Grosser Vorteil

19. Juli 2019 13:37; Akt: 19.07.2019 15:46 Print

Steuerparadies Italien lockt wieder Stars an

von Fabian Sangines - Dank eines neuen Gesetzes haben Serie-A-Clubs extreme Wettbewerbsvorteile – dabei gab es vorher schon die «Lex Ronaldo».

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Sie mussten es leicht romantisch verpacken. Natürlich. Schliesslich hat in der Vergangenheit noch kein Fussballer während seiner Präsentation beim neuen Verein gesagt, er sei vor allem wegen des Geldes hier. Also sagte Matthijs de Ligt, das neue Verteidigerjuwel von Juventus Turin, bei seinem Verabschiedungsinterview mit Ajax TV: «Ich liebe es, wie in Italien verteidigt wird, das war ausschlaggebend für meine Entscheidung. Viele meiner Vorbilder sind Italiener.»

Nun, vom mit Stars gespickten Juventus Turin ist nicht typisch italienischer Catenaggio-Fussball zu erwarten. So dürfte sicher auch eine Rolle gespielt haben, dass der 19-Jährige neu der am zweitbesten verdienende Profi bei Italiens Serienmeister wird – nur Cristiano Ronaldo kassiert mehr. Netto sollen es 7,5 Millionen Euro pro Saison sein, die de Ligt künftig verdienen wird. Ein Betrag, den Bonuszahlungen auf über 12 Millionen ansteigen lassen könnte – die damit verknüpften Ziele seien jedoch einfach zu erreichen, ergänzen diverse italienische Medien.

Dank einer Gesetzesänderung wird Juventus künftig deutlich weniger bezahlen müssen, um das von de-Ligt-Berater Mino Raiola geforderte Salär zu erreichen. Ursprünglich war die Idee, in Italien mehr Fachkräfte zu gewinnen; für die Serie-A-Clubs hat das aber einen angenehmen Nebeneffekt: Sie erhalten einen riesigen Wettbewerbsvorteil.

2,5 Millionen Steuerersparnis pro Jahr

Ausländische Fussballer oder Italiener, die mindestens zwei Jahre am Stück im Ausland waren, müssen ab Januar 2020 noch 50 Prozent ihres Einkommens versteuern statt wie bisher den Gesamtlohn. Voraussetzung: Sie bleiben mindestens zwei Jahre im Land. Beim Höchststeuersatz kostet es Juve aktuell 17,16 Millionen Euro, damit 12 Millionen für de Ligt übrig bleiben. Nach neuem Recht müssen aber nur noch 6 Millionen versteuert werden, womit der Verein über 2,5 Millionen jährlich spart. Gerade bei einem Fünfjahresvertrag, wie bei de Ligt, rechnet sich das. Der FC Barcelona beispielsweise, ebenfalls stark interessiert am jungen Holländer, hätte jährlich mehr als das Doppelte an Steuern zahlen müssen.

Im Volksmund heisst das Gesetz Lex Conte. Der italienische Trainer war zwei Jahre lang bei Chelsea unter Vertrag und kehrt nun zu Inter Mailand zurück. Er erfüllt also die Anforderung der italienischen Rückkehrer. Doch mit der Lex Conte hören die italienischen Steuergeschenke für Fussballprofis nicht auf.

Die Steuer-Flatrate

2017 wurde die sogenannte Lex Ronaldo eingeführt. Demnach gibt es für Personen, die neun der letzten zehn Jahre im Ausland gelebt haben und nun nach Italien ziehen wollen, für ihr im Ausland erzieltes Einkommen eine Steuerobergrenze. Als Einkünfte aus dem Ausland zählen insbesondere Marketingeinnahmen, diese kosten nun noch maximal 100'000 Euro an Steuern. Oder wie es für Fussballer heisst: Flatrate. Offenbar war das ein gewichtiger Grund, wieso sich Cristiano Ronaldo für Turin entschieden haben soll, denn schätzungsweise beträgt sein jährliches Werbeeinkommen über 40 Millionen Euro. Oder um beim Thema de Ligt zu bleiben: Das von den Medien kolportierte Beraterhonorar von 11 Millionen Euro, das Raiola einstreichen soll, fällt unter die Lex Ronaldo, also der Flatrate von 100'000 Euro. Der FC Barcelona hätte für diese Gage dem Fiskus 4 Millionen überweisen müssen.

Dabei waren sie in Spanien ähnlich generös. 2003 wurde die Lex Beckham eingeführt, als der damalige Fussballstar David Beckham zu Real Madrid wechselte. Auch hier gab es massive Steuererleichterung, was zahlreiche Stars anlockte und den spanischen Teams zur europäischen Dominanz verhalf. 2015 wurden die fiskalischen Geschenke für Fussballer jedoch gestrichen. Nun versuchen sie es also in Italien, mit einem bewährten Rezept wieder zur kontinentalen Spitze aufzuschliessen.

Fussball

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chris am 19.07.2019 14:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr gibts da nicht zu sagen

    Als hätten es Fussballspieler nötig Steuererleichterung gebrauch davon zu machen.

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  • karl am 19.07.2019 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    ja macht weiter so...

    Italien steht ja realtiv gut da mit der Verschuldung innerhalb der EU :-)

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  • Pici am 19.07.2019 14:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Steuern

    OK wenn das so ist gehe ich jetzt auch nach Italien

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Heiri am 28.07.2019 22:09 Report Diesen Beitrag melden

    Steuern

    Ach hört auf über andere Länder zu lästern.ich habe die definitiven vom 2018 bis heute noch nicht bekommen. Und ist nicht die Schweiz das Land wo allen schwarzen Schafen die Kohle mit Steuervorteilen bunkert?

  • Grande Italia. am 20.07.2019 17:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hinterlistiges

    Italien das schöne Land wo das lügen und betrügen erfunden wurde. ;-)

  • Helvetier1291 am 20.07.2019 16:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Clowns

    Italien zerfällt, können nicht mal den Abfall von den Strassen räumen, sehr sehr viele Italiänr haben kein Geld und leiden unter der Armut, schlechte Spitäler und wenig zu Essen, aber den Fussballern Millionen an Steuergeld einfach überlassen. Lustiges Land dieses Italia, echte Clowns. Weiter so.

    • Dolce Vita Italia. am 20.07.2019 17:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Helvetier1291

      Das ist Italien. Mehr schein als sein. War schon immer so nur das sie sich gut verkaufen können mit ganz vkel Honig um dem Mund.

    • polpo am 20.07.2019 17:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Helvetier1291

      hmm und hier in der schweiz können viele leute nicht einmal die krankenkasse bezahlen weil sie untendurch müssen,nur so als beispiel!und es gibt noch vieles mehr in der schweiz das schief läuft,aber man spricht lieber über die probleme von den nachbarsländer,das ist spannender...

    • Fritz am 20.07.2019 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @polpo

      Und in Italien gibts nich mal ne Krankenkasse...

    • giulio cesare am 20.07.2019 20:37 Report Diesen Beitrag melden

      neidgenossen

      genau helvetier, hier in der schweiz ist vieles besser als italien und trotzdem sind die eidgenossen das langweiligste und unzufriedenste volk die es auf erden gibt, das ist fakt

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  • Re. Alist am 20.07.2019 07:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sie können es sich ja leisten

    Ja dem Italienischen Staat geht es ja dermassen prächtig, dass er den Fussballern schon Steuererleichterungen gewähren kann. Eine funktionierende Infrastruktur braucht ja keiner! Die Morandibrücke lässt grüssen.

    • giulio cesare am 20.07.2019 11:25 Report Diesen Beitrag melden

      realist 2.0

      ja, genau und hier fahren sie dafür in die brücken hinein, nur, eine kleine randnotiz in den medien...wischt zuerst vor eurer haustüre

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  • Tutsch am 19.07.2019 20:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld

    Erstaunt das wirklich jemanden... rüttelt die Erde ein wenig, liegen ganze Ortschaften in Trümmern... Aufbau -Fehlanzeige...! Hauptsache den kleinen Bürger schröpfen und die, die es locker zahlen könnten, schont man! Selber Schuld wer auch nur einen Cent in diesem Land ausgibt!