Gute Tat

17. Dezember 2019 08:26; Akt: 17.12.2019 10:53 Print

Watford-Goalie rettet demenzkranken Mann

Premier-League-Torhüter Ben Foster ist ein Mann mit grossem Herz. Er hilft nach einem Spiel einem demenzkranken Mann – und lädt ihn an Weihnachten zu sich nach Hause ein.

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Ben Foster ist mit seiner Frau und seinem Vater auf dem Rückweg nach dem 0:0 gegen Crystal Palace, als ihnen ein älterer Mann auffällt. Der etwa 80-Jährige geht im Dunkeln zu Fuss am Rand der zweispurigen Strasse entlang. Erst fährt der Watford-Torhüter weiter, doch dann machen er und seine Familie sich Sorgen und kehren um. Zum Glück – denn der Mann leidet an Demenz, die Krankheit befindet sich in einem frühen Stadium. Weil seine Autobatterie nicht mehr funktioniert hatte, wollte der Matchbesucher den ganzen Weg vom Stadion nach Hause laufen. Die Distanz beträgt 16 Kilometer.

Als Foster den Mann findet, liegt dieser in einem Graben. Er hilft dem Mann, fährt ihn nach Hause und lädt ihn zu sich zum Weihnachtsfest ein, falls er allein sein sollte. Und obendrauf gibt Foster noch ein Versprechen: Falls der 80-Jährige nächstes Jahr noch in der Lage ist, zu den Watford-Spielen zu kommen, bezahlt Foster die Dauerkarte. Seit 60 Jahren hat der Mann ein Saisonabonnement beim Club aus dem Nordwesten Londons.

Foster machte die Geschichte nicht öffentlich

Sportlich läuft es dem 36-jährigen Engländer mit seinem Club Watford als Tabellenletzter der Premier League mit bisher nur einem Sieg alles andere als rund. Abseits des Rasens zeigt sich der Keeper als Mann mit einem grossen Herz. Foster selbst machte die Sache nicht publik, sie wurde über Twitter von einem Verwandten des Mannes erzählt. «Super-Ben auf und neben dem Platz», twitterte Fosters Verein später.

Damit nicht genug: Wenige Stunden später veröffentlichte Watford ein Video dazu, wie Foster einen jungen Watford-Fan besucht, der an Leukämie erkrankt ist. Er überreicht dem Mädchen als Weihnachtsgeschenk ein von allen Spielern signiertes Shirt und Fussballschuhe. Und zeigt die menschliche Seite der sonst so abgeschirmten Premier-League-Stars.

Fussball

(va/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • The flyer am 17.12.2019 09:55 Report Diesen Beitrag melden

    Echt stark

    Einfach fantastisch, solche Anekdoten zu lesen. Nicht nur sportlerische Fähigkeiten zeichnen einen Spieler aus, sondern genauso sein Charakter und sein Herz.

  • Simi am 17.12.2019 10:01 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Seltenheit

    Das ist wahre Grösse. Ein gute Tat begehen, ohne es hinterher vor der ganzen Welt rauszuposaunen. Davon könnten sich viele eine grosse Scheibe abschneiden.

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  • Red Devil am 17.12.2019 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön

    Schön auch diese Seite mal zu lesen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Livio am 19.12.2019 01:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Supergoali

    Was für ein toller Mensch.

  • R.D. am 18.12.2019 22:56 Report Diesen Beitrag melden

    Sucht keine Aufmerksamkeit!

    Was ich am schönsten finde - Er hat es nicht öffentlich gemacht. Er hat keine Aufmerksamkeit gesucht wegen einer guten Tat. Er hat sein wahres Gesicht gezeigt, denn Promis die gute Taten öffentlich machen, suchen meistens Aufmerksamkeit und haben dann 4 gute Taten im Jahr gemacht und werden gelobt, denn wenn sie eine gute Tat begangen haben muss es ja an die Öffentlichkeit. Wer weiss wie oft dieser Torhüter schon Menschen in Not geholfen hat? Nur er! Und das zeigt auch - Es geht ihm um die gute Tat und nicht um eine Imageverbesserung. Wünsche dem Dementen viel Spass und schöne Weihnachten!

  • Antoine Wyss am 17.12.2019 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    Super!

    Echt stark! Die Tat und das Nicht-Aufschalten. Super.

  • Tschütteler am 17.12.2019 11:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Merci Ben

    Was mich am meisten freut an der Geschichte ist, dass er nach schlechtem Gefühl umkehrte. Das braucht Überwindung, man ist müde will einfach nach Hause, man hat wieder nicht gewonnen. Ich habe mich schon so oft über mich selbst geärgert, weil ich trotz schlechtem Gefühl einfach weiter fuhr. Vielleicht wärs aber wichtig gewesen. Wir sollte die Augen für unsere Mitmenschen offenhalten. Merci Ben - auch für den Wachrüttler

  • füdli putzer am 17.12.2019 10:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    not amused

    Ich helfe/betreue/pflege tagtäglich demenzkranke Menschen. Wieso wird nichts davon berichtet? Ach jaa, ich bin ja nur ein NORMALO...

    • Leser am 17.12.2019 13:14 Report Diesen Beitrag melden

      Nachdenken...

      Vielleicht weil das dein Job ist und du dafür entsprechend entlöhnt wirst?

    • R.D. am 18.12.2019 23:06 Report Diesen Beitrag melden

      Im Grunde verstehe ich Sie...

      Der Torhüter hat es nicht öffentlich gemacht und somit nicht um einen Bericht gebeten. Sie hingegen suchen Aufmerksamkeit mit diesem Kommentar, auch wenn Wahrheit in Ihrem Kommentar steckt - Der Kommentar ist besser aufgehoben bei Promis die ihre gute Tat rumposaunen. Aber auch wenn Sie eine gute Tat begangen haben (Arbeiten mit Dementen ist aber ihr Job, meine eine andere gute Tat) wird es eher weniger in die Medien kommen, als wenn es ein Promi war. Sie haben sicher auch schon gute Taten gemacht, die meisten Menschen haben das. Die Erinnerung ist doch viel mehr Wert als ein Medienbericht!

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