Axpo Super League

18. Mai 2012 19:15; Akt: 20.05.2012 18:53 Print

Servette und YB lösen Europa-League-Ticket

Der FC Basel verliert gegen Servette 1:2 und verhilft den Genfern damit zu einem Europa-League-Platz. Die Young Boys besiegen Sion 3:0 und spielen somit nächste Saison auch europäisch.

Bildstrecke im Grossformat »

Die besten Bilder der 35. Runde der ASL.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die lange Erfolgsserie des FC Basel ist zu Ende. Nach 26 Spielen ohne Niederlage verliert der Meister erstmals seit Ende August 2011 wieder. Erster FCB-Bezwinger seit Luzern ist Servette. Die Genfer bezwangen Basel vor der Rekordkulisse von über 21'000 Zuschauern verdientermassen 2:1 und sicherten sich damit den vierten Rang in der Axpo Super League. Der Aufsteiger, dessen Pensum von 34 Runden abgeschlossen ist, darf damit in der kommenden Saison in der zweiten Qualifikationsrunde zur Europa League antreten. Den entscheidenden Treffer erzielte der Brasilianer Eudis fünf Minuten vor Schluss. Er verwertete mit letztem Einsatz die Flanke des formstarken Ishmael Yartey. Der konstant gut spielende Ghanaer, der unlängst erstmals für das Nationalteam seines Heimatalnds aufgeboten wurde, hatte Servette nach 13 Minuten mit seinem achten Saisontreffer in Führung gebracht.

Basels Trainer Heiko Vogel nahm nach dem gewonnenen Cupfinal gegen Luzern am letzten Mittwoch gleich acht Änderungen in der Startaufstellung (nur Sommer, Park und Stocker spielten von Beginn weg) vor. Die zweite Garnitur erarbeitete sich im Stade de Genève nicht genügend Chancen, um das Ende des langen Laufs mit positiven Ergebnissen abzuwenden. Einziges Erfolgserlebnis für den FCB, der fast eine Halbzeit lang in Unterzahl (gelb-rot gegen Kusunga) spielen musste, blieb der zwischenzeitliche Ausgleich durch Jacques Zoua.

Auch YB spielt europäisch

Das Comeback von Vladimir Petkovic als Sion-Trainer ausgerechnet bei den Young Boys missglückt gründlich. Die Berner schlagen die Walliser 3:0 und sind definitiv in der Europa-League-Ausscheidung. Petkovic bezeichnete bei seinem Amtsantritt diese Partie in Bern als einzige Möglichkeit für ihn, seine Mannschaft vor der heissen Barrage näher kennenzulernen. Am Mittwoch im letzten Spiel gegen Luzern will er einige Stammspieler nicht einsetzen, um deren Kräfte für das drei Tage später stattfindende Playoff-Hinspiel zu schonen. Doch die Walliser schienen bereits in Bern allesamt völlig entkräftet.

Die Niederlage im Stade de Suisse fiel deutlich aus. Alexander Farnerud (31.), Raúl Bobadilla (61.) und Youngster Michael Frey mit seinem ersten ASL-Treffer (91.) erzielten die Tore für die Berner in regelmässigen Abständen und sicherten sich damit definitiv die Qualifikation für die Europa League und zumindest den 3. Schlussrang. Gewinnen die Berner am Mittwoch auch in Basel und verliert das zweitplatzierte Luzern in Sion, dann könnte YB noch auf Platz 2 vorrücken, was gleichbedeutend mit einem späteren Eingreifen in den Europacup wäre.

Den Berner kam beim klaren Sieg auch entgegen, dass Goran Obradovic in der 58. Minute nach einem Hands mit Gelb-Rot vom Platz musste. Drei Minuten später fiel das 2:0 für YB und damit war auch die letzte Gegenwehr der Walliser erloschen.

Das Zürcher Derby geht an den FCZ

Die Grasshoppers laufen Gefahr, die Saison mit einer langen Serie von negativen Ergebnissen und Erlebnissen abzuschliessen. Sie verlieren in der vorletzten Runde auch das Derby gegen den FCZ. Seit nunmehr neun Partien sind die Grasshoppers sieglos, die 0:1-Niederlage im 228. Stadtvergleich war die vierte in Serie. Unter dem neuen Trainer Uli Forte gab es in sechs Spielen trotz teils ansehnlicher Leistungen erst zwei Punkte. Auch jene gegen den FC Zürich war nicht schlecht, doch zum Verhängnis wurde GC abermals die miserable Chancenauswertung. Wer einen Penalty (Steven Zuber) und auch den Nachschuss (Frank Feltscher) nicht verwertet, darf sich am Ende nicht wundern, wenn er mit leeren Händen da steht.

Die Figuren der Partie aus Sicht des FCZ waren zwei Youngsters. Den einzigen Treffer vor 11'200 Fans erzielte Berat Djimsiti. Der 19-jährige Innenverteidiger, der in seinem zweiten ASL-Einsatz erstmals von Beginn weg spielte, profitierte nach einer Flanke vom Fehlgriff von GC-Goalie Roman Bürki. Für den zweiten Aufreger in der überschaubar interessanten zweiten Halbzeit sorgte Loris Benito. Der kurz vor Schluss eingewechselte Debütant beging im eigenen Strafraum ein Hands. Letztlich blieb der Penalty aber ohne Folgen. Dies, weil Goalie Andrea Guatelli mit der Parade gegen Zuber Werbung in eigener Sache für die kommende Saison betrieb.

Thun verpasst Europa League trotz Sieg

Cupfinalist Luzern hätte gegen Thun klar gewinnen müssen. Thun siegt jedoch dank einem Kontertor von Angelo Schirinzi. Dennoch dürfen die Berner nicht mehr auf eine Europacup-Teilnahme hoffen. Schirinzi tauchte nach einer schönen Spielverlagerung plötzlich alleine vor FCL-Goalie David Zibung auf und traf eiskalt zur 1:0-Führung.

Die Thuner können sich vor allem bei ihrem Goalie David Da Costa bedanken, dass sie nicht bereits zur Pause klar geschlagen waren. Ihr Schlussmann parierte erfolgreich Abschlussmöglichkeiten von Florian Stahel (10.) und Moshe Ohayon (11.), zudem vergaben Daniel Gygax (24.), Xavier Hochstrasser (27.) und nochmals Ohayon (29.) weitere gute Chancen für den FC Luzern. Auf der anderen Seite parierte auch David Zibung gute Möglichkeiten von Mathieu Salamand (27.) und Stipe Matic (45.).

Nach dem Seitenwechsel ging es im gleichen Stil weiter. Gygax (47./48./50./69./79.) alleine hätte eine Handvoll Tore erzielen können oder gar müssen. Zudem versagten auch die Nerven von Hochstrasser (50.), Hekuran Kryeziu (52.) und Jahmir Hyka (53.), als es darum ging, den Ball im Thuner Tor unterzubringen.

Am Ende jedoch jubelten die Gäste, aber nur, bis sie die Kunde aus Genf erhielten, wo Servette seine Partie gegen Meister Basel gewann und sich damit die Europa-League-Qualifikation sicherte.

Servette - Basel 2:1 (1:0)
Stade de Genève. - 21'821 Zuschauer (Saisonrekord). - SR Ouschan (Ö).
Tore: 12. Yartey 1:0. 62. Zoua (Corner Andrist) 1:1. 85. Eudis (Flanke Yartey) 2:1.
Servette: Gonzalez; Routis (66. Karanovic), Roderick, Schneider, Moubandje; Kouassi, Nater (69. Pizzinat); Rüfli, De Azevedo (77. Moutinho), Yartey; Eudis.
Basel: Sommer; Degen, Kovac, Kusunga, Park; Cabral, Yapi; Andrist (70. Shaqiri), Fabian Frei (86. Alex Frei), Stocker (75. Streller); Zoua.
Bemerkungen: Servette ohne Baumann, Diallo, Esteban, Saleiro (alle verletzt) sowie Trainer João und Assistent Carlos Alves (gesperrt), Basel ohne Ajeti, Chipperfield, Colomba, Jevtic und Voser (alle verletzt). 51. Rote Karte gegen Kusunga (Notbremse-Foul). Verwarnungen: 22. Kusunga. 67. De Azevedo. 77. Degen (alle wegen Fouls). 78. Moubandje (Unsportlichkeit). 90. Streller. 91. Rüfli (beide wegen Fouls).

Young Boys - Sion 3:0 (1:0)
Stade de Suisse. - 18'411 Zuschauer. - SR Amhof.
Tore: 31. Farnerud (Hereingabe Bobadilla) 1:0. 62. Bobadilla (Hereingabe Zverotic) 2:0. 91. Frey (Mayuka) 3:0.
Young Boys: Wölfli; Zverotic, Nef, Veskovac, Lecjaks; Spycher; Mayuka, Costanzo (81. Nuzzolo), Farnerud, Simpson (69. Raimondi); Bobadilla (87. Frey).
Sion: Vanins; Vanczak, Adailton, Dingsdag, Bühler; Obradovic, Basha (46. Yoda), Rodrigo, Crettenand; Ianu (62. Margairaz), Mrdja (69. Wüthrich)
Bemerkungen: YB ohne Silberbauer, Vitkieviez (beide verletzt), Ben Khalifa, Degen, Martinez und Mveng (alle nicht im Aufgebot). Sion ohne Serey Die (gesperrt), Gonçalves (verletzt), Danilo, Mutsch und Tréand (alle nicht im Aufgebot). Gelb-Rot: 58. Obradovic (Hands). Verwarnungen: 25. Mrdja (Foul), 29. Obradovic (Foul), 54. Rodrigo (Foul), 75. Spycher (Foul), 78. Nef (Foul).

Grasshoppers - Zürich 0:1 (0:0)
Letzigrund. - 11'200 Zuschauer. - SR Klossner.
Tor: 75. Djimsiti (Raphael Koch) 0:1.
Grasshoppers: Bürki; Xhaka (78. Mustafi), Lang, La Rocca, Bauer; Abrashi, Toko (51. Landeka); Callà (68. Hajrovic), Paiva, Zuber; Feltscher.
Zürich: Guatelli; Sutter (81. Benito), Raphael Koch, Djimsiti, Magnin (71. Brunner); Pedro Henrique (64. Nikci), Buff, Kukuruzovic, Glarner; Schönbächler; Drmic.
Bemerkungen: Grasshoppers ohne Adili, Cabanas, Hossmann, Coulibaly, Smiljanic, Pavlovic und De Ridder, Zürich ohne Aegerter, Barmettler, Béda, Chikhaoui, Gajic, Philippe Koch, Leoni, Ramazotti, Teixeira, Zouaghi (alle verletzt), Chermiti und Kajevic (beide gesperrt). 76. Tor von Hajrovic aberkannt (Offside). 90. Guatelli wehrt Handspenalty von Zuber ab. Verwarnungen: 18. Xhaka. 49. Toko. 62. Philippe Koch. 70. Abrashi (alle wegen Fouls).

Luzern - Thun 0:1 (0:0)
swissporarena. - 12'184 Zuschauer. - SR Gremaud.
Tor: 73. Schirinzi (Verlagerung Volina) 0:1.
Luzern: Zibung; Thiesson, Stahel (75. Winter), Bühler, Lustenberger; Hochstrasser, Renggli (63. Wiss), Kryeziu; Gygax, Ohayon, Hyka (63. Lezcano).
Thun: Da Costa; Bigler (56. Manière), Matic, Schindelholz, Schirinzi; Christian Schneuwly (12. Volina), Demiri, Bättig, Wittwer; Marco Schneuwly, Salamand (84. Rama).
Bemerkungen: Luzern ohne Kukeli, Puljic, Sarr (alle gesperrt) und Shalaj (verletzt). Thun ohne Ghezal (gesperrt), Fabiano, Hediger, Lüthi, Reinmann, Schneider und Siegfried (alle verletzt). Kukeli und Ohayon vor Spielbeginn offiziell verabschiedet. 76. Lattenschuss Manière. Verwarnungen: 36. Stahel (Foul), 58. Schindelholz (Foul).

Axpo Super League

Datum Spiel Resultat
11.02.17  Thun - Basel 0:2 (0:0)
11.02.17  Lugano - Grasshoppers 3:0 (2:0)
12.02.17  Sion - Vaduz 4:2 (0:1)
12.02.17  St. Gallen - Lausanne-Sport 2:1 (0:0)
12.02.17  Luzern - Young Boys 4:1 (3:1)
R Mannschaft Sp S U N G : E P
1. Basel 20 17 2 1 55 : 15 53

2. Young Boys 20 11 5 4 46 : 29 38

3. Luzern 20 10 3 7 44 : 38 33
4. Sion 20 10 2 8 43 : 36 32

5. St. Gallen 20 7 4 9 23 : 29 25
6. Grasshoppers 20 6 4 10 26 : 36 22
7. Lugano 20 5 6 9 26 : 39 21
8. Lausanne-Sport 20 5 4 11 35 : 40 19
9. Thun 20 4 7 9 24 : 36 19

10. Vaduz 20 4 5 11 24 : 48 17

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Klaus am 20.05.2012 20:17 Report Diesen Beitrag melden

    Stierli

    Herr Stierli war mit seiner Aussage, «Basel muss aufpassen, dass es nicht die ganze Sympathie verspielt. So etwas wäre bei unserer Mannschaft nie passiert. Anstand und Respekt gehören zu ihrer Grundeinstellung.» voreillig, wie das Verhalten von Herrn Yakin zeigt.

  • Marco B am 20.05.2012 19:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vladimir

    Petkovic zurück zu YB! Er oder ein Berner, alle anderen werden scheitern wie Gross.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Klaus am 20.05.2012 20:17 Report Diesen Beitrag melden

    Stierli

    Herr Stierli war mit seiner Aussage, «Basel muss aufpassen, dass es nicht die ganze Sympathie verspielt. So etwas wäre bei unserer Mannschaft nie passiert. Anstand und Respekt gehören zu ihrer Grundeinstellung.» voreillig, wie das Verhalten von Herrn Yakin zeigt.

  • Marco B am 20.05.2012 19:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vladimir

    Petkovic zurück zu YB! Er oder ein Berner, alle anderen werden scheitern wie Gross.