Inzaghi sagt ciao

14. Mai 2012 17:07; Akt: 21.02.2013 12:48 Print

Sein Revier war der Strafraum

von Alexandra Stäuble - Filippo Inzaghi, kaltschnäuziger Strafraumstürmer und Schwalbenkönig, hat genug. Eine äusserst erfolgreiche und stets an der Grenze des Erlaubten geführte Karriere geht zu Ende.

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Das letzte Spiel von Inzaghi.

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«Ich verlasse den Klub, weil der Moment dafür gekommen ist. Danke Milan, danke Fussball», liess Filippo Inzaghi vergangenen Freitag auf der Website der AC Milan verlauten. Milans Schwalbenkönig und Torjäger vom Dienst kehrt dem Profifussball den Rücken. Dabei glänzte Inzaghi während seinen 17 Profijahren nie wirklich - ausser es ging um Tore. Der bald 39-Jährige lauerte meist faul im gegnerischen Strafraum und schob dann ein, wenn es nötig war. Dabei stand er so oft im Abseits wie kaum ein anderer.

Die Karriere von Inzaghi schien bereits im November 2010 zu Ende zu gehen. Der Stürmer, der 2001 für 37 Millionen Euro von Juventus Turin kam, erlitt einen Kreuzbandriss sowie einen Meniskusschaden im linken Knie. Mit 38 Jahren. Ein halbes Jahr später unterbreitete Milan seinem «Oldie» etwas überraschend einen neuen Einjahresvertrag. Während seiner Abschiedssaison kam er aber nur noch sporadisch zum Einsatz. Erst, als er sich das rotschwarz gestreifte Trikot ein allerletztes Mal überstreifte, machte er endlich wieder das, was er in den vergangenen elf Jahren so oft getan hat: Er schoss Milan zum Sieg.

«Zum Laufen sind andere da»

Inzaghi hat während seiner Zeit bei den Rossoneri beinahe alles gewonnen, was es im Fussball zu gewinnen gibt: Zweimal die Champions League, zweimal den Scudetto sowie einmal den nationalen Cup. Zudem holte er sich 2006 mit Italien den WM-Titel.

«Mein Revier ist der Strafraum, zum Laufen sind andere da», sagte Inzaghi einst. In der Tat: Er stand stets da – an der Grenze zum Abseits natürlich – und wartete. Während 90 Minuten fiel er kaum auf, ausser es ertönte ein Pfiff, weil der faule Stürmer mal wieder zu weit vorne stand. Alex Ferguson vermutete einst, Inzaghi sei «im Abseits geboren». Seit seinem Serie-A-Debüt bei Parma 1995 hat er diese Spielweise perfektioniert. Während den elf Jahren in Mailand netzte er so 125 Mal ein. Aber nicht nur sein unglaublicher Torriecher liess die gegnerischen Abwehrreihen vor Ehrfurcht erstarren. Im Strafraum mussten diese stets darauf achten, dass nicht zu tief ausgeatmet wurde, wenn Inzaghi in der Nähe war. Denn er beherrschte es wie kein anderer, schon bei einem zarten Hauch zu Boden zu fallen.

So konnte er auch im Champions-League-Spiel gegen Real Madrid in der Saison 20010/2011 auf die Unterstützung des Linienrichters zählen. In der 60. Minute eingewechselt, drehte er die Partie mit zwei Treffern in der 68. und 78. Minute. Das zweite Tor war typisch Inzaghi. Der Stürmer traf aus einer klaren Abseitsposition heraus und sicherte Milan einen Punkt gegen die scheinbar übermächtigen Madrilenen.

In der Champions League trifft Pippo besonders gut

Der geborene Strafraumstürmer fühlte sich ausserhalb der Serie A besonders wohl. In allen Uefa-Vereinswettbewerben erzielte er 70 Tore – 50 davon in der Champions League. Nur ein Spieler hat mehr getroffen in der Königsklasse: Raúl. Der 34-jährige Spanier kam während seiner Zeit bei Real Madrid (1994-2010) und Schalke 04 (2010-2012) bei insgesamt 144 CL-Einsätzen auf 71 Treffer.

Auch der FC Liverpool musste 2007 schmerzhaft erfahren, wie grausam Superpippo ist. Wiederum hatte der Stürmer grosses Glück, dass sein 2:0 im CL-Final in Istanbul zählte. Das Tor war ebenfalls von der Marke «halblegal». Nach einem perfekten Zuspiel von Kaká startete Inzaghi aus äusserst abseitsverdächtiger Position, liess Reina mit einer Täuschung stehen und schob ein. Der schmächtige Mann aus Piacenza sicherte dem Berlusconi-Klub den siebten Titel der Vereinsgeschichte und nahm sogleich Revanche an Liverpool, das Milan im CL-Finale von 2005 besiegte. Damals war Pippo nicht mit von der Partie.

Die Reds kamen gleich doppelt in den Geuss von Inzaghis Können, denn auch das 1:0 konnte er sich gutschreiben lassen. In seiner kuriosen und einzigartigen Art und Weise schlich er sich bei einem Freistoss von Teamkollege Andrea Pirlo hinter die gegnerische Mauer. Einfach so – so sah es zumindest aus - lief er in den Freistoss hinein und lenkte den Ball so ab, dass Liverpools Keeper Pepe Reina geschlagen war. Dies sei mit voller Absicht geschehen, sagte der Stürmer nach der Partie. Typisch Inzaghi: Lange war nichts von ihm zu sehen, doch am Ende traf er aus seiner Unsichtbarkeit heraus doppelt.
Im CL-Finale gegen Liverpool schiesst Inzaghi ein seltsames Tor mit der Brust.(Video: YouTube/MegaKwanzaa)
Filippo Inzaghi trifft beim CL-Spiel gegen Real Madrid aus einer klaren Abseitsposition heraus.(Video: YouTube/LETOroma)
Ein Best-of von Filippo Inzaghis Karriere (Video: YouTube/Boy3in7Girl)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Silie am 14.05.2012 17:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ich wünsche

    Pippo einen guten Flug in die Pension... der einzige der zur Zeit mehr fliegt als Pippo in seinen besten Tagen ist Drogba.

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  • Pippo Mio am 15.05.2012 11:44 Report Diesen Beitrag melden

    Legende

    Auch der Beitragverfasser hat wenig Ahnung Pippo als faul zu bezeichnen... so ein Schwachsinn.. Im Fernsehen siehts vielleicht so aus. Die stärke von Pippo war es sich im richtigen Moment vom Verteidiger zu lösen. Wenn es so leicht wäre nur vorne rumzustehen und zu warten, wären wir jetzt alle Fussballprofis. Zudem hat er immer grossen Einsatz gezeigt, er hat das Stadion elektrisiert. Würden sich die heutigen jungen Spieler nur halb so viel mühe geben wie Pippo (z.B Pato) könnten wir mehr solche Legenden bewundern. Und hätte sich Pippo im letzten Jahr nicht verletzt, wäre er jetzt nr. 1 in eu.

  • Roman Zwahlen am 14.05.2012 23:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Byebye

    Endlich dieser schwalbenkönig....wurde auch zeit

Die neusten Leser-Kommentare

  • Chris Hill am 15.05.2012 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    Sein Revier war das Abseits

    Pippo ist im Abseits geboren (Zitat A.F. Trainer M.Utd)

  • Oli Camenzi am 15.05.2012 14:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach der knipser

    Kein fan von pippo und auch kein fan vom italienischem fussball. Aber tiefen respekt für diese tormaschine pippo. Er war der knipser schlecht hin stand einfach immer richtig. Es ist unmöglich das all diese pässe so genau ankahmen no. Pippo stand einfach immer richtig. Gibt wenige die so einen torricher haben. Glaube falcao könnte mal so einer werden oder besser

  • Pippo Mio am 15.05.2012 11:44 Report Diesen Beitrag melden

    Legende

    Auch der Beitragverfasser hat wenig Ahnung Pippo als faul zu bezeichnen... so ein Schwachsinn.. Im Fernsehen siehts vielleicht so aus. Die stärke von Pippo war es sich im richtigen Moment vom Verteidiger zu lösen. Wenn es so leicht wäre nur vorne rumzustehen und zu warten, wären wir jetzt alle Fussballprofis. Zudem hat er immer grossen Einsatz gezeigt, er hat das Stadion elektrisiert. Würden sich die heutigen jungen Spieler nur halb so viel mühe geben wie Pippo (z.B Pato) könnten wir mehr solche Legenden bewundern. Und hätte sich Pippo im letzten Jahr nicht verletzt, wäre er jetzt nr. 1 in eu.

  • Hans Ueli am 15.05.2012 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Forza Pippo

    All diejenigen, welche Pipo schlecht reden, haben keine Ahnung... Im Fussball zählen (für einen Stürmer) nur Tore. EGAL wie diese zustande kamen. Und er hat Tore gemacht. Er hat wichtige Tore gemacht. Mourinho sagte einmal: Milan kann sechs, sieben Stürmer aufstellen. Entscheidend ist, ob Inzaghi spielt. Er ist eine echte Gefahr

  • thomtackle am 15.05.2012 08:46 Report Diesen Beitrag melden

    Schummler

    Danke dass Du nie mehr auf die Fussballfelder zurückkommst. Der grösste Schummler und Schwalbenkönig aller Zeit geht. Endlich!

    • backslash am 15.05.2012 09:47 Report Diesen Beitrag melden

      jeder schummelt

      jeder spieler schummelt ;) einige etwas mehr aber jeder tuts^^

    • Pippo Mio am 15.05.2012 11:47 Report Diesen Beitrag melden

      der Grösste

      Du hast keine Ahnung. Pippo war einer der grössten Angreiffer aller Zeiten.. Die puure Tormaschine. Ich zähle mehr Tore als du Schwalben zählst die zu einem Tor geführt haben. und falls der Schiri ein Abseits übersieht hat Pippo auch keine Schuld daran.

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