Bizarre Entlassung

19. November 2019 14:13; Akt: 19.11.2019 14:54 Print

Trainer gefeuert, weil sein Team 27:0 gewinnt

Dieser Jubel hielt nicht lange an: Ein italienischer Nachwuchscoach war überrascht, als er plötzlich seinen Job los war.

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In einem italienischen Juniorenspiel fielen 27 Treffer. (Bild: Getty Images)

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Massimiliano Riccini dürfte seinen Ohren nicht getraut haben, als er von seiner Entlassung erfuhr. Der Nachwuchstrainer des italienischen Fussballclubs ASD Invictasauro hatte mit seinem Team gegen Marina Calcio einen 27:0-Sieg gefeiert. Was für andere ein Grund des Jubels und Zeichen der guten Qualität im eigenen Nachwuchs ist, war für Präsident Paolo Brogelli Grund genug, seinen Coach zu feuern.

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Anstatt sich über den Kantersieg, die unangefochtene Position an der Tabellenspitze und die Leistung seines Stürmers, der siebenmal traf, zu freuen, war Brogelli wütend. In einer Pressemitteilung erklärte er seinen Unmut und seinen Entscheid. Demnach sei bei ihm der Eindruck entstanden, die Junioren hätten ihrem Gegner nicht den nötigen Respekt entgegengebracht. «Die Trainer müssen den Spielern auch den Respekt gegenüber den Gegenspielern beibringen. Das war in diesem Match nicht der Fall», so Brogelli. Er habe mit Bedauern und Staunen den Ausgang der Partie registriert: «Unsere Trainer haben nicht in erster Linie die Aufgabe, die Spieler zu trainieren, sondern die Jugendlichen zu erziehen.»

Erziehung im College-Football

In anderen Sportarten ist genau diese Erziehung reglementarisch festgelegt. So muss sich im American Football auf Highschool-Stufe ein Trainer vor einem Komitee erklären, wenn sein Team mit mehr als 42 Punkten Vorsprung gewinnt.

Diese Regel wurde unlängst Robert Shaver zum Verhängnis, der mit seinem Team, den Red Devils, wiederholt zu hoch gewonnen hatte. 61:13, 49:7 oder 42:0 lauteten die Resultate. Vielleicht wollte sich Brogelli diesen Fall als Beispiel nehmen und seinen Coach und dessen Junioren zu respektvollem Umgang mit dem Gegner erziehen.

Riccini liess die Vorwürfe nicht auf sich sitzen. «Keiner von uns hat darüber nachgedacht, den Gegner zu demütigen oder lächerlich zu machen», sagte er italienischen Medien. Im Übrigen halte er es nicht für respektlos, in einem Spiel von U-18-Jährigen 27 Tore zu erzielen.

Fussball

(erh)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fritz Gerber am 19.11.2019 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    Erfolg ja, aber nicht zuviel davon

    Das ist ja wohl der Witz des Tages. Ihr dürft gewinnen, aber nicht zu hoch, da es sonst respektlos ist. Selten so gelacht...

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  • Tomson1994 am 19.11.2019 14:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verweichlicht

    Seit wann ist das bitte ein Problem? Von Niederlagen lernt man meist mehr... wenn diese auch noch verfälscht werden müssen, ja dann.... die Erwachsenenwelt ist kein kunterbunter Ponyhof

  • caroline yg am 19.11.2019 14:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hahaha

    ist ja ein Witz. da muss der schweizer Trainer aufpassen...6:1 gestern ist ja demütig gegenüber den Gegner..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Röby am 25.11.2019 14:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    speziel

    Na ja eine Ansicht des Chefs ! Egal Richtig oder Falsch Es ist seine Entscheidung die man sicher auch anders vorgestellt hat.

  • Rene Baron am 20.11.2019 20:41 Report Diesen Beitrag melden

    Ausbildung kommt vor dem Ego-Trip

    Sinnvoller wäre es gewesen, der Trainer hätte einen seiner Spieler der anderen Mannschaft ausgeliehen, damit diese in Ueberzahl spielen. Dann hätte man auf beiden Seiten mehr gelernt und man hätte sich garantiert mehr angestrengt und trotzdem Spass gehabt. Aber ja - wenn man die Kommentare hier liest, ist Fussball bei Vielen halt immer noch ein primitiver Ego-Trip, statt kollaborativer Teamsport und Charakterschule auf Augenhöhe.

  • Dismas am 20.11.2019 18:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht zu ernst nehmen

    Die bessere Mannschaft kann doch nichts dafür, wenn der Gegner dermassen schwach ist. Wahrscheinlich hätte das Siegerteam mindestens ein Dutzend 100% Torchancen absichtlich vergeben müssen, indem sie sich für jeden offensichtlich absichtlich verstolpern, den Ball extra weit neben oder über das Tor schiessen, etc. Das wäre aber dann eine Verhöhnung des Gegners gewesen. "Seht mal, wir gewinnen gegen euch immer noch zweistellig, obschon wir ein Dutzend 100% Chancen tölpelhaft absichtlich versieben." Das ist nur ein Problem, wenn man den Fussball auf Amateurebene zu ernst nimmt.

  • R. Stebler am 20.11.2019 18:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsportlich

    So geht es auch im Schweizer Cup. Super Liga gegen einen 3 Liga Verein, 12zu Null gewinnen , grossartig, man gönnt dem kleinen nicht mal ein Törchen. Traurig so was, dabei ist es immer ein Volksfest für alle, lasst die Unterklasseigen auch Leben und sich freuen, wenn sie 2oder 3 Tore schiessen können.

  • Fausto F am 20.11.2019 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Frage der Mentalität

    Als D-Junior für den FC Unterstrass, wir besiegten Rümlang mit 18:0 und selbst als Verteidiger schoss ich 2 Tore. Die Freude war immens. Aber mein Vater (Süditaliener) schüttelte den Kopf und sagte, wir seien schlechte Sieger. Nicht einmal einen Ehrentreffer hätten wir sie schiessen lassen. Er lehrte mich, dass es niederträchtig sei so hoch zu gewinnen und verglich diese Art zu spielen mit dem Einprügeln auf jemanden, der schon am Boden liegt. - Mein Vater war halt Boxer und hatte ein sehr feines Gespür für allerlei Regeln der Ritterlichkeit und Ehre, ihm gefiel Fussball überhaupt nicht.