR Kuipers (Ho).
Tore: 17. Anelka 0:1. 54. Anelka 0:2.
FC Kopenhagen: Wiland; Pospech, Zanka, Antonsson, Wendt (75. P. Bengtsson); Bolaños, Kvist, Claudemir, Grönkjaer (87. Zohore); Santin (46. Vingaard), N'Doye.
Chelsea: Cech; Bosingwa, Ivanovic, Terry, Ashley Cole; Ramires, Essien, Lampard, Malouda (85. Schirkow); Anelka (73. Drogba), Torres (92. Kalou).
Bemerkungen: Verwarnungen: 7. Zanka. 35. Torres. 70. Pospech. 85. Malouda. 86. Terry.

(sda)