Transfer-Wahnsinn

12. Februar 2020 17:33; Akt: 12.02.2020 17:40 Print

7 Milliarden Euro zahlen Topclubs für neue Spieler

von Etienne Sticher - In den beiden vergangenen Transferperioden gaben die europäischen Top-Teams so viel Geld für Neuzugänge wie noch nie aus.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Seit Anfang Februar ist in den grossen Ligen das Winter-Transferfenster geschlossen, und die Kader der Teams sind bis Ende Saison fix. Bereits im Sommer stellten die 98 Teams aus den höchsten Ligen Deutschlands, Englands, Spaniens, Frankreichs und Italiens mit 5787 Millionen Euro Ausgaben für neue Spieler einen Rekord auf. In der einmonatigen Winter-Transferphase gaben die Teams weitere 1247 Millionen aus. Auch das ist ein neuer Rekord. Nicht alle Vereine warfen mit dem Geld um sich – wenn ein Club Millionen ausgibt, nimmt ein anderer Millionen ein. So konnten einige Vereine in den beiden letzten Perioden einen Transferüberschuss generieren.

Chelsea verkaufte viele, holte aber nur einen

Das höchste Plus konnte der FC Chelsea erzielen (205 Millionen Euro). Der Verein von Roman Abramowitsch gilt in der Regel als äusserst ausgabefreudig. Doch aufgrund einer Transfersperre waren dem russischen Oligarchen die Hände gebunden. Chelsea verkaufte Spieler für insgesamt 250 Millionen (unter anderen Eden Hazard für circa 100 Millionen) und kaufte bloss den Mittelfeldspieler Mateo Kovacic von Real Madrid. Dies war trotz der Sperre möglich, da er bereits zuvor leihweise bei den Londonern spielte.

An zweiter Stelle liegen Lille und Hoffenheim mit einem Überschuss von je 69 Millionen. Die Bilanz des aktuellen Vierten der französischen Ligue 1 wurde bereits im Sommer vor allem durch den Abgang des Flügelstürmers Nicolas Pépé zu Arsenal em 80 Millionen aufgebessert. Die teuerste Neuverpflichtung, Renato Sanches (er kam im August), kostete mit 20 Millionen nur ein Viertel davon.

Bei Hoffenheim waren drei Abgänge für die grössten Einnahmen verantwortlich. Joelinton wechselte für 44 Millionen zu Newcastle United, Kerem Demirbay für 32 Millionen zu Leverkusen und Nico Schulz für 25 Millionen zu Dortmund. Die Hoffenheimer gingen aber mit diesen Einnahmen sparsam um. Der teuerste Zuzug war der ehemalige GC-Spieler Munas Dabbur. Er kostete gerade mal 12 Millionen und stiess im Januar aus Sevilla nach Sinsheim.

Real 181 Millionen im Minus

Das grösste Minus in den letzten beiden Transferphasen machte Real Madrid. Die Königlichen nahmen mit insgesamt fünf verkauften Spielern zwar 149 Millionen ein, doch sie gaben 330 aus, was zu einem Defizit von 181 Millionen führte. Nach einer enttäuschenden Saison 2018/19, in der sie keine Titel geholt hatten, verwunderte diese Aktivität nicht. Die Madrilenen verstärkten sich mit mehreren Hochkarätern: unter anderen mit Eden Hazard (100 Millionen), Luka Jovic (60), Éder Militao (50) und Ferland Mendy (48).

Das zweitgrösste Defizit erzielte Aston Villa (169 Millionen). Nach dem Aufstieg, den die Liga mit einer Prämie von über 100 Millionen versüsste, starteten die Engländer eine Transferoffensive und verpflichteten im Sommer 2019 und im Winter 2020 14 neue Spieler für insgesamt 172 Millionen. Unter den Einkäufen befanden sich aber keine Superstars, sodass Wesley mit 25 Millionen der teuerste Spieler war. Trotz der vielen Zuzüge verkaufte Aston Villa nur zwei Spieler, für insgesamt 3 Millionen.

Auch Reals grosser Rivale Barcelona gab bei weitem mehr Geld für Spieler aus, als er einnahm (166 Millionen Defizit). Für ihre beiden Top-Einkäufe Antoine Griezmann (120 Millionen) und Frenkie de Jong (75 Millionen) machten die Katalanen fast 200 Millionen locker. Sie verpflichteten noch weitere Spieler und gaben gesamthaft 288 Millionen aus. Der spanische Meister konnte insgesamt aber auch 122 Millionen Einnahmen verbuchen. Der Grossteil davon resultierte aus den Verkäufen von Malcom (40 Millionen) und Jasper Cillessen (35 Millionen).

Fussball

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fritz Meier am 12.02.2020 17:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viele Vereine sind hoch verschuldet

    Aber dürfen weiterhin Spieler einkaufen bis zum geht nicht mehr. Kann mir jemand erklären wieso?

    einklappen einklappen
  • ttu am 12.02.2020 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinn

    Als ehemaliger Fussballer kann ich nur sagen Blödsinn

    einklappen einklappen
  • Kerim am 12.02.2020 18:41 Report Diesen Beitrag melden

    Business

    Naja, ist halt wie bei einer Firma. Solange dir die Bank (oder ein Investor) Geld gibt, kannst du es auch ausgeben ;-). Ob es Nachhaltig ist, wage ich auch zu bezweifeln..

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bubi am 15.02.2020 10:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht fair

    Krank so was um welche Beträge es sich hier handelt. Ich arbeite Jährlich 2350 Stunden und komme auf ein Netto verdienst von 58500.- und ich leiste viel mehr.

  • ANGELIKA am 14.02.2020 22:51 Report Diesen Beitrag melden

    Überlegen!!

    Hallo !! .. Mädchen lieben Fußball auch ... Möchtest du neue Bekanntschaften? Du wirst es nicht bereuen. Wenn es dir nichts ausmacht...(Kopieren den Link) awaiting.icu

  • sam am 14.02.2020 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klar

    Da ist doch Geleäscherei an vorderster Front. Anders geht das nicht.

  • 20', wieviel kassiert Ihre Mutter, Tamed am 13.02.2020 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bayerns Dickerchen ist der Drahtzieher

    Wahnsinn ist, dass seit gestern bekannt ist und bewilligt wurde, dass es einen innereuropäischen Fussballwettkampf gibt. Über hundert Millionen bekommen sogar die Verlierclubs. Wetten dass, 20' eine Mullbinde bekommt.

  • Sven O am 13.02.2020 14:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy