Hooligan-Angriff

22. Dezember 2011 21:02; Akt: 22.12.2011 22:15 Print

Täter hätte nicht im Stadion sein dürfen

Alkmaar-Goalie Esteban reichte Strafanzeige gegen den 19-jährigen Täter ein. In einer ersten Polizeivernehmung gab der Ajax-Fan den Grund für sein Handeln bekannt.

Alkmaar-Goalie Esteban holt Ajax-Fan von den Beinen. (Quelle:YouTube)
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Ein Hooligan-Angriff auf Alkmaar-Goalie Esteban, der nachfolgende Platzverweis und schliesslich der Abbruch des Cupspiels zwischen Ajax Amsterdam und Alkmaar sorgten in Holland für blankes Entsetzen.

Ein 19-jähriger Ajax-Anhänger war am Mittwoch beim Stand von 1:0 für Gastgeber Ajax auf das Spielfeld gestürmt und hatte den Alkmaar-Goalie von hinten angegriffen. Esteban konnte den Hooligan abwehren und trat danach mehrmals auf den am Boden liegenden Angreifer ein. Schiedsrichter Bas Nijhuis zeigte ihm dafür reglementskonform die Rote Karte. Daraufhin weigerten sich die Gäste, die Partie fortzusetzen. Alkmaar-Trainer Gertjan Verbeek hatte sein Team aus Protest in die Kabine beordert. Der Unparteiische brach das Spiel daraufhin in der 36. Minute ab. Der holländische Verband KNVB zeigte sich gestern nach heftigen Protesten einsichtig und erklärte den Platzverweis für ungültig. Der Torhüter sei «hinterrücks überfallen worden und konnte den Angreifer nicht sehen», hiess es in einer Stellungnahme.

«Was für ein Wahnsinn»

Der Finanzdirektor von Ajax Amsterdam, Jeroen Slop, entschuldigte sich bei den Gästen. «Was für ein Wahnsinn. Das ist ein Drama und ein historischer Tiefpunkt für Ajax», sagte Ajax-Interimssportdirektor Danny Blind. Der Nationalgoalie von Costa Rica reichte inzwischen Strafanzeige gegen den Täter ein, der in einer ersten Polizeivernehmung als Grund für seine Attacke angegeben haben soll, er könne Esteban nicht ausstehen.

Das Verbands-Disziplinargericht wird nun darüber entscheiden müssen, ob die Partie (1:0) bis zur 37. Minute gewertet oder ob sie ausgespielt wird. Inzwischen wurde auch bekannt, dass der Angreifer gar nicht im Stadion hätte sein dürfen, weil gegen ihn bereits ein dreijähriges Stadionverbot ausgesprochen worden war. Die Tickets soll er von einem Freund erhalten haben.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Christian am 23.12.2011 07:53 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Unglaublich, man darf also - ohne Bestrafung - einen am Boden liegenden mehrfach treten und die 20 Minuten Leserschaft applaudiert auch noch. Sorry, das geht gar nicht!

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  • Fussballfan am 23.12.2011 02:26 Report Diesen Beitrag melden

    Der Keeper ist das Opfer, nicht der Hool

    Ich finde die Reaktion des Torhüters nachvollziehbar. Diese Hooligans sollen sich doch nicht alles erlauben können!

  • Danny am 22.12.2011 21:51 Report Diesen Beitrag melden

    Fussball...

    ... wird immer noch primitiver!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • J. Blatter am 23.12.2011 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    Unsinn!

    Die Regel mit der roten Karte ist sowieso Müll! Sollen denn die Spieler einfach dastehen und sich von einem Fan schlagen lassen, nur damit sie keine rote Karte bekommen? Typsisch Fifa!

  • Henry V am 23.12.2011 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn alle...

    ... so, wie dieser Torhüter reagieren würde, wenn Hooligans ihrer Tätigkeit nachgehen, wäre dieses Problem schnell einmal vom Tisch. Leider müssen wir "Zivilisierten" uns immer erst durch die Polizei vertreten lassen...

  • Dani A. am 23.12.2011 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    Witzig ist

    Witzig ist das der Torhüter noch härter bestraft wird als der Hooligan :)... Frechheit...

    • Schofield am 23.12.2011 11:43 Report Diesen Beitrag melden

      Witzig ist auch, dass du nicht richtig gelesen hast. Platzverweis wurde zurückgezogen.

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  • Ch am 23.12.2011 09:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hallo?

    Hallo? Er hat absolut richtig reagiert! Er wurde von einem zuschauer angegriffen und nicht von einem gegnerischen Spieler! Da würde ich auch nicht Sportlich reagieren!

    • Dani A. am 23.12.2011 10:06 Report Diesen Beitrag melden

      Regel ist Regel

      Das spielt absolut keine Rolle, laut Regel ist das eine Tätigkeit, egal ob an Gegen- oder Mitspieler, Tier, Zuschauer oder sonst irgendwem. Es ist hart aber der Schiedsrichter muss so reagieren.

    • beat friedli am 23.12.2011 11:20 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig gehandelt!

      Ist doch nicht mehr als recht, dass sich ein Spieler wehrt! Man stelle sich mal die Situation vor, du bist im Spiel, hoch konzentriert und wirst angegriffen. Daher ist die Reaktion mehr als verständlich. Die rote Karte war sehr deplaziert.

    • Peter Gross am 23.12.2011 14:09 Report Diesen Beitrag melden

      Falsch!

      Der Schiedsrichter muss gar nichts. Er heisst ja immer der Schiedsrichter ist auch nur ein "Mensch", also hätte er auch menschlich reagieren sollen und keine rote Karte zeigen müssen. Manchmal muss man halt die Regeln brechen, wenn es die bessere Entscheidung ist. Hier hat der Schiedsrichter eindeutig falsch entschieden.

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  • Asier Martinez am 23.12.2011 08:27 Report Diesen Beitrag melden

    hmm...

    also sportlich hat der torhüter ja nicht reagiert, aber menschlich. sorry leuts aber wenn ich angegriffen werde, und dann noch von hinten, und auf einem fussballplatz. ich glaube ich hätte auch so reagiert. ist halt menschlich,abwehr.

    • Thalmann Marco am 23.12.2011 08:46 Report Diesen Beitrag melden

      Genau

      This !! Irgendwie fand ich seine Reaktion cool, einfach mal die Möchtegern Hools in die Schranken weisen :)

    • Lutz am 23.12.2011 08:56 Report Diesen Beitrag melden

      Sportliches Auftreten

      hmm??? Mit dem Verhalten des Torhüters haben die unbeherrschten noch mehr ausreden vor Gericht wenn sie auf jemand eintreten der schon am Boden liegt. Die Treter können dann auch argumentieren, sie fühlten sich überrascht.

    • Tobias Sutter am 23.12.2011 09:09 Report Diesen Beitrag melden

      sportlich ungleich menschlich?

      Mich würde es dann wundern was Sie als sportliche Reaktion ansehen würden?

    • mein name am 23.12.2011 11:43 Report Diesen Beitrag melden

      quatsch

      Das ist doch blödsinn Lutz. Der Typ wollte ihm ans Leder also muss er dafür sorgen das derjenige ihn in ruhe lässt. Hätte er sich weggedreht, wär der Täter aufgesprungen und hätte ihn wieder Attakiert. Er ist in der Position des Verteidigers nicht in der des Angreifers, dein Argument ist also völlig falsch.

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