Super League

23. Februar 2020 19:02; Akt: 23.02.2020 23:16 Print

Furioses Spitzenspiel endet unentschieden

Das Spitzenspiel zwischen St. Gallen und YB hält, was es verspricht. Nach einer langen und aufwühlenden Schlussphase trennen sich die beiden unentschieden.

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St. Gallen sieht im Spitzenkampf wie der sichere Sieger aus. Doch dann gleicht Guillaume Hoarau zum 3:3 aus. Per Penalty. In Minute 99. Das, nachdem er zwei Minuten zuvor einen verschossen hatte. Doch Lawrence Ati Zigi hatte sich im St. Galler Tor um Sekundenbruchteile zu früh bewegt, worauf Schiedsrichter Alain Bieri den Penalty wiederholen liess. Bereits der Penaltypfiff erfolgte dramatisch, weil ebenfalls erst nach Eingriff des VAR: Erst nach Videokonsultation sah Bieri, wie der Ball im Strafraum dem St. Galler Miro Muheim an den Arm gesprungen war.

Furioses Spitzenspiel endet unentschieden

Die St. Galler Party nahm damit ein abruptes Ende. Denn kurz zuvor hatten sich die Fans bereits im Freudentaumel umarmt. Und unten bei der Ersatzbank tanzte Präsident Matthias Hüppi. Der FCSG glaubte, YB 3:2 besiegt zu haben. Es zeigte sich einmal mehr: Wenn es um verrückte Spiele geht, dann stehen die Begegnungen zwischen St. Gallen und YB in der Schweiz im Ranking ganz oben. Das Spitzenspiel am Sonntagnachmittag liess auf jeden Fall keine Wünsche offen. Intensität, Spannung, Emotionen und 6 Tore - es war alles dabei was sich ein Fan nur wünschen kann.

Aber alles der Reihe nach. Der Gastgeber drückte von Anfang an vehement aufs Gas. Verrückt die Pace, die die St. Galler in der Startphase hinlegten. Der Meister konnte sich kaum aus der eigenen Hälfte befreien. Die 1:0-Führung nach 10 Minuten war nur die logische Folge. Görtler verlängerte mit dem Kopf einen Guillemenot-Freistoss - Ngamaleu leistete sich zuvor eine unnötige Rangelei mit Demirovic - und «Glücksbringer» Betim Fazliji traf wuchtig ins Tor. «Glücksbringer» deshalb, weil der FCSG noch nie verloren hat, wenn der Ersatz von Boris Babic (wurde am Sonntag am Kreuzband operiert) auf dem Platz stand.

Nach sieben Jahren - damals noch AFG-Arena - war wieder einmal ein Heimspiel ausverkauft und die 19 024 Zuschauer kamen in diesem Spitzenkampf auf ihre Kosten. Nach der Druckphase zum Start kam YB je länger desto besser ins Spiel. Der Weitschuss von Christian Fassnacht (28.) krachte erst noch an den Pfosten. In der 44. Minute fiel der Ausgleich doch noch. Jean-Pierre Nsame traf nach einem herrlichen Doppelpass mit Ngamaleu zum 1:1. Es war der der 18. Ligatreffer der Berner Nummer 18. Erst Vorlagengeber dann Torschütze: Moumi Ngamaleu (45.+2) erzielte mit einem technischen Kabinettstückchen das 2:1. Der Meister hatte das Spiel innert 3 Minuten gedreht.

Doch wie sagte es der St. Galler Lukas Görtler im Pauseninterview mit Teleclub? «Das haut uns nicht um!» Und tatsächlich: Der FCSG steckte nicht auf, powerte, ackerte und kam zum Ausgleich. Nach einer Flanke von Görtler kam Demirovic (73.) einen Tick vor YB-Verteidiger Lefort an den Ball und glich aus. Und dann traf Görtler (90.) selber. Zum vermeintlichen Sieg. Doch der VAR legte sein Veto ein.

Schiedsrichter Alain Bieri erklärt, warum der Penalty ungültig war. (Video: SRF)

Ereignisarmes 0:0 zwischen Lugano und Sion

Was wäre das für ein Debüt gewesen für Rangelo Janga. Der Neuzugang des FC Lugano kommt bereits nach weniger als einer Spielminute zu einer guten Chance, scheitert aber an Sions Kevin Fickentscher. Dieser Abschluss bleibt der einzige, zu dem das Heimteam in der ersten Halbzeit kommt. Sion gewinnt die meisten Zweikämpfen und hat mehr vom Spiel. Gefährliche Aktionen oder Abschlüsse waren aber auch für die Sittener Mangelware. Lugano reagierte, tätigte zwei Wechsel nach der Pause und kam besser ins Spiel. Doch auch in der zweiten Hälfte waren die Torhüter unterbeschäftigt und so überraschte das torlose Unentschieden niemanden.

Für Sions Trainer Ricardo Dionisio, der seit Anfang Jahr im Amt ist, ist dies erst der zweite Punkt im fünften Spiel. Seinem Boss Christian Constantin schien das auf dem Feld Gezeigte auch nicht zu gefallen. Mit grimmigem Blick verfolgte er zusammen mit weniger als 2900 Zuschauern das Spiel. Wie lange er noch an seinem neuen Trainer festhalten wird, steht in den Sternen, aber zufrieden dürfte er mit seiner Verpflichtung nicht sonderlich sein.

Telegramme:

St. Gallen - Young Boys 3:3 (1:2)
19'024 (ausverkauft). - SR Bieri.
Tore:10. Fazliji (Görtler) 1:0. 44. Nsame (Ngamaleu) 1:1. 45. Ngamaleu (Mambimbi) 1:2. 73. Demirovic (Görtler) 2:2. 91. Görtler (Ribeiro) 3:2. 97. Hoarau (Handspenalty) 3:3.
St. Gallen: Zigi; Hefti, Stergiou, Letard (34. Staubli), Muheim; Görtler (93. Bakayoko), Quintillà, Fazliji; Guillemenot (89. Ribeiro); Itten, Demirovic. Young Boys: Von Ballmoos; Janko, Bürgy, Lefort, Garcia; Fassnacht, Lustenberger, Martins, Ngamaleu (77. Zesiger); Mambimbi (83. Elia), Nsame (87. Hoarau).
Bemerkungen: St. Gallen ohne Ruiz (gesperrt), Babic, Costanzo, Adonis Ajeti, Nuhu, Lüchinger und Strübi (alle verletzt), Gonzalez, Campos und Vilotic (alle nicht im Aufgebot). YB ohne Aebischer, Camara, Lotomba, Sierro, Sörensen und Sulejmani (alle verletzt). 4. Pfostenschuss von Itten. 28. Pfostenschuss von Fassnacht. Rote Karte: 98. Guillemenot (Reklamieren/nach Schlusspfiff). Verwarnungen: 15. Janko, 31. Lustenberger, 33. Letard, 39. Ngamaleu, 46. Demirovic, 70. Guillemenot (alle Foul). 94.Muheim (Handspiel). 95. Zigi (Unsportlichkeit).

Lugano - Sion 0:0
2872 Zuschauer. - SR Schnyder.
Lugano: Baumann; Yao, Sulmoni, Daprelà, Lavanchy; Lovric, Selasi (45. Covilo), Custodio; Holender (90. Lungoyi), Janga, Bottani (46. Aratore).
Sion: Fickentscher; Bamert, Abdellaoui, Ruiz, Lenjani; Kasami, Zock, Song, Itaitinga (78. Grgic); Doumbia (85. Uldrikis), Luan (70. Stojilkovic).
Bemerkungen: Lugano ohne Gerndt (gesperrt), Sabbatini, Guidotti und Maric (alle verletzt). Sion ohne Facchinetti, Fortune, Kouassi (alle gesperrt), Toma, Djourou, Maçeiras, Ndoye und Raphael (alle verletzt). Verwarnungen: 8. Bottani (Foul), 17. Abdellaoui (Foul), 32. Lavanchy (Foul), 42. Song (Foul), 91. Stojilkovic (Foul).

Fussball

(ete/ets)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tegridy am 23.02.2020 18:08 Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar

    Ich bin überhaupt kein FC St. Gallen Sympathisant aber die Entscheidigung diesen Elfmeter zu wiederholen ist ein absoluter Skandal. Da könnte man wirklich jeden einzelnen Penalty wiederholen. Das hat nichts mehr mit Fairness zu tun.

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  • eiramenna am 23.02.2020 17:12 Report Diesen Beitrag melden

    Schwalben

    Wieso pfeift Bieri ein Spitzenspiel? Kann zwischen echten Fouls und Schwalben kaum unterscheiden.

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  • Marco am 23.02.2020 16:29 Report Diesen Beitrag melden

    Srf

    Srf nächstes mal bitte ein neutralen kommentator danke

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ryan Giggs am 24.02.2020 22:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig

    Wenn man all die Kommentare liest, dann kann ich nur den Kopf schütteln. Worte wie Skandal, Verschwörungstheorien etc. Meine Güte!Der Entscheid ist sicher hart und niemand hätte heute noch davon gesprochen, wenn der Penalty nicht wiederholt worden wäre. Aber es ist kein Fehlentscheid sondern regelkonform! Und die Torhüter wurden informiert, dass ein Fuss auf der Linie zu sein hat! Punkt! Und wer sich in der letzten Aktion im Strafraum so anstellt und den klaren Penalty verschuldet, der soll zuerst selber in den Spiegel schauen!

  • Sabi am 24.02.2020 19:33 Report Diesen Beitrag melden

    Sieger??

    Zum Glück könnt ihr euren Frust diesmal nicht dem FCB in die Schuhe schieben! Die Entscheidung ist hart aber so ist es nun mal und das Leben geht weiter...

  • Jangdebang am 24.02.2020 16:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gekauft.

    Ich behaupte vollen Ernstes, dass dieses Spiel gekauft wurde. Anders sind die zahlreichen Ungereimtheiten zugunsten von YB nicht mehr zu erklären. Wer die edlen Spender und wer die schamlosen Empfänger waren, bleibe dahingestellt. Die Ausgangslage: YB durfte nicht verlieren und der FCSG auf keinen Fall als Sieger vom Platz gehen - e basta...

    • Jangi2 am 24.02.2020 19:13 Report Diesen Beitrag melden

      Ja, leider

      Da gehe ich mit dir total einig. Es stinkt zum Himmel...!

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  • Buba am 24.02.2020 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Dank UPC

    Habe die Wiederholung des Elfers ca. 10 mal wiederholt, der Torhüter ist bei Schussabgabe klar ersichtlich nicht mehr mit mindestens einem Fuß auf der Linie, somit ist die Entscheidung hart aber Regeltechnisch absolut korrekt. Außerdem gab es beim Stand von 2:2 eine weitere Hands Szene bei der es einen Elfer für YB hätte geben müssen.

  • Trebol am 24.02.2020 06:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erbärmliche Heulsusen

    Jammereee meckereeee Singt doch einfach euer dalle dolli sangalli golli

    • Armselig am 24.02.2020 08:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Trebol

      So früh schon so blöde Kommentare.

    • Hopp Schwiiz am 24.02.2020 10:53 Report Diesen Beitrag melden

      @Trebol

      ...wer die Heulsusen sind, hat man auf dem Platz gesehen...

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