VfL-Schweizer

22. Juli 2014 18:41; Akt: 23.07.2014 13:12 Print

Rodriguez sieht einen heissen Transfer-Sommer

von Eva Tedesco - Ricardo Rodriguez trainiert mit Wolfsburg und seinen Schweizer Teamkollegen Diego Benaglio und Timm Klose in Bad Ragaz. Auf dem Transfermarkt erwartet er noch viel Bewegung.

Diego Benaglio lässt die WM-Revue passieren, spricht über die Zukunft der Nati und über das aktuelle Sommertrainingslager in Bad Ragaz mit Wolfsburg. (Video: 20 Minuten)
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«Es wird ein ganz heisser Sommer», sagte Rodriguez am Strand in Porto Seguro in Brasilien. Dabei redete Rodriguez nicht vom Klima, sondern von der Sommer-Wechselbörse im Fussball.

Fünf Wochen später. Bad Ragaz ist in Nebel gehüllt. Die Feriengäste verschanzen sich unter den Regenschirmen. Der Sommer in der Schweiz macht Pause. Nicht so Diego Benaglio und Ricardo Rodriguez. Für die beiden WM-Fahrer sind die Ferien nach der WM vorbei. Der Klub-Alltag hat begonnen - und das für die VfL-Schweizer in der Schweiz. Während Timm Klose mit den Wolfsburgern schon seit Samstag im Heidiland im Sommertrainingslager weilt, sind seine beiden Schweizer Kollegen Benaglio und Rodriguez erst am Montag zum Team gestossen.

Wolfsburg will Rodriguez nicht abgeben

Zumindest im Fall des 21-jährigen Linksverteidigers konnte man nicht unbedingt damit rechnen. Nach einer hervorragenden WM sind viele Topklubs auf Rodriguez (Vertrag bis 2016) aufmerksam geworden. Darunter Manchester United und Real Madrid. Allerdings will der Bundesligist nichts von einem Wechsel wissen und, so die Aussagen von Sportdirektor Klaus Allofs, Rodriguez auf keinen Fall abgeben.

Wie heiss ist der Sommer nun wirklich? «Noch nicht so heiss», sagt Rodriguez und lacht. Allerdings könnten die Temperaturen steigen, zumal die Wechselbörse noch bis 31. August geöffnet ist. Eine Veränderung kann auch bei Klose nicht ausgeschlossen werden. Der Innenverteidiger – er kam in der letzten Saison nur zu zehn Einsätzen in Wolfsburg – will den Anschluss nicht verlieren. Stuttgart und der 1. FC Köln haben Interesse angemeldet, wie auch Spartak Moskau mit dem neuen Trainer Murat Yakin.

Ein letzter Blick zurück und ein kurzer nach vorn

Diese Gedanken macht sich Benaglio derzeit nicht. Die Nati-Nummer 1 und VfL-Stammgoalie hat die WM und das bittere Ausscheiden im Achtelfinal gegen Argentinien in den Ferien verarbeitet und freut sich auf die neue Bundesligasaison - auch wenn das erste Spiel (gegen die Bayern) erst am 22. August steigt. «Wenn die Mannschaft weiter so an sich arbeitet wie in den letzten Monaten und den Zusammenhalt weiterhin so lebt, dann wird das Schweizer Publikum noch viel Freude an ihr haben.»

Den Trainerwechsel von Ottmar Hitzfeld zu Vladimir Petkovic beurteilt der Aargauer so: «Ich hoffe, dass wir uns schnell finden und schnell die Philosophie des Trainers umsetzen werden können, denn viel Zeit haben wir ja nicht. Ich verspreche mir neuen Schwung, dass er noch ein paar Prozent mehr rausholt aus der Mannschaft und dann wäre es genau das, was die Mannschaft vielleicht noch braucht, um sich weiterentwickeln zu können.»

Benaglio ganz entspannt

Über eine allfällige Änderung in der Hierarchie der Nationaltorhüter (Benaglio vor Sommer und Bürki) macht sich die bisherige Nummer 1 keine Gedanken. «Ich sehe meine Rolle nicht anders als vorher, aber es liegt am Trainer, welche Spieler er aufstellen will. Deshalb lasse ich das ganz entspannt auf mich zukommen.»

«Der Fokus ist voll und ganz auf den Klub gerichtet», sagt Benaglio in Bad Ragaz weiter und freut sich darüber, in der Heimat trainieren zu können. «Es müsste nur nicht ganz so fest regnen. Dennoch ist ein Trainingslager in der Heimat für uns drei Schweizer immer etwas Spezielles.»