Wegen «Fall Sion»

17. Dezember 2011 13:50; Akt: 17.12.2011 13:50 Print

Schweizer Nati und dem FCB drohen Sperren

Die Fifa droht dem Schweizerischen Fussballverband mit einer schweren Sanktion. Wird der «Fall Sion» nicht bis 13. Januar im Sinne des Weltverbandes gelöst, wird der SFV bis auf Weiteres suspendiert.

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Der Schweizer Fussball hat seinen grössten Skandal in der Geschichte. Nach seinem Ausraster wird Sion-Präsident Christian Constantin von Sicherheitskräften und Polizei aus dem Innenraum des Cornaredo geführt. «Es hat mir gutgetan», äussert sich CC zur Attacke vor laufender Kamera. Teleclub-Experte , sagte: «Ich stand mit dem Moderator nach der Partie Lugano – Sion am Spielfeldrand. Wir warteten auf unseren Einsatz. Da kam Barthélémy Constantin, der Sohn von Christian Constantin und Sportchef von Sion, und fluchte auf mich ein. Und er hielt mir den Finger unter die Nase und drohte. Dann kam Constantin auf mich losgerannt und schlug mir drei-, viermal ins Gesicht, trat mich ins Füdli und in den Rücken.» Fringer behält sich rechtliche Schritte vor. Der Sion-Präsident geht nach dem Spiel in Lugano wutentbrannt auf den ehemaligen Nationaltrainer und heutigen TV-Experten Rolf Fringer los, schlägt ihm ins Gesicht und verpasst ihm einen Fusstritt. Die TV-Kameras laufen mit. Die Bilder gehen um die Welt. Direkt nach dem Spiel bezichtigte Constantin den Ref der vorsätzlichen Benachteiligung und gab an, ihn zu verklagen. Auf sozialen Netzwerken liess er Videos verbreiten, in denen er Amhof an den Pranger stellte. Der Höhepunkt - Constantin stellte abenteuerliche Thesen auf, weshalb er eine bewusste Verfälschung des Spiels für plausibel hält. Er setzte eine Belohnung von 25 000 Franken für Beweise von kriminellen Machenschaften aus. Constantin aber wurde nicht gesperrt. Die Gründe waren ein ungerechtfertigter Penalty und die damit verbundenen Nachteile (rote Karte gegen den Goalie Vanins und YB-Ausgleich zum 2:2). Der Präsident des FC Sion hatte nach dem 2:3 am Sonntag bei den Young Boys auf beispiellose Art schwere Geschütze gegen den Schiedsrichter Sascha Amhof aufgefahren. Das Regionalgericht Bern-Mittelland lehnt die Klage des FC Sion zur Aufhebung des im Dezember 2011 verfügten Abzugs von 36 Punkten durch den Zentralvorstand des Schweizerischen Fussballverbandes ab. Der Waadtländer Staatsanwalt Eric Cottier stellt das Strafverfahren gegen die Uefa-Spitze ein. Die beiden Funktionäre waren von Sions Präsident Christian Constantin verzeigt worden, weil sich der Verband nicht an die Entscheide des Waadtländer Kantonsgerichts gehalten hatte. Das Berner Obergericht bestätigt den Punktabzug von 36 Zählern für den FC Sion. Damit bleibt das Team in Abstiegsnot. Harter Schlag für Christian Constantin und den FC Sion. Der SFV beschliesst einen Punktabzug von 36 Zählern für die Sittener. Damit mussten sie die Rückrunde als Schlusslicht mit -5 Punkten in Angriff nehmen. Christian Constantin reicht bei der Saatsanwaltschaft Zürich-Limmat eine Strafanzeige gegen das Fifa-Exekutivkomitee ein. Die Begründung: Der FC Sion könne nicht hinnehmen, dass die Nationalmannschaften der Schweiz und Schweizer Klubs von der Fifa als Geiseln genommen werden, um Entscheide durchzusetzen. Dies verstosse gegen Schweizer Prinzipien und erfülle den Tatbestand der Nötigung. Die FIFA macht auch Druck. Wird der «Fall FC Sion» nicht bis am 13. Januar im Sinne des Weltverbandes gelöst, wird der SFV am 14. Januar bis auf Weiteres automatisch suspendiert. Der FC Sion wird nicht in die Europa League reintegriert. So lautet der Entscheid des Sportgerichts CAS in Lausanne. Christian Constantin hatte bereits im Vorfeld angekündigt, in diesem Fall sein Anliegen ans Bundesgericht weiterzuziehen. Klatsche für Christian Constantin und den FC Sion. Das Walliser Kantonsgericht bestätigt die provisorische Spielberechtigung für Sions sechs Neuzugänge nicht. Damit sind die Spieler wieder gesperrt. Constantin gibt sich siegessicher und zieht den Rekurs gegen die Nicht-Qualifikation der sechs Neueinkäufe beim CAS zurück. Das Bezirksgericht Martigny bestätigt mit einer provisorischen Verfügung die Lizenzierung der Sion-Neuzuzüge für die Liga. Die sechs dürfen bis Ende Saison spielen. Das lässt Constantin natürlich nicht auf sich sitzen und klagt erneut. Sion vs. Uefa, wer gewinnt? Doch die Uefa entscheidet noch am gleichen Tag anders: Celtic wird am Donnerstag in Madrid gegen Atletico antreten. Das Zivilgericht Waadt entspricht der Klage von Sion am 13. September. Damit müsste die Uefa den Verein doch wieder zurück in die Europa League lassen. Wenn auch nur superprovisorisch. Ein Zivilgericht weist die Klage von Sion gegen den Ausschluss aus der Europa-League am 8. September ab. Diese rückt damit in weite Ferne. Sion schaltet Celtic Glasgow in den Europa-League-Playoffs aus. Die Schotten protestieren wegen den sechs Spielern und erhalten nach der Auslosung der Gruppenphase recht. Am 1. September schliesst die Uefa Sion vom Wettbewerb aus. Constantin klagt nach der EL-Gruppenphasen-Qualifikation gegen die Uefa und Fifa. Vor allem auf Jérôme Valcke und Gianni Infantino hat er es abgesehen. Constantin setzt sich durch - zumindest vorläufig. Ab der nächsten Partie sind die sechs Spieler spielberechtigt. Doch ein definitiver Entscheid des CAS fällt wohl erst im September. Auch der Rekurs Sions für die Lizenzierung wird abgelehnt. Doch CC erzwingt mit dem Bezirksgericht Martigny eine superprovisorische Spielberechtigung für die sechs Spieler vor dem Match gegen Basel (6.8.11). 15 Minuten vor Spielbeginn sperrt die Disziplinarkommission der Liga die sechs Spieler wieder. Constantin tobt, beschimpft die Funktionäre als «Betrüger und Lügner» und spricht vom «Todesurteil» für Liga-Präsident Thomas Grimm. Die Qualifikations-Kommission (QK) der Liga verweigert die Lizenzen für die Sion-Neuverpflichtungen Mario Mutsch, Gabri, Mohamed Traoré, Pascal Feindouno, Stefan Glarner und Billy Ketkeophompone. CC droht mit Streik, setzt diesen allerdings nicht um. Dafür spielt er nur noch unter Protest. Constantin sammelt TV-Bilder mit Schiri-Fehlern und fordert von der SFL für Spiele mit welscher Beteiligung ausländische Schiedsrichter. Die Liga schmettert die Forderung ab. CC erhält von der Qualifikations-Kommission der Liga die Spielbewilligung für die seit dem Winter 2010 verpflichteten Akteure wie Jonas Elmer, Eva Melo, Steven Deana und Michael Dingsdag. Dies, weil der Internationale Sportgerichthof (CAS) den Wallisern den rechtskräftigen Entscheid der Transfersperre erst nach(!) der aktuellen Transferperiode zugestellt habe. Constantin suspendiert Serey Die angeblich wegen einem Wettskandal. Auch Aleksandar Prijovic und Antonio Dos Santos wurden aufgrund von «schwerwiegendem Verhalten» suspendiert. Constantin baut eine Bisquit-Fabrik in ein Leistungszentrum um und absolviert unter militärischen Bedingungen ein Trainingslager. Uli Stielike ist ein weiteres Traineropfer unter Constantin und CC übernimmt gleich selbst. CC wollte im Ali Sami Yen in Istanbul Gasdetektoren, weil er Racheakte befürchtete. Constantin und sein Generaldirektor Massimo haben sich mit einer geplanten Rasenheizung vertan. CC stieg gleich wieder in die Super League auf und gewann als erster unterklassiger Verein den Cup. Constantin baut sein Hotel in Martigny um und richtet darin ein luxuriöses Trainingscenter ein. Nach dem Cupspiel in Kriens soll CC auf Schieds- und Linienrichter losgegangen sein und ein langer Gerichtsstreit begann. CC gewinnt zwei Prozesse und am 14. Spieltag greift Sion wieder ins Geschehen ein. Constantin kehrt zurück, finanziert ein Profikader aus eigener Tasche und versucht sich in die Challenge League zurückzuklagen. Sion wird vom Fussballverband in die 1. Liga zwangsrelegiert und Talente wie Leoni und Morganella verlassen Sion. Der Streit zwischen Constantin und Sions Stadtpräsident Mudry eskaliert. Der Stapi hält den Verein jedoch am Leben. Ohne Constantin steigen die Walliser in die NLB ab. Constantin tritt unter Druck ab. Er soll den FC Sion finanziell ruiniert haben. CC lässt im Uefa Cup auswärts das Tor von Spartak Moskau messen. Es war zu klein und es kam zu einem Wiederholungsspiel. Constantin kauft Stars und will in die Champions League - scheitert aber mit seinem Plan. CC holt drei Cupsiege in Serie und 1997 sogar das Double. Constantin gründet ein Internat und bringt Spieler wie Wicky und Grichting gross heraus. Jean-Paul Brigger ist das erste Traineropfer unter Constantin. CC wird mit 35 Jahren jüngster Präsident eines NLA-Vereins. Constantin gründet eine AG und rettet den finanziell angeschlagenen FC Sion.

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Fehler gesehen?

Der Schweizerische Fussballverband und sein Präsident Peter Gilliéron vernahmen die unerfreuliche Kunde am Samstag vom Kongress der Fifa im fernen Tokio. Die Fifa verlangt explizit, dass sämtliche Partien des FC Sion, in denen einer oder mehrere der sechs neuverpflichteten Spieler eingesetzt wurden, mit Forfait-Niederlagen gewertet werden.

Sollte die angedrohte Sperre gegen SFV ab dem 14. Januar Tatsache werden, entstünde nicht nur für die Nationalmannschaft und die weiteren Auswahl-Teams des SFV ein Schaden, sondern auch für jeden einzelnen Klub, der sich mit ausländischen Vereinen messen möchte.

FCB und Nati in der Klemme

Unmittelbar bedroht wären beispielsweise die für den 22. Februar und den 13. März geplanten Auftritte des FC Basel in der Champions League gegen Bayern München. In einer ersten Reaktion sprach Bernhard Heusler, Vizepräsident des FCB, von einer «unangenehmen Situation», in die sein Verein ohne eigenes Verschulden geraten sei.

Heusler brauchte den Vergleich mit einem Autopassagier, der keinen Einfluss auf die Fahrt nehmen könne und das erste Unfallopfer werde. Der FC Basel dürfte wie alle übrigen Schweizer Klubs während der Suspension auch keine Freundschafts- und Testspiele gegen ausländische Mannschaften bestreiten. Für die Nationalmannschaft wäre zuerst das auf den 29. Februar angesetzte Länderspiel gegen Argentinien betroffen.

Punkte-Abzug für Sion?

An einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz im Haus des Fussballs in Muri bei Bern konnte Präsident Peter Gilliéron noch nicht definitiv aufzeigen, wie der SFV nun vorgehen werde. Gilliéron hält es aber für unrealistisch, dass Sion nun doch mit Forfait-Niederlagen bestraft werde. Eher komme ein Punkte-Abzug in Frage. Gilliéron glaubt, dass der Wille der Fifa damit möglicherweise erfüllt werden könnte. Dieser Ansicht ist auch Robert Breiter, Jurist der SFV.

Gilliéron hält es für probat und wahrscheinlich, dass der SFV vor das internationale Sportgericht CAS in Lausanne gelangen werde. «In jedem Fall werden wir alles daran setzen, die Situation zu bereinigen.» Es gelte nun, in nächster Zeit die «vielen komplexen juristischen Fragen» zu klären.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fc Basler am 17.12.2011 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Bayern Spiel!!!???

    Ich komm nicht ganz draus um was es geht. Aber es tönt nicht gut für das Bayern Spiel! Was muss jetzt passieren, dass der SFV nicht ausgeschlossen wird?

  • Stuwe Wittwer am 17.12.2011 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch cc egal

    Glaube das ist dem cc doch egal..betrifft ja den fc sion nicht direkt..keine nati-spieler und auch kein champions league spiel.der wird munter weiter machen (dürfen)..

  • Johan Nestieg am 17.12.2011 12:04 Report Diesen Beitrag melden

    Eier sollten nicht mit Steinen streiten

    Natürlich sollte Sion das Recht haben, zu rekurrieren, wenn man mit einer Entscheidung nicht einverstanden ist. Trotzdem ist nun aber klar: es ist wie die FIFA sagt. Jeder Widerstand vergrössert die Farce nur noch.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Markus Meier am 19.12.2011 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    (Ohn-) Macht der Fifa

    FIFA und UEFA sind bereits nach Kartellrecht heikle Institutionen. Das Verhalten der FIFA lässt sich ohne Weiteres mit dem gesetzlich verbotenen "Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung, KG 7 I" vergleichen. Es fehlt bei beiden Institutionen entschieden an einer externen Überwachung ("checks and balances"). Die statutarisch verlangte Nichtbeachtung ziviler Gerichte ist grundsätzlich fraglich, wobei die Schiedsgerichte in der Schweiz wohl zu den sichersten gehören dürften, was die Einhaltung verfahrensrechtlicher Garantien betrifft.

  • Fabian390N am 18.12.2011 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Problem mit FiFa & CC

    Kollektiv Strafe! Bravo FIFA! Genau deswegen lässt sich CC nicht in eine Pfanne hauen. (Einige Aktionen sind Fragwürdig)Die FIFA Schockiert mich! Pfui!!! Blatter und CC sollten sich beide verziehen, zwei neue Präsidenten sollten her. Sion selber, oder das Wallis ist eigentlich nicht das Problem. Hoffe einige Leute sehen das mal ein. Nicht alle Walliser, sind CC Sympatisanten!!!

  • Simon weisfluh am 18.12.2011 03:37 Report Diesen Beitrag melden

    FIFA weg !

    Die Schweiz sollte die FIFA ein Brief schreiben dass falls sie Schweizer Gerichtsbarkeit nicht respektieren, sie Zeit bis 31. Dezember haben das Land zu verlassen oder dass sie ab 1. Januar voll besteuert werden.

    • Zuschauer am 19.12.2011 14:43 Report Diesen Beitrag melden

      Verstehe nix von Fussball,....

      ...aber der Kommentar ist der Hammer :D!

    einklappen einklappen
  • R. Koller am 17.12.2011 22:45 Report Diesen Beitrag melden

    Ausschaffung!

    Sofort die FIFA ausschaffen, subito!

  • Kudi am 17.12.2011 21:49 Report Diesen Beitrag melden

    Ausschluss

    Schliesst den FCS aus!