Rückkehr

03. Juni 2011 17:42; Akt: 03.06.2011 17:42 Print

Senderos' Leidenszeit ist vorbei

von Peter Berger, London - Nach fast einem Jahr Verletzungspause kehrt Philippe Senderos in die Nati zurück. Für das Spiel in England ist der Genfer besonders motiviert.

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Philippe Senderos meldet sich in der Nati zurück. (Bild: Keystone)

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Lange musste Philippe Senderos auf sein 42. Länderspiel warten. Nun ist es so weit. «Dass ich ausgerechnet gegen England wieder in die Nationalmannschaft zurückkehre, ist natürlich speziell und bedeutet für mich eine grosse Freude.» Denn der Innenverteidiger spielt ja normalerweise auf der Insel in der Premier League. Seit einem Jahr ist er bei Fulham unter Vertrag. Doch zuletzt war beim 26-jährigen Genfer eben nicht viel normal. An der WM 2010 verletzte er sich im Startspiel gegen Spanien schon nach 23 Minuten und einem unglücklichen Zusammenstoss mit Teamkollege Stephan Lichtsteiner am Sprunggelenk. Als er sich nach dem Malheur im Sommer bei seinem neuen Arbeitgeber wieder fit meldete, riss im August kurz vor dem Saisonstart die Achillessehne. Die Leidenszeit dauerte – erst am 30. April 2011 gab er für Fulham seinen Einstand. «Drei Partien habe ich in der Premier League noch absolviert. Für mich kam deshalb das Saisonende zu früh.» Aber Senderos betont: «Dass ich gespielt habe, beweist, dass ich fit bin.»

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Jetzt kehrt der vermisste Abwehrchef nach einjähriger Abstinenz erstmals wieder in die SFV-Auswahl zurück. Und bei seinem Comeback kommt es gleich zu einer Premiere. «Ich werde erstmals in der Nati in einem Ernstkampf von Beginn weg mit Johan Djourou verteidigen.» Die beiden Genfer hatten 2003 zu Arsenal gewechselt. Bei den «Gunners» sind die Freunde schon mehrmals zusammen in der Innenverteidigung aufgelaufen. «Aber in der Nati hat das wegen Verletzungen lange gedauert.» Doch Senderos will die Premiere nicht überbewerten: «Wichtig ist, dass wir für die Mannschaft etwas Positives beitragen.» Viel lieber spricht der in der Öffentlichkeit zurückhaltend und ernst wirkende Sohn eines Spaniers und einer Serbin über das Team als über sich. «Ich spüre einen frischen Wind in der Equipe.» Dass Ottmar Hitzfeld mit dem Einbau der neuen Generation auch gleich das Spielsystem wechselt, ist für Senderos zweitrangig. «Ob 4-4-2, 4-5-1 oder 4-2-3-1 ist kein grosser Unterschied. Die Mentalität, mit der man auf den Platz geht, ist entscheidend.» Damit spricht Senderos dem Trainer aus dem Herzen.

Senderos weiss auch, wie die Engländer zu bezwingen sind. «Mit Sicherheit wird es für uns ein ganz schwieriges Spiel. England ist auf jeden Fall klarer Favorit. Aber wir haben schon manche Mannschaften überrascht. Bei Standard-Situationen haben die Engländer Probleme. Wir müssen deshalb die stehenden Bälle als Waffe einsetzen.» Ein Sieg würde ihm den Abschluss seines schwierigen Jahres versüssen. Bei diesem Gedanken huscht ihm sogar ein kurzes Lächeln übers Gesicht.