Niederlage für CC

19. April 2012 15:48; Akt: 19.04.2012 21:09 Print

Sion kriegt keine Punkte zurück

Der Punkteabzug gegen den FC Sion bleibt bestehen. Die Walliser bekommen keinen der 36 Zähler, die ihnen vom SFV abgezogen wurden, zurück.

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Der Schweizer Fussball hat seinen grössten Skandal in der Geschichte. Nach seinem Ausraster wird Sion-Präsident Christian Constantin von Sicherheitskräften und Polizei aus dem Innenraum des Cornaredo geführt. «Es hat mir gutgetan», äussert sich CC zur Attacke vor laufender Kamera. Teleclub-Experte , sagte: «Ich stand mit dem Moderator nach der Partie Lugano – Sion am Spielfeldrand. Wir warteten auf unseren Einsatz. Da kam Barthélémy Constantin, der Sohn von Christian Constantin und Sportchef von Sion, und fluchte auf mich ein. Und er hielt mir den Finger unter die Nase und drohte. Dann kam Constantin auf mich losgerannt und schlug mir drei-, viermal ins Gesicht, trat mich ins Füdli und in den Rücken.» Fringer behält sich rechtliche Schritte vor. Der Sion-Präsident geht nach dem Spiel in Lugano wutentbrannt auf den ehemaligen Nationaltrainer und heutigen TV-Experten Rolf Fringer los, schlägt ihm ins Gesicht und verpasst ihm einen Fusstritt. Die TV-Kameras laufen mit. Die Bilder gehen um die Welt. Direkt nach dem Spiel bezichtigte Constantin den Ref der vorsätzlichen Benachteiligung und gab an, ihn zu verklagen. Auf sozialen Netzwerken liess er Videos verbreiten, in denen er Amhof an den Pranger stellte. Der Höhepunkt - Constantin stellte abenteuerliche Thesen auf, weshalb er eine bewusste Verfälschung des Spiels für plausibel hält. Er setzte eine Belohnung von 25 000 Franken für Beweise von kriminellen Machenschaften aus. Constantin aber wurde nicht gesperrt. Die Gründe waren ein ungerechtfertigter Penalty und die damit verbundenen Nachteile (rote Karte gegen den Goalie Vanins und YB-Ausgleich zum 2:2). Der Präsident des FC Sion hatte nach dem 2:3 am Sonntag bei den Young Boys auf beispiellose Art schwere Geschütze gegen den Schiedsrichter Sascha Amhof aufgefahren. Das Regionalgericht Bern-Mittelland lehnt die Klage des FC Sion zur Aufhebung des im Dezember 2011 verfügten Abzugs von 36 Punkten durch den Zentralvorstand des Schweizerischen Fussballverbandes ab. Der Waadtländer Staatsanwalt Eric Cottier stellt das Strafverfahren gegen die Uefa-Spitze ein. Die beiden Funktionäre waren von Sions Präsident Christian Constantin verzeigt worden, weil sich der Verband nicht an die Entscheide des Waadtländer Kantonsgerichts gehalten hatte. Das Berner Obergericht bestätigt den Punktabzug von 36 Zählern für den FC Sion. Damit bleibt das Team in Abstiegsnot. Harter Schlag für Christian Constantin und den FC Sion. Der SFV beschliesst einen Punktabzug von 36 Zählern für die Sittener. Damit mussten sie die Rückrunde als Schlusslicht mit -5 Punkten in Angriff nehmen. Christian Constantin reicht bei der Saatsanwaltschaft Zürich-Limmat eine Strafanzeige gegen das Fifa-Exekutivkomitee ein. Die Begründung: Der FC Sion könne nicht hinnehmen, dass die Nationalmannschaften der Schweiz und Schweizer Klubs von der Fifa als Geiseln genommen werden, um Entscheide durchzusetzen. Dies verstosse gegen Schweizer Prinzipien und erfülle den Tatbestand der Nötigung. Die FIFA macht auch Druck. Wird der «Fall FC Sion» nicht bis am 13. Januar im Sinne des Weltverbandes gelöst, wird der SFV am 14. Januar bis auf Weiteres automatisch suspendiert. Der FC Sion wird nicht in die Europa League reintegriert. So lautet der Entscheid des Sportgerichts CAS in Lausanne. Christian Constantin hatte bereits im Vorfeld angekündigt, in diesem Fall sein Anliegen ans Bundesgericht weiterzuziehen. Klatsche für Christian Constantin und den FC Sion. Das Walliser Kantonsgericht bestätigt die provisorische Spielberechtigung für Sions sechs Neuzugänge nicht. Damit sind die Spieler wieder gesperrt. Constantin gibt sich siegessicher und zieht den Rekurs gegen die Nicht-Qualifikation der sechs Neueinkäufe beim CAS zurück. Das Bezirksgericht Martigny bestätigt mit einer provisorischen Verfügung die Lizenzierung der Sion-Neuzuzüge für die Liga. Die sechs dürfen bis Ende Saison spielen. Das lässt Constantin natürlich nicht auf sich sitzen und klagt erneut. Sion vs. Uefa, wer gewinnt? Doch die Uefa entscheidet noch am gleichen Tag anders: Celtic wird am Donnerstag in Madrid gegen Atletico antreten. Das Zivilgericht Waadt entspricht der Klage von Sion am 13. September. Damit müsste die Uefa den Verein doch wieder zurück in die Europa League lassen. Wenn auch nur superprovisorisch. Ein Zivilgericht weist die Klage von Sion gegen den Ausschluss aus der Europa-League am 8. September ab. Diese rückt damit in weite Ferne. Sion schaltet Celtic Glasgow in den Europa-League-Playoffs aus. Die Schotten protestieren wegen den sechs Spielern und erhalten nach der Auslosung der Gruppenphase recht. Am 1. September schliesst die Uefa Sion vom Wettbewerb aus. Constantin klagt nach der EL-Gruppenphasen-Qualifikation gegen die Uefa und Fifa. Vor allem auf Jérôme Valcke und Gianni Infantino hat er es abgesehen. Constantin setzt sich durch - zumindest vorläufig. Ab der nächsten Partie sind die sechs Spieler spielberechtigt. Doch ein definitiver Entscheid des CAS fällt wohl erst im September. Auch der Rekurs Sions für die Lizenzierung wird abgelehnt. Doch CC erzwingt mit dem Bezirksgericht Martigny eine superprovisorische Spielberechtigung für die sechs Spieler vor dem Match gegen Basel (6.8.11). 15 Minuten vor Spielbeginn sperrt die Disziplinarkommission der Liga die sechs Spieler wieder. Constantin tobt, beschimpft die Funktionäre als «Betrüger und Lügner» und spricht vom «Todesurteil» für Liga-Präsident Thomas Grimm. Die Qualifikations-Kommission (QK) der Liga verweigert die Lizenzen für die Sion-Neuverpflichtungen Mario Mutsch, Gabri, Mohamed Traoré, Pascal Feindouno, Stefan Glarner und Billy Ketkeophompone. CC droht mit Streik, setzt diesen allerdings nicht um. Dafür spielt er nur noch unter Protest. Constantin sammelt TV-Bilder mit Schiri-Fehlern und fordert von der SFL für Spiele mit welscher Beteiligung ausländische Schiedsrichter. Die Liga schmettert die Forderung ab. CC erhält von der Qualifikations-Kommission der Liga die Spielbewilligung für die seit dem Winter 2010 verpflichteten Akteure wie Jonas Elmer, Eva Melo, Steven Deana und Michael Dingsdag. Dies, weil der Internationale Sportgerichthof (CAS) den Wallisern den rechtskräftigen Entscheid der Transfersperre erst nach(!) der aktuellen Transferperiode zugestellt habe. Constantin suspendiert Serey Die angeblich wegen einem Wettskandal. Auch Aleksandar Prijovic und Antonio Dos Santos wurden aufgrund von «schwerwiegendem Verhalten» suspendiert. Constantin baut eine Bisquit-Fabrik in ein Leistungszentrum um und absolviert unter militärischen Bedingungen ein Trainingslager. Uli Stielike ist ein weiteres Traineropfer unter Constantin und CC übernimmt gleich selbst. CC wollte im Ali Sami Yen in Istanbul Gasdetektoren, weil er Racheakte befürchtete. Constantin und sein Generaldirektor Massimo haben sich mit einer geplanten Rasenheizung vertan. CC stieg gleich wieder in die Super League auf und gewann als erster unterklassiger Verein den Cup. Constantin baut sein Hotel in Martigny um und richtet darin ein luxuriöses Trainingscenter ein. Nach dem Cupspiel in Kriens soll CC auf Schieds- und Linienrichter losgegangen sein und ein langer Gerichtsstreit begann. CC gewinnt zwei Prozesse und am 14. Spieltag greift Sion wieder ins Geschehen ein. Constantin kehrt zurück, finanziert ein Profikader aus eigener Tasche und versucht sich in die Challenge League zurückzuklagen. Sion wird vom Fussballverband in die 1. Liga zwangsrelegiert und Talente wie Leoni und Morganella verlassen Sion. Der Streit zwischen Constantin und Sions Stadtpräsident Mudry eskaliert. Der Stapi hält den Verein jedoch am Leben. Ohne Constantin steigen die Walliser in die NLB ab. Constantin tritt unter Druck ab. Er soll den FC Sion finanziell ruiniert haben. CC lässt im Uefa Cup auswärts das Tor von Spartak Moskau messen. Es war zu klein und es kam zu einem Wiederholungsspiel. Constantin kauft Stars und will in die Champions League - scheitert aber mit seinem Plan. CC holt drei Cupsiege in Serie und 1997 sogar das Double. Constantin gründet ein Internat und bringt Spieler wie Wicky und Grichting gross heraus. Jean-Paul Brigger ist das erste Traineropfer unter Constantin. CC wird mit 35 Jahren jüngster Präsident eines NLA-Vereins. Constantin gründet eine AG und rettet den finanziell angeschlagenen FC Sion.

Die Machenschaften von Sion-Präsident Christian Constantin.

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Im Streitfall mit den Fussball-Instanzen, der auf einen Vertragsbruch beim Transfer des ägyptischen Torhüter Essam El-Hadary im Jahr 2008 zurückgeht und der wegen der von der Fifa verbotenen Qualifikation von sechs Spielern im letzten Sommer neu entbrandet ist, hat Sions Präsident Christian Constantin vor verschiedensten Gerichten geklagt. Entschieden wurde immer gegen den FC Sion. Ob vor Bezirks-, Kantons- oder Bundesgericht, ob vor der Rekurskammer der Swiss Football League oder vor dem Sportschiedsgericht (CAS) in Lausanne: Constantin blitzte immer ab. Er, der aller Welt weismacht, im Recht zu sein, hat in dieser Causa in vier Jahren nicht ein einziges Mal gewonnen.

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Das (vor-)letzte Gefecht verlor der FC Sion am Donnerstagnachmittag. Somit zerschlug sich die Hoffnung, der Barrage noch zu entgehen. Das Berner Obergericht wies das Begehren der Walliser um Anordnung vorsorglicher Massnahmen ab und bestätigte - wie die Instanz davor - den Abzug von 36 Punkten. Sion wird seinen Platz in der Axpo Super League in der Barrage gegen den Zweiten der Challenge League verteidigen müssen. Die zehn Punkte Rückstand auf Lausanne sind allein auf dem Rasen in den restlichen sechs Partien der Axpo Super League kaum aufzuholen.

Vor dem CAS hätte Sion Chancen gehabt

Letztlich ist der FC Sion über seine eigenen juristischen Schritte gestolpert. Das Berner Obergericht begründete seinen Entscheid damit, dass die Parteien (Sion und der SFV) sich verpflichtet hatten, die Anrufung der staatlichen Gerichtsbarkeit auszuschliessen. Sion aber wollte den Fall nicht vor den CAS ziehen, weil Constantin die Unabhängigkeit der Lausanner Sportrichter anzweifelt. Sportrechtler sehen darin einen grossen Fehler Constantins. Vor dem CAS hätte der FC Sion durchaus Chancen gehabt, zumindest einen Teil der Punkte zurückzuerhalten. Gemäss der SFV-Rechtspflegeordnung können maximal zwölf Punkte abgezogen werden.

Sion hat die Möglichkeit, den Entscheid des Obergerichts innert 30 Tagen an das Bundesgericht in Lausanne weiterzuziehen. Sions Chancen wären gering. Dass das Bundesgericht den Entscheid der Vorinstanzen umstossen würde, ist in der Tat unwahrscheinlich. Man kann vor dem Bundesgericht nur ein Recht einklagen, das einem gemäss Bundesverfassung zusteht. Es wird Sions Anwälten kaum gelingen, den Bundesrichtern zu erklären, dass der FC Sion wegen des Punktabzugs in seinen in der Verfassung verankerten Rechten beschnitten wurde.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zesi am 19.04.2012 17:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So ist richtig

    Es ist so.wer sich nicht an die Strafen hält komte es Doppel zurück.

  • Peter Müller am 19.04.2012 17:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was ist wenn Sion di Punkte doch bekommt?

    Nehmen wir an CC kann für Sion die 36 Punkte zurückgewinnen und Sion hat in der Barrage verloren, muss dann Lausanne wieder Barrage spielen oder wie ist das? Und was ist wenn Sion am Saisonende 34 Punkte hinter Basel liegt und Basel die Meisterschaft gewinnt? Danke für die Antwort.

  • iMensch am 19.04.2012 16:39 Report Diesen Beitrag melden

    Wie schlimm.

    Ich dachte die Schweiz wäre ein neutrales, faires und demokratisches Land...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tschämp am 20.04.2012 08:54 Report Diesen Beitrag melden

    Ab in die Französische Liga?

    Dieser Entscheid war zu erwarten. Auch CC kann sich nicht über die Reglemente hinwegsetzen.Leider ist die Führung des Verbandes ein schlechter Witz-der Abzug kam ja nur auf Druck der UEFA/FIFA zustande. CC hingegen sollte sich mit Rücktrittsgedanken befassen. Er erweist seinem Verein nur noch Bärendienste.Ich gehe davon aus dass er demnächst einen Eintritt in die Französische Liga ins Auge fasst. Vielleicht mögen Sie ja dort den streitsüchtigen Clubpräsidenten.

  • überlegtmal am 20.04.2012 07:44 Report Diesen Beitrag melden

    richtig oder falsch

    es glauben hier alle zu wissen was richtig oder falsch ist. so einfach ist das nicht - sonst hätten wir ja nicht dieses theater. alle schadenfreudigen sollen sich mal überlegen, ob es "richtig" ist, dass sion für spiele, für die der SFV die besagten spieler explizit lizenziert hatte, auch 3 punkte abgezogen werden. dazu auch noch aus dem cup - also ein anderer wettbewerb. würdet ihr das auch fair finden wenn es um euer verein gehen würde? wohl kaum, oder?

  • Beni Feldmann am 20.04.2012 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    Richtiger Entscheid!

    Christian Constantin ist selber schuld. Er wollte ja nicht vor das CAS. Jetzt bekommt er mal die Quittung für sein egozentrisches Verhalten. Bravo!

  • milan am 20.04.2012 02:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sion 2. platz

    sion hat diese saison so gut gespielt und dann das einfach schade !

  • Marc am 19.04.2012 23:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hallo??!

    Hier hat es wieder unglaubliche viele Experten, die keine Ahnung haben! CC hat in 12 Spielen Spieler eingesetzt, die er trotz Transferverbot welches nach dem klar rechtswidrigen Goali Transfer ausgesprochen wurde, eingekauft hat. Diese 12 Spiele werden nun als Niederlage eingestuft! Absolut Korrekt! CC hielt sich für einen "Siebesiech" und hat diese Strafe absichtlich missachtet! Jetzt kommt die Retourkutsche und CC ist auf dem Besten weg, als erster Clown den selben Fussballklub zwei mal in den Ruin zu treiben! Das verdient Applaus!