EM-Qualifikation

04. Juni 2011 14:54; Akt: 04.06.2011 20:18 Print

Starke Schweizer trotzen England ein Remis ab

Die junge Schweizer Mannschaft erkämpft sich mit einer der besten Leistungen der letzten Monate ein verdientes 2:2 in England. Die minimen EM-Quali-Chancen bleiben damit intakt.

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Achtungserfolg für die Schweizer Nati. Sie trotzt den «Three Lions» ein 2:2 ab. Die beiden Trainer blicken gespannt auf das Geschehen. Schreckensmoment für die Schweizer. In der 74. Minute muss Stürmer Eren Derdyiok verletzt vom Platz. Admir Mehmedi ersetzt ihn und kommt so zu seinem Nati-Debüt. Wenige Minuten nach Wiederanpfiff Jubel bei den Engländern. Ashley Young gelang der Treffer zum 2:2. Die Schweizer sind gefordert. Die Engländer machen Druck. Fabio Capello peitscht sein Team an. Ein kleiner Seitenhieb in Richtung Sepp Blatter und die Fifa. Ein jubelnder Tranquillo Barnetta ... ... Er schiesst die Nati in der 32. und 34. Minute mit zwei Toren in Führung. Die Schweizer sind samt den rund 9000 mitgereisten Fans aus dem Häuschen. Nur drei Minuten später wird Jack Wilshere von Johan Djourou im Schweizer Strafraum gefoult - Frank Lampard verwertet den Penalty zum 1:2 aus britischer Sicht. Früher Wechsel bei den Engländern. Leighton Baines kommt für Ashley Cole (l.). Nati-Goalie Diego Benaglio muss eingreifen. Stephan Lichtsteiner holt sich Anweisungen bei Ottmar Hitzfeld. Die «neue» Schweizer Nati verkauft sich in der ersten Halbzeit im Wembley gut. Voller Einsatz bei Lichtsteiner ... ... und Ziegler. Ottmar Hitzfeld schaut der Partie gegen England kurz vor Anpfiff zuversichtlich entgegen. Die englische Startelf. Gute Stimmung bei den Schweizer Fans im Stadion - zumindest vor dem Spiel. Imposant: Das Wembley-Stadion kurz vor dem Spiel. Auf dem Weg ins Stadion. Haben alles unter Kontrolle: Die Schweizer Fans und die berittene Polizei. Auch Spongebob ist ein Schweizer. Die Schweizer nehmen Central London ein. Hunderte Fans versammelten sich schon am Nachmittag im Zentrum der Hauptstadt. Die Stimmung stieg - auch unterstützt durch einige Getränke. 9000 Fans sollen aus der Schweiz angereist sein. Ob die Eidgenossen den Briten trotzen können?

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Die Schweiz hat nach diesem Unentschieden fünf Punkte. Das ist nicht viel, aber sie kann mit drei Siegen im Herbst gegen Bulgarien und Montenegro (daheim) sowie in Wales auf 14 Zähler kommen. Und wer weiss: das könnte für Platz 2 noch reichen. Wenn Montenegro aus seinen übrigen drei Spielen (neben dem Duell gegen die Schweiz) nicht mehr als vier Punkte holt.

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Die Schweizer haben im Wembley vieles richtig gemacht. Sie setzten um, was sie im Vorfeld angekündigt hatten. Vor allem vor der Pause war es eine mutige und freche Darbietung der SFV-Auswahl. Sie war so gut, dass der knappe 2:1-Vorsprung ein Mindestlohn war.

Schneller Anschlusstreffer

Kurz nach der Doublette von Tranquillo Barnetta, der innerhalb von drei Minuten zwei Freistösse aus nahezu identischer Position verwertete (32./35.), unterlief aber Neuling Granit Xhaka ein folgenschwerer Ballverlust im Mittelfeld, und aus dem anschliessenden Konter gab es den Penalty für England, der den Favoriten, kaum war er in gravierende Rücklage geraten, wieder ins Spiel zurückbrachte (37.).

Es überraschte, wie stilsicher die Schweizer bis zu dieser 37. Minuten auftraten. Im neuen 4-2-3-1-System griffen die Mechanismen ohne Verzögerung. Bis auf den unsicheren Innenverteidiger Johan Djourou und den technisch auf diesem Niveau überforderten Valon Behrami sah man ein homogenes Team, das den grossen Favoriten nicht nur ärgerte, sondern ihn in dessen Stadion mehr als eine halbe Stunde lang sogar dominierte.

Joe Hart zweimal erwischt

Nach vergebenen Chancen von Eren Derdiyok (6.), Gökhan Inler (8.) und Xherdan Shaqiri (20.) sorgten zwei kuriose Freistosstreffer von Barnetta für die 2:0-Führung des Aussenseiters. Aus halblinker Position schlug der Leverkusen-Professional die Bälle in den Strafraum - und überraschend ins Tor. Beim 1:0 flog der Ball an allen vorbei in die weite Ecke, beim 2:0 düpierte Barnetta Englands Keeper Joe Hart mit einem Schuss auf den näheren Pfosten.

Die Schweiz war plötzlich auf Kurs zum erhofften Coup - und musste eine Stunde später gleichwohl sogar um den einen Punkt zittern. Das schnelle Anschlusstor der Engländer bewirkte einen Filmriss im Team von Ottmar Hitzfeld. Den Vorsprung rettete es zwar noch in die Pause, doch kurz danach war der Ausgleich perfekt. Ein Fehler von Behrami führte zum Konter und danach zur Direktabnahme des eingewechselten Ashley Young (51.).

Heisse Phase überstanden

Jetzt stand es minutenlang schlecht um das Schweizer Team. Benaglio musste gegen den anstürmenden Darren Bent klären (65.), kurz darauf schoss Theo Walcott zu hoch (68.), und in der 71. Minute vergab wieder Bent die beste Chance zum englischen Sieg. Nach einer verunglückten Abwehr Benaglios traf der Stürmer von Aston Villa das leere Tor nicht.

Die Schweizer fingen sich in der Schlussviertelstunde wieder. Englische Gelegenheiten blieben nun aus, und die Schweizer fanden den Tritt wieder. Sie liessen den Ball nun laufen und kontrollierten das Geschehen. Und sie hatten in der Nachspielzeit sogar noch die Chance zum Erfolg. Der eingewechselte Debütant Admir Mehmedi schoss aber aus spitzem Winkel um Zentimeter am weiteren Pfosten vorbei. Es wäre mehr als dieses 2:2 möglich gewesen, und doch ist dieses Resultat ein gewinnender Beginn für die 'neue' Mannschaft von Ottmar Hitzfeld.


England - Schweiz 2:2 (1:2)
Wembley, London. - 84'459 Zuschauer (ausverkauft). - SR Skomina (Sln).
Tore: 32. Barnetta (Freistoss) 0:1. 35. Barnetta (Freistoss) 0:2. 37. Lampard (Foulpenalty/Foul Djourou an Wilshere) 1:2. 51. Young (Baines) 2:2.
England: Hart; Johnson, Ferdinand, Terry, Ashley Cole (30. Baines); Lampard (46. Young), Parker, Wilshere; Walcott (78. Downing), Bent, Milner.
Schweiz: Benaglio; Lichtsteiner, Senderos, Djourou, Ziegler; Behrami (59. Dzemaili), Inler; Shaqiri, Xhaka, Barnetta (90. Emeghara); Derdiyok (75. Mehmedi).
Bemerkungen: England ohne Rooney (gesperrt) sowie Gerrard, Defoe, Carrick und Carroll (alle verletzt). Schweizer Ersatzspieler: Wölfli, Von Bergen, Fernandes, Margairaz. Auf der Tribüne: Leoni, Grichting, Schwegler. Verwarnungen: 37. Djourou (Foul). 45. Behrami (Foul). 64. Wilshere (Foul). 88. Ferdinand (Foul).

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dinio am 04.06.2011 19:47 Report Diesen Beitrag melden

    Das Beste war mit Abstand, dass...

    ...endlich keine Meckerer mehr auf dem Platz standen. Ansonsten: wer gegen die im Juni notorisch platten und massiv ersatzgeschwächten Engländer einen Zweitore-Vorsprung verschenkt, der schaut sich die EM vor dem TV an. Auch seltsam; man kenn kaum noch einen Schweizer Spieler! Immer wenn man nichts erwartet, sind sie passabel, wenn sie unter Druck sind, geht's nach hinten los. Aber immerhin mal ein Anfang.

  • ruedi lanz am 04.06.2011 19:52 Report Diesen Beitrag melden

    Das war's

    Das dürfte das devinitive Aus gewesen sein, und ich bin froh, dass ich mir den lächerlichen Zweckoptimismus von Hitzfeld nicht mehr anhören muss! Schuld ist sicher nicht dieses England-Spiel, sondern die gravierenden Fehler, die der Coach von Anfang an gemacht hat.

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  • gelöscht am 04.06.2011 19:45 Report Diesen Beitrag melden

    gelöscht

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mike Litoris am 05.06.2011 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ball flach halten

    Ist ja ein Witz, dass viele schreiben das man ohne Frei und Streller besser dran ist. 1. fielen die 2 Tore durch Standarts 2. war kein einziger Stürmer an einem Tor beteiligt und 3. war die erste Halbzeit aufgrund der Systemumstellung so gut, in der 2. fiel die Schweiz wieder in alte Muster zurück. 4. war die englische Nati an diesem Tag enorm geschwächt.

    • Dip Enis am 05.06.2011 11:18 Report Diesen Beitrag melden

      Gruppendynamik

      Das hat nichts mit Stürmer oder nicht zu tun, sondern dass zu grosse Egos oft ein Team davon abhalten, sein Poteential auszuschöpfen. Dann kann das entfernen des besten Individualisten trotzdem das Team besser machen. In Deutschland war dies mit Ballack genau gleich.

    • M. Schweizer am 05.06.2011 12:50 Report Diesen Beitrag melden

      ich glaube

      mike... ich glaube du bist frei & streller fan und darum möchtest du dir nicht eingestehen, dass die nati ohne die 2 überbezahlten .... besser dran sind.

    • Duke am 06.06.2011 12:23 Report Diesen Beitrag melden

      Jetzt haben wir den "Salooth"

      Ich bin ein FCZler. Nun hat sich Eren verletzt, und Memehdi, Gavranovic usw. in Ehren, hat mir auch sehr gefallen was die Jungen gemacht haben, aber das internationale FORMAT von Frei UND Streller haben sie leider (noch) nicht. Wer soll jetzt die Tore schiessen? Frei ist nicht unsonst die Nummer 4 von Europa! Bin absolut Mike's Meinung.

    • Luda am 08.06.2011 14:12 Report Diesen Beitrag melden

      Also bitte

      1. Frei hat immer die Barnetta-Stösse (oder halt Freistösse) getreten und selten getroffen 2. Ist England auch an schwachen Tagen stark 3. Immer diese Nörgler. Mal zufrieden sein mit Leuten wie Shaqiri, Xhaka oder Mehmedi!

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  • M. Schweiz am 05.06.2011 08:02 Report Diesen Beitrag melden

    Den Beweis

    Ohne Frei & Streller ist die Nati besser. Jetzt haben wir den Beweis.

  • roland ferrer am 05.06.2011 03:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ja-----

    war nicht schlecht....weiter so.

  • bombsn am 05.06.2011 03:01 Report Diesen Beitrag melden

    u17 weltmeister rücken nach

    man merkt dass so langsam unsere u17 weltmeister in die A-Nati nachrücken. so machts spass, ich freu mich schon drauf wenn mehmedi sich warm geschossen hat!!

  • Burim am 04.06.2011 23:49 Report Diesen Beitrag melden

    Die Mischung machts

    Wieso sind Frei/Steller nicht viel früher zurückgetretten, da man bei immer wieder geschützt hat. So macht man es, mit einer mischung aus guten Erfahrenen und super Talenten. Wieter so