Trend der Stars

09. August 2018 15:16; Akt: 09.08.2018 18:03 Print

Courtois im Kreis der streikenden Fussballer

Dembélé, Modric und Bale: Die Liste von Profis, die mittels Streik einen Transfer beschleunigen wollten.

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Plant den Abflug: Mateo Kovacic weigerte sich nach der WM mit seinen Real-Teamkollegen zu trainieren. Der 24-Jährige streikte so lange, bis er den Flieger in Richtung London besteigen durfte. Der Kroate wird nächste Saison auf Leihbasis bei Chelsea spielen. Den umgekehrten Weg wird Goalie Thibaut Courtois gehen. Der Belgier flog nach seinen Ferien nicht nach London, sondern hält sich Medienberichten zufolge derzeit auf den Kanaren auf. Nun ist bestätigt: Der frühere Atlético-Madrid-Keeper wird nach Madrid zurückkehren. Aber nicht etwa zu den «Colchoneros», sondern zum Stadtrivalen Real. Streiks und Real Madrid, das hat fast schon Tradition. 2012 wollte Luka Modric von Tottenham zu Real, die Vereine konnten sich aber nicht über die Ablöse einigen. Die Engländer verlangten 50 Millionen Euro, Real wollte nicht mehr als 34 Millionen bezahlen. So entschloss sich der Kroate, nicht mehr am Training teilzunehmen und verzichtete sogar, mit seinen Teamkollegen zur US-Tour zu fliegen. Deshalb sah sich Tottenham gezwungen, Reals Angebot anzunehmen. Modric provozierte übrigens bereits 2008, als er für die spanische Zeitung «Mundo Deportivo» mit dem Barça-Shirt posierte. Somit wurde Modric ein Vorbild für Gareth Bale. Der Waliser täuschte ein Jahr nach Modrics Streik eine Verletzung vor, um seinem ehemaligen Teamkollegen nach Madrid zu folgen. Diese Verletzung war aber nicht schlimm genug, um WM-Qualispiele mit Wales zu bestreiten. Am letzten Transfertag durfte Bale dann doch noch zu Real – für mehr als 100 Millionen Euro. Als Starspieler von Sevilla war Dani Alves im Jahr 2007 heiss begehrt. Diverse Clubs in Europa wollten den Brasilianer verpflichten, weshalb er sich weigerte, die Champions-League-Qualifikation zu bestreiten. Es endete im Streit mit Vereinspräsident José Maria del Nido – und in einem Transfer. Allerdings kam dieser erst ein Jahr später. 2014 wollte Hakan Calhanoglu vom HSV zu Bayer Leverkusen. Unbedingt. Er liess sich sogar krankschreiben, um nicht mehr mit Hamburg trainieren zu müssen. Wenige Tage später durfte er gehen – und war plötzlich wieder gesund. Mittlerweile spielt der in Mannheim geborene Türke für die AC Milan. Diego Costa hatte keine gute Zeit bei Chelsea. Der Stürmer wechselte von Atlético Madrid nach London, wurde dort aber nie glücklich. Deshalb wollte der spanische Nationalspieler zurück nach Madrid. Weil Chelsea sich zunächst weigerte ihn abzugeben, verschwand Costa nach Brasilien und liess dort verlauten, er werde wie ein Schwerverbrecher behandelt. Trainer Antonio Conte lachte sich schlapp, als er während einer Pressekonferenz auf diese Aussage angesprochen wurde. Das Ende der Posse: Diego Costa spielt wieder bei Atlético Madrid. Schwer aufzuhalten war auch Ronaldo. Auf und neben dem Feld. Die brasilianische Stürmerlegende erzwang gleich zweimal mittels Streik einen Wechsel: 1996 von PSV Eindhoven zu Barcelona und 2002 von Inter Mailand zu Real Madrid. Vor einem Jahr sorgte Ousmane Dembélé in Duetschland für Wirbel. Nach nur einem Jahr wollte der junge Franzose wieder weg aus Dortmund – Barça lockte. Dembélé berief sich auf ein Versprechen des Vereins, wonach er gehen darf, wenn Barça anklopft, und verschanzte sich bei sich zuhause. Dennoch blieb Dortmund hart, bis Barcelona die Fabelsumme von 105 Millionen Euro, plus 40 Millionen Bonuszahlungen. Bereits 2015 streikte Dembélé, als er von Rennes zu Red Bull Salzburg wollte. Damals aber erfolglos. Im Nachgang zur Debmélé-Posse beklagte der BVB schlechter Stil. Vom Spieler, aber auch vom Verein, der dieses Handeln unterstützt hatte. Dabei sollten sie sich in Dortmund bestens damit auskennen. Schliesslich bediente Henrikh Mkhitaryan ebenfalls dieser Taktik, um zum BVB zu wechseln. 2013 blieb der Armenier dem Training von Shaktar Donezk fern, bis er nach Deutschland durfte. Drei Jahre später dann wieder: Mittels Streik erzwang Mkhitaryan den Transfer zu Manchester United. Bei Atlético Madrid war er Captain und Leistungsträger, dennoch wollte Sergio Agüero im Juli 2011 weg. Deshalb verlängerte er eigenmächtig seine Ferien, bis Atlético nachgab und ihn für 45 Millionen Euro an Manchester City verkaufte. Dass Streiks nicht nur im modernen Fussball vorkommen, bewies Heiko Herrlich bereits in den Neunzigern. 1995 wollte der damals 23-Jährige zu Dortmund, doch der damalige Gladbach-Manager konnte sich plötzlich nicht mehr an seine mündliche Zusage erinnern. So schwänzte Herrlich die Gladbach-Trainings und sagte: «Bevor ich noch einmal meine Schuhe für Mönchengladbach schnüren muss, höre ich lieber mit dem Fussball auf.» Schliesslich durfte er für umgerechnet 5,5 Millionen Euro doch zum BVB – nachdem der Fussballverband (DFB) vermittelt hatte. 1997 gewann Herrlich mit Dortmund (und dem ehemaligen Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld) die Champions League. Dass Streiks nicht immer von Erfolg gekrönt sind, musste Franck Ribery schmerzlich feststellen. 2009 blieb er von den Bayern-Trainings fern, um den Wechsel zu Real Madrid zu erzwingen. Bayern und Real konnten sich jedoch nicht einigen, weshalb der Franzosen in München blieb. Die nächste Saison wird nun seine Elfte als Bayern-Spieler.

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(fas)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bluesbrother am 09.08.2018 15:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Charakter ist etwas Anderes

    Diese Fussballer sind echte Helden! Hauptsache einen Vertrag mit langer Laufzeit und entsprechend hohem Lohn abschliessen und dann per Streik einen Wechsel erzwingen. Diese selbstverliebten und egozentrischen Bubis sollten auf der Tribüne sitzen müssen, bis ihr Vertrag abgelaufen ist. Fussball war mal toll, jetzt ist er am sterben - wie schade eigentlich...

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  • Mike S. am 09.08.2018 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    Geldgeil

    Millionen kassieren und streiken damit noch mehr gescheffelt werden kann? Super Profis. Klubs sollten solche Charakteren nicht unter Vertrag nehmen. Das ganze Geschäft wird immer perverser.

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  • Morlem am 09.08.2018 15:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Bezeichnung

    Das ist kein Streik, das ist schlichtweg Arbeitsverweigerung und sollte die Herren soviel Geld kosten, dass keiner nicht Mal nur dran denkt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Blumer Jr. am 10.08.2018 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Gehört dazu

    Ich verstehe die Aufregung nicht? Für etwas gibt es ja Streik. Timon Courtois macht meiner Meinung nach alles richtig, schlussendlich konnte er den Wechsel zu den Katalanen provozieren, somit ist doch alles aufgegangen für ihn! Nun wurde auch endlich den langersehnten CR7-Ersatz gefunden.

  • joee am 10.08.2018 02:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein Lohn

    Finde das sehr schwach von den Spielern. In meinen Augen ist das Vertragsbruch und dementsprechend sollte der Verein den Lohn über die Dauer des Streiks verweigern dürfen.

  • Reds am 10.08.2018 00:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein guter Abgang

    Ihr habt Coutinho noch vergessen, der war im letzten Sommer verletzt konnte für die brasilianische Nationalmannschaft spielen, wollte nicht mehr was mit Liverpool zu tun haben, war erfolglos und im Winter passierte genau das Gleiche..

  • Dani am 09.08.2018 23:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zeckensprey

    Hoffentlich streikt der Busfahrer von schwach/gelb in badragaz nicht... die dürfen sich aus dem Staub machen! Die will hier niemand!

  • Sandro am 09.08.2018 19:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Witz

    Wenn ein Sportler in der NHL, NBA etc. eine solche Aktion startet, bekommt er nie wieder einen Vertrag.