EM-Qualifikation

15. November 2019 20:18; Akt: 15.11.2019 23:52 Print

Debütant Itten schiesst die Schweiz zum Sieg

von Eva Tedesco - Die Schweiz macht einen grossen Schritt in Richtung EM. Die Nationalmannschaft gewinnt gegen Georgien dank einem Treffer von Cedric Itten.

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Er kenne ja den Strafraum in St. Gallen hat er noch vor ein paar Tage zu dieser Zeitung gesagt und dabei gelacht. Dann kam der Stürmer von St. Gallen in der 70. Minute zu seinem Länderspieldebüt und traf. Cedric Itten (77.) verwandelte eine Flanke von Zakaria zum erlösenden 1:0 für die Schweiz gegen Georgien. Das St. Galler Publikum stand Kopf. Itten-Sprechchöre hallten laut durch das Stadion und verwandelten den Kybunpark in eine Festhütte.

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Bewerte den Schweizer Auftritt.


Die Entscheidung: Debütant Itten schiesst die Schweiz zum Sieg. (Quelle: SRF)

Aber die Geduld der 16 400 Zuschauer im ausverkauften Heimstadion des FCSG wurde arg strapaziert, bis es endlich etwas zu feiern gab. Denn bis zur verdienten Führung spielte sich die Mannschaft von Nati-Trainer Vladimir Petkovic zahlreiche Möglichkeiten heraus, war aber auf den letzten Metern zu wenig konsequent.

Im Videostudium hat die Schweiz erkannt, dass Georgiens Goalie Loria so gut wie jeden Ball abprallen lässt. Die Schweizer nutzten von Beginn an die Gelegenheit und schossen aus allen Lagen. Loria kam gar nicht dazu, bei den frischen Temperaturen in der Ostschweiz abzukühlen. Zakaria (9.), Rodriguez (9.) und Xhaka (24.) versuchten es aus der zweiten Reihe und scheiterten knapp. Vargas (7., 38.), Elvedi (40.) und vor allem Akanji (45. +2) vergaben per Kopf oder sahen wie Elvedi ihren Versuch von einem Gegner (Kiteshvili) auf der Linie gerettet. Dem Treffer am nächsten kamen in der ersten Halbzeit aber die Georgier. Giorgi Kvilitaia (20.) spitzelte im Sitzen an den Pfosten.

Ein Gedulspiel wie im Hinspiel

Einen ersten Rückschlag musste die Nationalmannschaft schon vor dem Spiel verdauen. Haris Seferovic, der zweitbeste Torschütze mit 18 Toren hinter Shaqiri (22) musste passen. Er verspürte beim Einlaufen ein leichtes Ziehen im linken Unterschenkel. Nach ersten Informationen war der Verzicht auf einen Einsatz eine Vorsichtsmassnahme. Für ihn spielte Vargas, der seine Sache hervorragend machte. Er war ein steter Unruheherd, flink auf den Beinen und frech in seinen Aktionen.

Georgien ist keine Fussballgrossmacht, belegt derzeit nur Rank 90 im Fifa-Ranking, also 77 Ränge hinter der Schweiz (13.) Aber die Mannschaft von Trainer Vladimir Weiss ist unberechenbar, ungemütlich zu bespielen. Das mussten die Schweizer früh erkennen. Weil trotz vieler Chancen das Tor lange nicht fiel, wurde es das erwartete Geduldsspiel. Ähnlich wie beim 2:0-Sieg im Hinspiel in Tiflis. Das 1:0 durch Steven Zuber fiel im letzten März in der 57. Minute. Zakaria machte den Sack erst in der 80. zu. Im Rückspiel brauchte es 77. Minuten und Cedric Itten. Im Club steht er bisher in 13 Pflichtspielen bei sechs Saisontoren. Jetzt kann er er sich auch ein erstes Länderspieltor gutschreiben lassen.

Sechs Siege in St. Gallen

Vier Punkte brauchte die Schweiz aus den letzten beiden Partien für eine EM-Qualifikation. Drei sind dank Itten perfekt. Am Montag in Gibraltar ist der fehlende letzte Zähler Pflicht. Mit einem weiteren Sieg gegen den Fussballzwerg würde auch noch der Gruppensieg drinliegen. Dafür dürften aber die Dänen im letzten Gruppenspiel gegen Irland nicht gewinnen.

Und eines ist auch sicher: St. Gallen ist und bleibt ein guter Boden für die Nati: Mit Georgien bestritt die Nati bisher sechs Ernstkämpfe in der neuen St. Galler Arena, seit sie 2008 eröffnet wurde. In diesen sechs Partien gab es sechs Siege mit einem Torverhältnis von 23:1. Jetzt hat die Ostschweiz mit dem Treffer von Itten auch noch eine spezielle Geschichte dazu.

Telegramm:
Schweiz - Georgien 1:0 (0:0)

Kybunpark, St. Gallen. 16'400 Zuschauer (ausverkauft).
SR Makkelie (NED).

Tor: 77. Itten 1:0.

Schweiz: Sommer; Elvedi, Akanji, Rodriguez; Lichtsteiner, Zakaria, Xhaka, Steffen; Fernandes (84. Sow), Vargas (78. Fassnacht); Ajeti (71. Itten).

Georgien: Loria; Kakabadse, Kaschia, Grigalawa, Chotscholawa; Kiteischwili (84. Papunaschwili), Kankawa; Schengelia, Qasaischwili, Dawitaschwili (85. Gwilja); Kwilitaia (82. Lobjanidse).

Bemerkungen: Schweiz ohne Drmic, Embolo, Freuler, Gavranovic, Klose, Mehmedi, Schär, Seferovic, Shaqiri und Zuber (alle verletzt), Georgien ohne Ananidse, Tabidse und Tschakwetadse (alle verletzt). Länderspiel-Debüt von Cedric Itten. 19. Pfostenschuss Kwilitaia. Verwarnungen: 29. Chotscholawa (Foul). 31. Kankawa (Foul). 74. Steffen (Foul).

Fussball

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Saccellaphyllaccass am 15.11.2019 20:33 Report Diesen Beitrag melden

    Alles andere als zwei Siege ist eine Enttäuschung!

    Ohne Frage: Die CH-Nationalmannschaft hat Potential, noch den Gruppensieg anzustreben. Ausser Dänemark hat etwas dagegen. Doch: Alles weniger als 6 Punkte in den verbleibenden zwei Spielen zu erreichen, käme einer grossen Enttäuschung gleich. Auch ohne Seferovic. Also Männer: Zeigt, was in euch steckt!

  • Pascal D. am 15.11.2019 20:50 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist nicht meine Wunsch-Nati

    Die Hälfte unserer Mannschaft weigert sich unsere Hymne zu singen. Wie tief sind wir gesunken dass wir so etwas hinnehmen? Lieber weniger Erfolg dafür 100% Identifikation mit der Schweiz.

  • Heiri Gusti am 15.11.2019 20:46 Report Diesen Beitrag melden

    Sieg

    Nur ein sieg zählt heute!! Zeigt mal was

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marijo J am 16.11.2019 09:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ähnlichkeiten

    Die Schweiz erinnert mich an die Kroaten. Können jede Mannschaft schlagen aber auch gegen jede verlieren. Zum Glück hat es gestern für einen Sieg gereicht.

  • Nera1896 am 16.11.2019 08:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • maagernst am 16.11.2019 08:13 Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Es war zwar ein zähes Spiel aber drei Punkte sind im trockenen. Gratuliere!

    • Ball Erina am 16.11.2019 10:26 Report Diesen Beitrag melden

      So zu gewinnen...

      ...ist absolut nicht ok. Nur mit Murks weiter und dank seeeehr viel Dusel!

    einklappen einklappen
  • Hunrod am 16.11.2019 08:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lob den Jungen

    Die jungen Spieler haben geschafft was die alten nicht mehr schaffen. Und als der Kommentator noch Shaqiri herbei gesehnt hat, habe ich beinahe den TV abgestellt. Ein Lichtsteiner bringt nichts wenn er an der Linie sich durchspielen kann aber dann kein vernünftiger Pass zur Mitte bringt.

    • Linda die Echte. am 16.11.2019 09:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hunrod

      Du weist ja der Reporter träumt vom Mann aus Sursee und dem DA Shaq! Nur diese Zeiten und jene vom 10ner der Schweiz sind doch abgelaufen. Beim 10ner konnte man seine Alibipässe 8 von 10 gut sehen. Deshalb hat er ja in England soviele Kritiker. Aber 1 gewisser Herr aus dem Tessin will es einfach nicht für wahr haben.

    einklappen einklappen
  • Ittenli am 16.11.2019 08:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das braucht es

    Bravo. Die Nati bracht Itten's die dabei sind um zu gewinnen und Tore zu schiessen.Wir brauchen keine Natispieler die politische Angelegenheiten und Sympathien anderer Länder zum Hauptthema der Schweizer Nationalmannschaft machen. Es geht um Fussball und Tore für die Schweiz