8 Jahre Gefängnis

05. November 2019 09:14; Akt: 05.11.2019 14:31 Print

50 Kilo Drogen im Auto – Sprinterin verurteilt

Es begann mit Doping und endete im Drogenschmuggel: Madiea Ghafoor redete aus Angst um ihre Familie vor Gericht kaum – und wurde nun hart bestraft.

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Es dauerte einen kurzen Moment, bis die Übersetzung ankam. Doch als Madeia Ghafoor verstand, was sie für eine Strafe aufgebrummt bekam, begann sie still zu weinen. Acht Jahre und sechs Monate. So lange muss die holländische Sprinterin ins Gefängnis. Es ist der Tiefpunkt einer sportlichen Negativspirale, die offenbar ausartete.

Knapp 50 Kilo Ecstasy und zwei Kilo Crystal Meth wurden im Juni in ihrem Auto gefunden, als sie die deutsche Grenze überqueren wollte, schreibt «n-tv.de». Die 27-Jährige äusserte sich vor Gericht kaum, weil sie Angst um das Leben ihrer früheren Partnerin und deren Kinder hatte. Ghafoor gab einzig an, nichts von den Drogen im Auto gewusst zu haben.

Sie habe Dopingmittel in ihrem Kofferraum vermutet, gab sie dem Landgericht Kleve (Niederrhein) an. Denn zu dieser Zeit war sie mit «zwielichten Gestalten» im Kontakt, erklärte ihr Anwalt. Grund: Sie dopte, als Vorbereitung für die WM in Doha, wo sie in der 4x400-m-Staffel hätte starten sollen. Im Gegenzug für die unerlaubte Hilfe hätte sie die leistungsfördernde Substanzen über die Grenze schmuggeln sollen.

«Ein solches Risiko geht kein Drogenhändler ein»

Richter Jürgen Ruby glaubte dieser Version nicht, erklärte er bei der Urteilsverkündung: «Niemand überlässt einem Kurier Drogen im Strassenverkaufswert von 1,5 Millionen Euro, wenn der nichts davon weiss. Ein solches Risiko geht kein Drogenhändler ein.» Die Anklage forderte sieben Jahre und sechs Monate Gefängnis, die Verteidigung deutlich weniger. Der Anwalt will nun in Berufung gehen.

Aufgeflogen war der Schmuggel aufgrund eines Zollbeamten bei einer Routinekontrolle. Ghafoor erklärte, sie sei auf dem Weg nach Düsseldorf ins Training, im Kofferraum befänden sich Laufschuhe. Stattdessen waren in den Sporttaschen eingeschweisste Drogenpäckchen und Bargeld von über 12'000 Euro.

Fussball

(fas)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sandy Butts am 05.11.2019 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist an der Zeit

    dieses ganze Sport-Karussell mal gründlich auseinander zu nehmen... nebenbei dürfte es sich auch gleich lohnen allen Diplomaten mal genau auf die Finger, respektive in's Gepäck zu schauen.

  • IchDuWir am 05.11.2019 09:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld

    Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Ob sie jetzt Dopingmittel oder Drogen geschmuggelt hat, ist für mich nicht relevant. Man sollte sich im Vorfeld gedanken darüber machen was man tut. Ich Nachhinein weinen ist verständlich aber nützt nichts.

    einklappen einklappen
  • nichtsportlich am 05.11.2019 09:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm

    Was im Spitzensport läuft. Das ist wirklich sehr tragisch.Auch für die Junge Frau.

Die neusten Leser-Kommentare

  • muzungu am 05.11.2019 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so

    Gut das der Richter die Strafe höher angesetzt hat, der Staatsanwalt wollte nur 7 Jahre 6 Monate der Richter hat 8 Jahre 10 Monate gegeben ist doch schön endlich mal ein Richter der recht spricht von mir hätte sie weitaus mehr bekommen 12 Jahre 6 Monate. Solche Richter brauchen wir auch in der Schweiz.

  • Heidi Heidnisch am 05.11.2019 17:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Objektivität gefragt

    Die Argumentation des Richters steht auf sehr wackeligen Füssen. Zudem bestätigt er mit der Begründung, "dass niemand eine solche Menge Drogen jemandem anvertraue, der nichts davon wisse", dass das Zeug ihr gar nicht gehörte. Also müsste sie im schwersten Fall nur wegen Transport bestraft werden (1 - maximal 2 Jahre). Die 8 Jahre stempeln sie aber zur Haupttäterin, was jeglicher Logik widerspricht. Dass dann noch das Strafmass des Anklägers überschritten wird, deutet auf Willkür, ja Bösartigkeit von Richter Ruby hin. Wohlverstanden, ich befürworte keine harten Drogen.

  • hagbard23 am 05.11.2019 16:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bagatellfall

    Drogenschmuggler haben kein Gefängnis verdient, sondern eine Auszeichnung für ihren besonders wertvollen Dienst an der Gesellschaft.

  • Kein Opfer am 05.11.2019 16:21 Report Diesen Beitrag melden

    Ziemlich gewagt

    Selbst nach derart kriminellen Handlungen möchte sie sich noch als Opfer darstellen?! Soll mal daran denken wieviele Menschen sie möglicherweise in den Ruin getrieben hat.

  • Peter am 05.11.2019 15:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hart aber richtig

    Finde es interessant, dass wenn eine Frau eine Straftat verübt, sie viel mehr Mitleid bekommt. Wenn es ein Mann verübt dann sagt man "tja selber schuld". Von dem her endlich mal ein faires gleichgestelltes Urteil. Weiter so, Richter!