Berat Djimsiti

20. Mai 2012 21:56; Akt: 20.05.2012 21:59 Print

Siegtor kostet einen Apéro

von Eva Tedesco - Vor wenigen Tagen unterschrieb Berat Djimsiti seinen ersten Profivertrag beim FCZ. Jetzt ist der 19-Jährige der Matchwinner und einzig wirkliche Sieger des Zürcher Derbys.

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«Man kann sagen, das war das Derby der jungen Leute», kann Urs Meier dem über weite Strecken mässigen 228. Zürcher Stadtderby etwas Positives abgewinnen. Ganz sicher aber war es das Derby von Berat Djimsiti.

Es war der erst 19-jährige FCZ-Debütant, der den einzigen Treffer im Duell der Stadtrivalen erzielt hatte. «Ich habe mich auf Raphael Koch konzentriert und damit spekuliert, dass er den Ball verlängert», beschreibt Djimsiti die Szene zum Siegtreffer in der 75. Minute. So war es auch und der 19-Jährige konnte in seinem ersten Spiel in der Startelf des FC Zürich gleichzeitig sein erstes Tor in der Super League feiern. Sein Debüt hatte Djimsiti Anfang März hinter sich gebracht, als er gegen den FC Sion für sechs Minuten eingewechselt worden war. Das erste Tor kostet den Youngster einen Apéro zum Einstand.

Denn der 19-Jährige hat erst vor wenigen Tagen einen Profivertrag beim FC Zürich über drei Jahre unterschrieben. Daneben absolviert er die United School of Sports (KV für Sportler). Verdient hat sich Djimsiti den Vertrag als Leistungsträger in der FCZ U21, der er drei Jahre lang war. Vier von fünf Eckbällen landen im Normalfall beim 1,90 Meter grossen Abwehrspieler. Er überzeugt mit einem sehr guten Stellungsspiel und der Ruhe, mit der er seine Mitspieler dirigiert. Auffällig ist auch, wie gut er die Angriffsauslösung für sein jugendliches Alter beherrscht. Ein Talent, mit dem seine routinierten Kollegen Beda und Texeira nicht immer glänzen.

Vom Stürmer zum Mann für die Defensive

Wie die Profis Beda und Texeira fühlt sich aber auch Djimsiti im gegnerischen Strafraum wohl und geht bei stehenden Bällen mit nach vorn. «Klar, bei meiner Grösse von 1,90 Meter muss ich das ausnützen», so der schweizerisch-albanische Doppelbürger. Hilfreich dabei, dass er bei ZH-Affoltern in seiner Juniorenzeit als Stürmer begonnen habe. Seit 2007 gehört Djimsiti der Nachwuchsabteilung des FCZ und ab Sommer dem Kader der ersten Mannschaft an.

Im Fanionteam ersetzt er Heinz Barmettler, dessen Vertrag nicht verlängert wird. Wie Barmettler kann Djimsiti zudem im zentralen Mittelfeld eingesetzt werden. Das ist auch die Position, die er bei der U19-Nati (7 Einsätze) unter Gerard Castella meist ausfüllt. Und wohl auch bei der anstehenden Uefa-U19-Eliterunde (EM-Qualifikation) vom 25. Bis 30. Mai spielen wird. In England warten mit Montenegro, Slowenien und Gastgeber England grosse Brocken auf die jungen Schweizer.

Djimsiti vorne und hinten stark

Für den knappen Sieg im 228. Derby dürfen sich seine Mannschaftskollegen beim Youngster aber gleich doppelt bedanken. Denn kurz nach seinem Tor zum 1:0 hatte Djimsiti den FCZ davor bewahrt, gegen GC in Rückstand zu geraten. Der Innenverteidiger wehrte einen Schuss von Steven Zuber auf der Linie ab, nachdem FCZ-Goalie Andrea Guatelli bereits geschlagen war.

«Man kann sagen, dass war das Derby der jungen Leute», sagt FCZ-Interimstrainer Urs Meier nach dem Spiel zurecht. «Mit Giuseppe De Filippo hatten wie einen weiteren Jungen aus der U21 zum ersten Mal auf der Bank. Er hat GC am letzten Sonntag mit der U21, am Donnerstag im Youth Cup und nun wieder besiegt. Drei Mal innert einer Woche – das sind die schönen Geschichten, die der Fussball schreibt.» Und solche, die die beiden Zürcher Klubs nach einer schlechten Saison dringend brauchen, um den Goodwill ihrer Fans zurückzugewinnen. 11200 Zuschauer hatten im – gelinde gesagt – mässigen Derby nicht viel zu lachen.

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