Sion-Goalie greift an

20. November 2019 20:26; Akt: 21.11.2019 09:45 Print

«Henchoz ist ein Heuchler»

von Carlo Emanuele Frezza - Kevin Fickentscher wehrt sich gegen die Vorwürfe seines Ex-Trainers Stéphane Henchoz.

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Stéphane Henchoz war seit Anfang Saison 2019/20 im Amt. Nach zuletzt fünf Niederlagen in sechs Spielen zieht der ehemalige Nationalspieler die Notbremse. Am 3. November reicht er seinen Rücktritt ein. Für die letzten vier Spiele der Saison 2018/19 übernahm nach der Entlassung von Murat Yakin das Duo Christian Zermatten/Sebastien Bichard. Murat Yakin wurde in Sion noch vor Ende der Saison 2018/19 beurblaubt. Yakin holte in 28 Spielen im Schnitt 1,21 Punkte. Maurizio Jacobacci wurde nach 24 Spielen von Christian Constantin beurlaubt. Klingt nach wenig, ist aber im Constantin-Universum schon fast eine Ewigkeit, wie ein Blick zurück beweist. Okober 2017 - Februar 2018: Gabri, acht Spiele. Juli 2017 - Oktober 2017: Paolo Tramezzani, 16 Spiele. August 2016 - April 2017: Peter Zeidler, 28 Spiele. Dezember 2014 - August 2016: Didier Tholot, 74 Spiele. Juli 2014 - September 2014: Frédéric Chassot, 12 Spiele. Februar 2014 - Juni 2014: Raimondo Ponte, 17 Spiele. Oktober 2013 - Februar 2014: Laurent Roussey, acht Spiele. Mai 2013 - Oktober 2013: Michel Decastel, 19 Spiele. März 2013 - Mai 2013: Arno Rossini, acht Spiele. Januar 2013 - Februar 2013: Victor Muñoz, vier Spiele. Oktober 2012 - Dezember 2012: Pierre-André Schürmann, fünf Spiele. September 2012 - Oktober 2012: Michel Decastel, sieben Spiele. Juni 2012 - September 2012: Sébastien Fournier, acht Spiele. Mai 2012 - Juni 2012: Vladimir Petkovic, vier Spiele. Februar 2011 - April 2012: Laurent Roussey, 54 Spiele. Juli 2010 - Februar 2011: Bernard Challandes, 24 Spiele. April 2009 - Mai 2010: Didier Tholot, 50 Spiele. Dezember 2008 - April 2009: Umberto Barberis, elf Spiele. Juli 2008 - November 2008: Uli Stielike, elf Spiele. März 2008 - Juni 2008: Alberto Bigon, acht Spiele. Dezember 2007 - März 2008: Charly Rössli, zwei Spiele. Februar 2007 - Dezember 2007: Alberto Bigon, 41 Spiele. November 2006 - Februar 2007: Pierre-Albert Chapuisat, drei Spiele. Oktober 2006 - November 2006: Marco Schällibaum, vier Spiele. Juli 2006 - Oktober 2006: Néstor Clausen, vier Spiele. Dezember 2005 - Juni 2006: Christophe Moulin, 23 Spiele. März 2005 - Oktober 2005: Gianni Dellacasa, 15 Spiele. August 2004 - März 2005: Gilbert Gress, zehn Spiele. Juli 2004 - August 2004: Christian Zermatten, zwei Spiele. April 2004 - Juni 2004: Admir Smajic, 71 Tage.

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Stéphane Henchoz hat nicht mit harten Worten gespart, seit er sein Amt als Trainer des FC Sion niedergelegt hat. In mehreren Interviews kritisierte er seine ehemaligen Spieler. In dieser Zeitung sagte er unter anderem, den Sittener Profis mangle es an «Charakter» und «Persönlichkeit». Und er sagte: «Einige Spieler sind vielleicht zu gut bezahlt.»

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Nun meldet sich der Sion-Goalie Kevin Fickentscher in einem Interview mit «Le Matin» zu Wort. Und greift seinerseits seinen Ex-Trainer an. «Ich habe einige Tage gebraucht, um zu überlegen was ich sagen will», beginnt er, «ich rede nicht im Affekt.»

Dann folgt eine Abrechnung mit Henchoz, wie es sie im Schweizer Fussball selten einmal gibt: «In den fünf Monaten, in denen er im Amt war, hat er nie mit mir gesprochen. Ausser einmal. Das war als ich mit einer Kopfverletzung gegen Lugano durchgespielt habe. Da gab es Komplimente und dankende Worte. Sonst nichts.»

Henchoz habe keine Gespräche mit seinen Spielern geführt. Mit ihm habe er weder über taktische Angelegenheiten gesprochen noch je eine falsche Teammentalität bemängelt, die er nach seinem Abgang öffentlich beklagte: «Dasselbe gilt für meine Teamkollegen.»

Auf Konfrontationskurs

Dann kommt die härteste Aussage: «Ich habe begriffen, dass Henchoz ein Heuchler ist. Wenn wir gewonnen haben, hat er uns auf die Schultern geklopft. Wenn wir verloren haben, haben wir ihn nicht mehr so oft gesehen.»

Henchoz redete nach seinem Abgang auch von Monatslöhnen in der Höhe von 60'000 Franken, die Spieler im Wallis verdienen können. Dazu meint Fickentscher: «Mein Lohn ist bei Weitem nicht so hoch. Sicher verdiene ich genug. Aber ich arbeite hart, der Weg zum Profifussballer ist auch alles andere als leicht.»

Für Fickentscher und seine Mitspieler geht es am Sonntag gegen den Tabellenführer Young Boys. Es ist das zweite Spiel nach der fünfmonatigen Amtszeit von Henchoz. In der ersten Partie unter Interimstrainer Christian Zermatten verloren die Walliser gegen den FC Zürich 2:4.


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Briggs am 20.11.2019 22:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FC Sion

    Ich bin von Kinds auf Sion Fan. Hab das Double mit erlebt (lange ist's her). Es liegt nicht an den 100'000 Trainern die verbraten wurden. Es liegt am Präsidenten... Super was er investiert! Traurig was dabei raus kommt...

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  • Oberwalliser am 20.11.2019 22:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Finger aus dem A.. nehmen

    Wie viel Trainer will diese Mannschaft noch verschleissen bis sie den Finger aus dem A... nimmt

  • Ich am 21.11.2019 02:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trainet-Abonnement

    Herr Christian Constantin braucht unbedingt ein Trainer Abonnement wo er alle 5 Wochen einen neuen Trainer bekommt, so muss er sich nicht um die Suche danach selber bemühen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Reini Vogt am 21.11.2019 17:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    egal wer - mit cc als Präsident geht es nicht

    Kein Trainer der Welt kann seinen Job erfüllen bei diesem Patriarchen Constantin. Dieser Präsident mit seinen Methoden verhindert dies. EGO und Macht spielen da die Rolle und der "Schmerzkörper oder das Innere Kind von CV

  • Morris Colon am 21.11.2019 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    Alles Beweisbar

    bei einem gut geführten Verein gibt es ein Zeugnis der Spieler , sieht wo er sich verbessern muss und wo seine Stärken sind. Verletzungen und Trainigsbesuch alles wird akribisch nachgeführt und dem Spieler unterbreitet .Ich musste das Papier immer unterschreiben , dass ich es gelesen habe.(Eishockey)

  • wein doch am 21.11.2019 08:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    niemand spricht mit mir...

    ein gestandener profi wie behrami hat sicherlich nicht um die vertragsauflösung gebeten weil der trainer nicht mit ihm gesprochen hat. viel mehr fühlte er sich in einem team ohne siegermentalität, kampfbereitschaft nicht wohl.

    • Martin am 21.11.2019 09:17 Report Diesen Beitrag melden

      meine sie nicht Lichtsteiner

      Ist das der gleiche Profi der ohne Stammplatzgarantie nicht in der Nati spielen wollte? Ich denke eher sie meine Lichtsteiner als Vorbild, auch wenn der Trainer sagt das er in Zukunft Junge forcieren will und er deshalb damit rechnen muss das er weniger spielen darf, hat er sich zur Verfügung gestellt und nicht die beleidigte Leberwurst gespielt...

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  • RogerB am 21.11.2019 08:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mimimimi

    Er hat nicht mit mir gesprochen... ausser einmal, und da hat er sich für meinen Einsatz bedankt?!?!?! Hallo was erwartet denn der HERR?? Alles memmen !! Frag mal unsere NHL Spieler wie oft der Head Coach persönlich mit ihnen spricht.....

    • Chef am 21.11.2019 09:18 Report Diesen Beitrag melden

      arbeiten und ruhig sein

      Absolut, ein Chef muss doch nicht mit seine Angestellten reden!!! Egal ob in der Wirtschaft oder Sport, der Chef ist ein Gott und muss doch nicht mit dem Fussvolk reden...die sollen ihre Arbeit machen und ruhig sein!

    • Lukas Ast am 21.11.2019 13:56 Report Diesen Beitrag melden

      Ich verstehs

      Ironie ist Humor intelligenter Menschen.. Schwierig bei diesen Lesern..

    • Hockey 99 am 22.11.2019 00:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @RogerB

      Fussballer beklagen sich zu oft über den Trainer oder Verein. Oder erpressen ihren Transfer. In der NHL Farmteam einfach und weniger Lohn.

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  • Denker am 21.11.2019 07:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Strategie

    Bei Sion bestimmen die Spieler wo es lang geht, nicht die Trainer. Mit jeder Trainerentlassung steigt die Macht der Spieler weiter an, nur hat das der Präsident nicht begriffen.

    • Martin am 21.11.2019 09:19 Report Diesen Beitrag melden

      Chefrolle ist geklärt

      ich denke jeder in Sion weiss wer der Chef ist (und das ist weder Trainer noch Spielerrat)...

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