Mögliche Finanzspritze

04. März 2020 21:26; Akt: 05.03.2020 09:01 Print

Soll der Bund Geld geben? So reagieren Politiker

von Frrok Boqaj - Die Fussball-Liga hofft auf Subventionen, weil die Corona-Krise zu finanziellen Engpässen führt. Was fünf Nationalräte davon halten.

Die Schweizer Fussballliga informiert die Öffentlichkeit. (Video: Eva Tedesco/Tamedia)
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Die 20 Clubs der Swiss Football League (SFL) haben entschieden, dass der Spielbetrieb der Super und Challenge League mindestens bis am 23. März ruhen soll – sofern das Veranstaltungsverbot nicht am 15. aufgehoben wird. Sollte es danach zu Geisterspielen oder gar zum Saisonabbruch kommen, stünden einige Vereine vor Problemen.

Darum soll der Bund rettend eingreifen, wenn es nach SFL-CEO Claudius Schäfer geht. Zusammen mit dem Schweizer Eishockey diskutieren sie mit dem Bundesrat über mögliche Subventionen für den Schweizer Sport. Und bei manchen Nationalräten findet diese Idee Anklang ...

«Ein Eingriff ist sehr heikel»

Martina Bircher, SVP Aargau. (Bild: Keystone)

«Ich habe zwar Verständnis für diese Forderung, trotzdem muss der Bund aufpassen, hier keine Begehrlichkeiten zu wecken. Denn es betrifft ja nicht nur den Sport. Viele Kleinbetriebe sind davon betroffen. Alternativ könnte die Liga beispielsweise über die Swisslos Fonds finanziert werden. Trotzdem: Der Eingriff wäre sehr heikel. Schliesslich gibt es auch Betriebe, welche beispielsweise eine Pandemie-Versicherung abgeschlossen und dafür Jahr für Jahr Prämien bezahlt haben. Diese dürfen nicht das Nachsehen haben.»

«Es sollen Härtefälle ins Auge gefasst werden»

Christian Wasserfallen, FDP Bern. (Bild: Keystone)

«Unabhängig von der Branche bin ich der Auffassung, dass der Bund sich der Diskussion über Entschädigungen und andere Massnahmen aufgrund der besonderen Lage stellen muss. Dabei sollten vor allem Härtefälle ins Auge gefasst werden. Im Sport aber auch im Tourismus, in der Industrie usw. gibt es momentan echt schwierige Situationen.»

«Es liegt nun am Bund»
Irène Kälin, Grüne Aargau. (Bild: Keystone)

«Ich begrüsse die Forderung der Swiss Football League vollumfänglich. Mit dem Coronavirus haben wir in der Schweiz eine ausserordentliche Situation, in welche die Menschen unverschuldet geraten sind. Der Bund hat mit dem Versammlungsverbot eine drastische Massnahme verhängt, die nicht nur den Sport betrifft. Die Folgen werden unsere Arbeitnehmer im Land tragen. Es liegt nun am Bund, eine Lösung zu finden.»

«Es braucht unbürokratische Lösungen»

Mauro Tuena, SVP Zürich. (Bild: Keystone)

«Die Einschränkungen, welche die Massnahmen zur Bekämpfung der Verbreitung des Coronavirus auslösen, sind breit und hart – ja existenziell. Es betrifft Fussballspiele, Hockeyspiele, aber auch Ausstellungen, Messen und Konzerte. Sie alle tragen die unmittelbare Konsequenz des Versammlungsverbots.

Ausserordentliche Vorkommnisse erfordern ausserordentliche Massnahmen: Sollten die verfügten Massnahmen verlängert werden, muss der Bundesrat mit den Kantonen ein Konzept entwickeln, in welchem er betroffenen Unternehmen und Veranstaltern unbürokratisch unter die Arme greift: zum Beispiel mit flexiblen Bewilligungen für Kurzarbeit, um Konkurse und Härtefälle abzuwenden. Wichtig dabei ist, dass seitens der Öffentlichkeit alle direkt betroffenen Branchen, Vereine, Clubs, Veranstalter gleich behandelt werden.»

«Der Bund soll Mitverantwortung übernehmen»

Céline Widmer, SP Zürich. (Bild: Keystone)

«Ausserordentliche Massnahmen wie ein Veranstaltungsverbot erfordern ausserordentliche Antworten. Deshalb sollten unmittelbar betroffene KMUs, Vereine und Selbstständige, die in ihrer Existenz bedroht sind, rasch finanziell unterstützt werden.

Das Veranstaltungsverbot ist ein massiver – aber notwendiger – Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit für Branchen, die in kulturellen und sportlichen Veranstaltungen involviert sind. Wenn der Bund aufgrund des Epidemiegesetzes so stark eingreifen muss, sollte er umgekehrt auch Mitverantwortung für die betroffenen KMUs und Vereine übernehmen.»


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

Die Sendung ist zu hören auf Spotify, bei Apple Podcasts oder direkt hier:

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ernesto am 05.03.2020 05:27 Report Diesen Beitrag melden

    für Was

    Auf keinen Fall, solange an Fussballer Milionen - Saläre bezahlt werden kann es nicht Sache des Bundes (Steuerzahler) sein diese Vereine zu Unterstützen.

    einklappen einklappen
  • Tutsch am 05.03.2020 06:17 Report Diesen Beitrag melden

    Keinen Rappen

    Wieso soll jetzt die Öffentlichkeit zahlen...? Die Fussballvereine leben sowieso konstant über ihre Verhältnisse! Einzig über die nun eingesparten Gelder für die Hunderschaften an Polizisten die nun nicht gebraucht werden könnte man verhandeln... aber die Fangruppen werden wohl nach der Zwangspause "Nachholbedarf" haben... ;-)

  • Madlen am 05.03.2020 06:10 Report Diesen Beitrag melden

    Fussball-Mafia

    FIFA kann jetzt was machen. Wir finanzieren die Profifußballer durch ALK und jetzt das. Nein!

Die neusten Leser-Kommentare

  • R.M. am 05.03.2020 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    und der Rest der Wirtschaft und das Volk

    Es leidet die ganze Wirtschaft und auch das Volk finanziell unter dem Coronavirus. Warum sollen ausgerechnet die Fussballvereine mit den teuer bezahlten Fussballern Subventionen bekommen? Es fehlt eigentlich nur noch, dass der Bundesrat eine Sondersteuer für einige Jahre einführt. Selbstverständlich würde diese Steuer, wie bei der Wehrsteuer, nach Ablauf einfach unbenannt und weiterführt.

  • Carlotta am 05.03.2020 15:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krankenkassenprämien

    Der Bund soll das Geld für nächstes Jahr für die Krankenkassenprämien-Erhöhung beiseite legen. Solche Leistungen sind den Obligatorien vorbehalten und nicht den Vergnügen.

  • Bälleler am 05.03.2020 14:39 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Subventionen

    Bitte nicht noch mehr Geld an die Fussballer. Die sollen zuerst die Löhne den gezeigten Leistungen entsprechend nach unten anpassen. Zudem haben wir für die Stadien und Sicherheitsmassnahmen schon genug bezahlt. Frau Bircher, Swisslos Geld ist sicher nicht für überbezahlte Profis zu verwenden!

  • Auswanderin am 05.03.2020 14:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was ist mit FIFA

    Für Fussball müsste die FIFA und UEFA finanziell einspringen. Denn die haben Millionen verdient und könnten somit dem Sport etwas retour geben. Ist nicht Sache vom Bund, respektive Steuerzahler

  • BR Tell am 05.03.2020 13:30 Report Diesen Beitrag melden

    CH: eine traurige Komoedie

    Die Fussballvereine sollen einfach Konkurs gehen. Wenn sie dann in der Landwirtschaft taetig sein werden (Stadion anbauen.) werden sie vom Bund Millionen erhalten! Nur der Normalbuerger darf zahlen und kuschen.