Aus über 80 Metern

22. Juli 2018 18:21; Akt: 22.07.2018 21:26 Print

Riesenflop von Sions neuem Goalie

Was für ein Patzer! Anthony Maisonnial wird das erste Gegentor der Saison nicht so schnell vergessen.

Kurioses Tor: So geht Lugano gegen Sion in Führung. Video: Tamedia/SRF
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Anthony Maisonnial, der 20-jährige neue Goalie, der ohne Matchpraxis von Saint-Etienne ins Wallis kam, erlebte einen Horror-Einstand, wie man ihn sich seinem schlimmsten Feind nicht wünscht. Nach 233 Sekunden liess sich der junge Franzose beim 1:2 gegen Lugano von einem Befreiungsschlag aus gut 80 Metern überlisten, ähnlich wie es 2005 Pascal Zuberbühler in einem Länderspiel gegen Zypern passiert ist. Reden mochte Maisonnial hinterher verständlicherweise nicht. Er, dessen Einsatz auch dadurch begünstigt worden ist, dass Kevin Fickentscher, der ursprüngliche Stellvertreter des Langzeitverletzten Anton Mitrjuschkin, erst seit einer Woche wieder trainieren kann, verschwand sofort in der Kabine und hätte sich wohl am liebsten in Luft aufgelöst.

Sions Trainer Maurizio Jacobacci hatte vor dem Spiel noch über den ehemaligen französischen Junioren-Internationalen gesagt: «Anthony ist ein offensiver Goalie, ein junger, der vielleicht am Anfang einer grossen Karriere steht, aber in Frankreich halt nicht viel gespielt hat.» Hinterher klang es fast so, als hätte er etwas in diese Richtung kommen sehen.

Unterstützung für den Pechvogel

«So ein Tor habe ich in meiner ganzen Karriere noch nie gesehen», sagte Jacobacci hinterher. Vorwürfe machte dem Goalie aber keiner, vielmehr hatten Trainer und Teamkollegen Mitleid und versuchten ihn aufzubauen. Das kann jedem passieren und schmerzt sehr. Es ist wichtig, dass wir ihn nun unterstützen. Die Verteidiger vor ihm waren auch nervös und nicht ohne Fehler«, so Jacobacci. Bei Pajtim Kasami klang es ähnlich: «Kann passieren.»

«Mund abwischen, weiterkämpfen» pflegen die Fussballer zu sagen – in so einem Fall leichter gesagt als getan. Zumindest im Umgang mit einem solchen Fehler kann ihm sein Goalietrainer vielleicht helfen: Marco Pascolo war als Sion-Goalie am 4. Dezember 1988 gegen Aarau (4:1) Protagonist eines ähnlichen Treffers – allerdings war er der Torschütze, den Bock schoss sein Aarauer Antipode Roberto Böckli.

Wie geht es weiter für Maisonnial?

Zugleich fragt man sich, ob Maisonnial den Schnitzer, der vielleicht durch eine Windböe oder eine Unebenheit auf dem Rasen begünstigt wurde, ohne negative Folgen für seine Karriere übersteht, gerade in Sion bei Christian Constantin. Als Germano Vailati im Februar 2008 gegen St. Gallen einen Corner direkt ins Tor passieren liess, kostete ihn das umgehend den Stammplatz. Wenige Monate später zog er weiter nach Frankreich zum FC Metz.

Loris Karius ergeht es bei Liverpool gerade ähnlich. Dem 25-jährigen Deutschen unterliefen im Champions-League-Final gegen Real Madrid (1:3) zwei folgenschwere Patzer, jetzt ist er nur noch die Nummer 2. 72 Millionen Euro liess sich Liverpool die Verpflichtung des brasilianischen Nationalgoalies Alisson kosten. Aufmunternde Worte kann Anthony Maisonnial wirklich gerade brauchen.

Fussball

(fas)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Drippler am 22.07.2018 19:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grümpi Fussball

    Der Torhüter wusste noch nicht, wie in der Schweiz, Fussball gespielt wird.

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  • Giancarlo am 22.07.2018 19:44 Report Diesen Beitrag melden

    Wo waren die Zuschauer?

    Was auch noch auffällt: Das Tourbillon ist ja fast leer!

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  • Leo65 am 22.07.2018 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    watum nich CH Goolis Chancen geben?

    Liverpool hat Karius abgesetzt wegen seines Flops....Was macht CC...?

Die neusten Leser-Kommentare

  • dr Kari vo Horw. am 22.07.2018 22:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ui Uni ui

    Das wird CC die Fandante Röte ins Gesicht getrieben haben. Was hat er danach gesagt. Das hätte ich gerne gehört

  • Papa Bär am 22.07.2018 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der ist ja auch erst 20ig.

    Das kommt schon noch.

  • D.A am 22.07.2018 21:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ch-Liga

    deswegen schaut kein mensch diese liga... peinlich!

  • François Kübler am 22.07.2018 21:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh je CC

    Constantin sucht sicher schon einen neuen Trainer. Solange er Präsident des FC Sion ist, wird der Klub in der Meisterschaft nie etwas erreichen. Constantin ist viel zu impulsiv und redet den Trainern in ihren Zuständigkeitsbereich rein.

  • De Grümpi Max am 22.07.2018 21:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ade ch-fussball

    Im allgemeinen. Heute abend sah ich die spielzusammenfassungen im srf. Ich war schockiert, an den grümpis im juni war das niveau höher! Es ist wirklich bedenklich wie im schweizer profifussball gekickt wird. Naja segs wies well für mich hat die dosis super league für die saison 18/19 bereits nach dem ersten spieltag gerreicht. Freue mich wenns in england und deutschland losgeht!