Schlammschlacht

17. März 2011 14:53; Akt: 17.03.2011 15:00 Print

Schlüsselereignis führte zu Magath-Entlassung

Kurz nach seinem Rauswurf hat Felix Magath bei Schalke gekündigt und bringt sich damit für den Abfindungsstreit in Position. Aufsichtsrat-Boss Clemens Tönnies bleibt sachlich.

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Felix Magath pocht auf seine Millionen-Abfindung. (Bild: Keystone)

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Pünktlich um 10 Uhr betraten die Fussballer des FC Schalke 04 am Tag nach der Entlassung von Felix Magath den Trainingsplatz in der Nähe der Veltins-Arena. Angeführt wurden sie von Interims-Trainer Seppo Eichkorn, der auch am Sonntag im Spiel gegen Leverkusen auf der Bank sitzen wird. Nicht dabei waren hingegen Co-Trainer Bernd Hollerbach und Konditions-Trainer Werner Leuthard. Alle drei waren zusammen mit Magath nach Gelsenkirchen gekommen und galten als engste Vertraute des Alleinherrschers. Ihre Zukunft beim FC Schalke ist trotz Magath-unabhängigem Vertrag mehr als in Frage gestellt.

Während die Spieler emsig trainierten, ist der Kampf um die Millionen-Abfindung zwischen Schalke und seinem Ex-Trainer in vollem Gang. Nur kurz nach seiner Entlassung reichte Felix Magath seine Kündigung ein. In Magaths Vertrag soll es eine Klausel geben, die ihm die Abfindung von geschätzten 12 Millionen Euro zusichert, sollte er nach einer Abberufung als Vorstand selbst kündigen. Auf dieses Geld will Magath auf keinen Fall verzichten und hat sich dafür die Unterstützung von Kachelmann-Anwalt Ralf Höcker gesichert.

«Mein Vertrag beinhaltet ein Sonderkündigungsrecht, das ich unter diesen Umständen nutzen konnte», erklärte Magath gegenüber dem «Kicker». «Von einem Schuldeingeständnis bin ich ganz weit entfernt.» Offenbar sieht sich der 57-Jährige als Opfer: «Wenn man einen Mitarbeiter loswerden will, dessen Nase dem Chef nicht mehr passt, werden oft irgendwelche Regelverstösse gesucht, die eine vorzeitige Kündigung rechtfertigen.»

Mannschaft beschwerte sich bei Tönnies

Aufsichtsrat-Boss Clemens Tönnies hingegen sieht die Schuld für den Eklat bei Magath selbst. «Für unsere Entscheidung ist das derzeitige sportliche Ergebnis nicht entscheidend. Ich habe ihn immer unterstützt, auch als wir in der Tabelle auf Platz 15 oder 16 standen. Doch es hat ein Schlüsselereignis gegeben, durch das ich mich um 180 Grad gedreht habe», so Tönnies. Was dieses Schlüsselereignis gewesen ist, wollte er aufgrund des bevorstehenden juristischen Nachspiels allerdings nicht weiter ausführen.

Inzwischen hat sich auch der Schalker Mannschaftsrat zur Entlassung von Magath zu Wort gemeldet. Doch auch dort herrscht keine Einigkeit. Während Manuel Neuer und Benedikt Höwedes erklärten, dass sie sich wegen dem angespannten Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer an Tönnies gewendet hätten, sagte Christoph Mezelder, dass das Team nicht gegen den Trainer opponiert hat. Die Trennung habe ganz andere Gründe. Nur eines scheint auf Schalke mometan sicher: Der Rosenkrieg zwischen Magath und Tönnies wird den Verein noch lange beschäftigen.

(pre)