Der Fall Sion

20. September 2011 18:02; Akt: 21.09.2011 09:03 Print

SFV-Präsident Gilliéron wettert gegen CC

Peter Gilliéron, Präsident des Schweizer Fussballverbandes, kritsiert erstmals Sion-Boss Christian Constantin öffentlich. Constantin gefährde mit seinem Verhalten den Sportstandort Schweiz.

storybild

Peter Gilliéron, Präsident des Schweizer Fussballverbands (links) kritisiert Sion-Präsident Christian Constantin schwer: Constantin gefährde den Fussballstandort Schweiz.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Erstmals äussert sich Peter Gilliéron, SFV-Präsident und Mitglied der UEFA-Exekutive, zum Fall Sion und greift Sion-Boss Christian Constantin auf der Verbands-Homepage frontal an. Der Walliser gefährde den Sportstandort Schweiz und ramponiere das Ansehen des nationalen Fussballs.

Die Sittener Klageflut bei zivilen Gerichten gegen Urteile der FIFA und der UEFA, die den FC Sion aus der Europa League ausgeschlossen hatte, wurde auch bei der Tagung des Europäischen Fussball-Verbandes thematisiert. Peter Gilliéron erklärte, dass das Verhalten der Walliser bei zahlreichen europäischen Vertretern Erstaunen ausgelöst habe.

Den Ball hätten weder die UEFA noch der SFV ins Rollen gebracht, sondern der Präsident Christian Constantin. «Er hat einen Spieler trotz gültigem Dreijahresvertrag mit einem anderen Verein unter Vertrag genommen. Und er hat die danach durch die FIFA verhängte Transfersperre nicht korrekt eingehalten», redet der SFV-Präsident in einem Interview auf der verbandseigenen Homepage Klartext.

Sions Weigerung, die Urteile der zuständigen Sportgerichte zu anerkennen, sei imageschädigend für den Schweizer Fussball. «Ich höre zahlreiche Stimmen, die sich darüber wundern, dass so etwas in der Schweiz möglich ist.» Die Massnahmen der UEFA hält Exekutiv-Mitglied Gilliéron für richtig: «Die UEFA kann gar nicht zulassen, dass die Qualifikation von Spielern auf diese Weise erlangt wird. Das würde zu einem Chaos im europäischen Fussball führen.»

«CC» schade mit seinem Vorgehen dem Sport und dem Standort Schweiz. «Soll der Sportstandort Schweiz gefährdet werden, weil der FC Sion einen unzulässigen Transfer getätigt hat und der Präsident nun aufbegehrt, statt die dafür verhängte Strafe vollständig zu akzeptieren und zu respektieren?»

Die Gerichte in Martigny und Lausanne haben die Qualifikation der sechs Sion-Spieler geschützt und Constantin somit das Recht zuerkannt, am Europacup und am Meisterschaftsbetrieb in der Axpo Super League teilzunehmen. Man habe diese Urteile respektiert, aber «null Verständnis dafür», so Gilliéron.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kuede Borni am 20.09.2011 18:50 Report Diesen Beitrag melden

    Wozu haben wir ein Zivilrecht?

    Das ist keine Imagekampagne, das ist ein Rechtsfall!!! Schon erstaunlich, dass für Herr Gilliéron die Meinung anderer Sportfunktionäre wichtiger ist als die von 2 Gerichten. Es ist ein langer Weg, bis die Sportverbände das Primat des Zivilrechtes anerkennen werden. Aber sie werden wohl einmal mehr in den sauren Apfel beissen müssen...

    einklappen einklappen
  • Zurbriggen Armin am 21.09.2011 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Ist es nicht so, dass sich der SFV diese Angelegenheit selber eingebockt hat? Herr Gilliéron, statt CC zu kritisieren, bringen sie ihren Laden in Ordnung und sind sie nicht nur Handlager der UEFA und der FIFA.

  • Hugo Horat Thailand am 21.09.2011 06:05 Report Diesen Beitrag melden

    Verträge

    Es gibt im Leben Arbeiterverträge, Sportsverbanverträge oder eben Fussballverbandsvertäge an die sich Mr.C.C. nicht hält, sonst müsste ja jeder Angestellte von Mr. C.C. denen er in den letzten Jahren unter Vertrag hatte auch gegen Ihn eine Zivilklage erheben und das sind ja Bekanntlicherweise nicht wenige ! Wie würde Mr.C.C. dann vorgehen oder welcher Anwalt würde auch nur sein Geld nehmen ?? Auch im Arbeitsbereich muss man sich an Verträge halten oder Du fliegst und so ist es halt leider für den FC Sion gewesen, der dank seinem Mr.C.C.aus der UEFA geflogen ist, schade für den FC Sion!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lars am 22.09.2011 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    logisch

    Wenn man dem Hund auf den Schwanz tritt, fängt dieser an zu bellen....

  • denk-mal am 21.09.2011 18:26 Report Diesen Beitrag melden

    und ich schrieb doch auch

    warum, warum wird meine abgefasste Meinung nie veröffentlicht...nicht eingeloggte werden zum Einloggen gezwungen, sonst eben links liegen gelassen... unfaire Bevorzugung gewisser Meinungen

  • Daniel Salvisberg am 21.09.2011 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    weg vom rasen

    wieso eigentlich nicht gleich die spiele vom rasen in den gerichtssaal verlegen? im sport gibt es täglich umstrittene entscheidungen und wenn dann jeder vermeindlich benachteiligte gleich klagt, macht es wirklich wenig sinn das noch auf dem rasen auszutragen. am besten man spielt die saison, verhandelt dann 3-4 jahre vor gericht und gibt nach 5 jahren die definitive tabelle bekannt. oder ersetzt die 11 fussballer pro team durch juristen und macht das spiel gleich vor dem richter. ^^ profitieren werden am schluss nur die damit gutverdienenden und sich selber beschäftigenden juristen ;)

    • oliver am 23.09.2011 07:52 Report Diesen Beitrag melden

      rasen?

      ich gehe mit dir einig, wenn es um entscheide im spiel geht. hier ist der schauplatz aber schon lange neben dem rasen. auch gillerions argument mit "chaos im europ. fussball" sehe ich nicht ein. denn cc hat strafe erhalten, geld und sperre. die sperre war aber nicht genügend klar ausgedrückt und nach seiner meinung hat er sie abgesessen! warum sollte das nun zum chaos führen? sehe ich nicht ein... welcher verein will sich schon das ganze theater antun?

    einklappen einklappen
  • Zurbriggen Armin am 21.09.2011 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Ist es nicht so, dass sich der SFV diese Angelegenheit selber eingebockt hat? Herr Gilliéron, statt CC zu kritisieren, bringen sie ihren Laden in Ordnung und sind sie nicht nur Handlager der UEFA und der FIFA.

  • Eufemio Bernasconi am 21.09.2011 10:00 Report Diesen Beitrag melden

    CC nervt einfach nur noch

    Aber sagt mal. wenn man einen Club einschreibt,liga oder international,unterschreibt man nicht auch dass man sich einer gewissen gerichtsbarkeit unerstellt.auch in der privatwirtschaft kann man gerichtbarkeiten vertraglich festsschreiben.wäre es dann nicht so, dass CC gar nicht an ein zivilgericht gelangen könnte,weil er sich verpflichtet hat,jegliche streitigkeiten im club aus sportlichen anlässen vom CIS (oder wie das heisst)beurteilen zu lassen?oder gibts so eine klausel nicht, was ich lachhaft fände

    • WillemvanPenalty am 21.09.2011 11:54 Report Diesen Beitrag melden

      Studieren bevor schreiben!

      Es wäre an der Zeit, dass du mal die ganze Geschichte etwas genauer analysierst. Ueber dieses Thema wurde schon etliches geschrieben, wenn dem so wäre, dann könnte kein tätlicher Angriff eines Spielers auf den anderen während eines Spieles (mit Körperverletzung als Folge davon) vor ein Zivilgericht gezerrt werden. Etwas studieren dabei (siehe Fall Miller/McKim).

    einklappen einklappen