Fall Tönnies

11. August 2019 16:41; Akt: 11.08.2019 17:00 Print

Schalkes Sportvorstand warnt vor einer «Hetzjagd»

Nach weiteren Fanprotesten gegen Clemens Tönnies wegen dessen rassistischen Aussagen meldete sich Jochen Schneider enerviert zu Wort.

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Im Gegenwind: Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider (Mitte) und Aufsichtsratschef Clemens Tönnies (rechts). (Bild: Keystone/Frederic Scheidemann)

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Nicht ganz unerwartet stand am Samstag der Sport bei den Schalker Fans etwas im Hintergrund. Rund 2000 Anhänger des Bundesligisten hatten die Reise zum Viertligisten SV Drochtersen/Assel unternommen, wo sie einen souveränen 5:0-Auswärtssieg ihrer Mannschaft sahen. Mit diversen Protesten gegen Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies vor allem vor der Partie sorgten die Fans aber für andere Schlagzeilen. Die Anhänger hielten Plakate mit der Aufschrift «Wir zeigen Tönnies die Rote Karte» hoch. Zudem gab es mehrere Banner mit Sprüchen gegen Tönnies.

Das brachte nach dem Spiel Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider auf den Plan. In der Diskussion um die als rassistisch kritisierten Aussagen von Tönnies warnte er vor einer «Hetzjagd»: «Er hat sich entschuldigt. Wir sind im Fussball, und sie haben ihm die Rote Karte gezeigt für ein grobes Foul. Dafür gibt es im Fussball die Rote Karte, dann hat man eine Sperre zu verbüssen. Das ist der Fall. Wir müssen aufpassen, dass wir hier nicht eine Hetzjagd veranstalten. Dass wir das ein Stück weit versachlichen», sagte Schneider in einem ZDF-Interview nach dem 5:0-Sieg.

Tönnies' Afrika-Sprüche

Dieser hatte beim Tag des Handwerks in der Vorwoche in Paderborn Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. «Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren», hatte Tönnies gesagt und sich später dafür entschuldigt. Der Ehrenrat des Clubs belegte ihn am Dienstag mit einer Sperre von drei Monaten.

Ex-Nationalspieler Cacau, Integrationsbeauftragter des DFB, warnte im ZDF-«Sportstudio» hingegen vor einer Relativierung der Worte Tönnies'. «Man darf nicht an einer Spaltung teilnehmen, die in unserer Gesellschaft passiert oder auf dem Weg dorthin ist», sagte der frühere Bundesliga-Profi. Tönnies habe eine zweite Chance verdient, müsse aber durch Taten zeigen, dass seine Reue echt und er «kein Rassist» sei.

Schneider merkte an, dass sich Tönnies möglicherweise beim «kompletten afrikanischen Kontinent» hätte entschuldigen müssen. Er forderte aber einen milden Umgang mit dem Aufsichtsratschef. «Es ist gut, dass wir in einer Zeit leben, dass die Aussagen, die er getätigt hat, nicht in Ordnung sind und die Leute sagen, das geht so nicht. Nichtsdestotrotz glaube ich, unsere Gesellschaft gibt das auch her, dass jemand einen Fehler macht, dass er sich entschuldigt, dass er bereut und dass man dann auch verzeihen kann», sagte der S04-Vorstand. Die Aktion der Fans bezeichnete er als «starkes Statement gegen Rassismus».

Fussball

(dpa)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bayerin am 11.08.2019 17:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Recht hat er doch!

    Ja, Tönnies' Spruch war zynisch, und trotzdem hat er recht! Wir trauen uns in all unserer Gutmenschlichkeit nicht einmal mehr, die Wahrheit zu sagen, vor lauter Angst, jemandem auf den Schlips zu treten!

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  • Walter G am 11.08.2019 17:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Realität bleibt Realität

    Tönnies hat im Grundsatz Recht, Afrika ist überbevölkert und es wird noch viel schlimmer, wenn keine Massnahmen ergriffen werden. Will aber keiner hören

  • Tommy D am 11.08.2019 17:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lange hats gedauert

    Endlich einer der das ganze sachlich und realistisch einschätzt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andi Schlatter am 12.08.2019 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso gleich ein Rassist?

    Wieso ist man nach einer solchen Aussage gleich ein Rassist? Er hat einfach eine Meinung dargelegt. Keine Beleidigungen, nichts. Heute wird aber auch alles auf die Goldwaage gelegt, traurig.

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    • Berner Bär am 12.08.2019 08:43 Report Diesen Beitrag melden

      Er sprach die Realität aus!

      Rassistisch? Wohl eher der Realität entsprechend, wenn man den offiziellen Prognosen der Verdoppelung der Bevölkerung Afrikas auf 2 Milliarden bis 2050 (Studie der Gates-Stiftung) glauben darf.

      • Leon Ramirez am 12.08.2019 09:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

        @Wurgel

        Bahnhof Klatscher. Teddybär Werfer. Realitätsverweigerer dies fällt mit bei diesem Post grad ein.

      • Andi Schlatter am 12.08.2019 12:40 Report Diesen Beitrag melden

        @Wurgel

        Was stimmt denn Ihrer Meinung nach an der Aussage von Berner Bär nicht? Bin gespannt.

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    • Leon Ramirez am 12.08.2019 07:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Verzehnfacht

      Hätte Deutschland die gleiche Geburtenentwicklung wie Afrika in den letzten 50 Jahren Auszuweisen, würden dort nun 700 Millionen Menschen leben. In der Schweiz wären es etwa 70 Millionen man stelle sich dies mal vor. Chaos pur. Man redet aber von Klimawandel usw. diese Bevölkerungs-Entwicklung ist ein riesiger Treiber desselben.

    • Leo67 am 11.08.2019 22:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      die Medien schüren den Hass gegen Tönnies

      Tönnies sprach aus was der Wahrheit entspricht....mann sieht es ja an der flucht von teilen afrikas richtung europa da dort eine Überbevölkerung ist und nicht nur wegen kriegen, woher sie kommt sprach Tönnies aus. Viele von den gleichen leuten die ihn nun verurteilen, sind auch gegen weitere 100tausende aufnahmen von afrikanischen flüchtlingen in deutschland.

    • Fussball Fan am 11.08.2019 21:50 Report Diesen Beitrag melden

      Bravo

      Ein grosses Bravo an die Schalke Fans, die das nicht Tolerieren.