WM-Qualifikation in Südamerika

11. Oktober 2009 09:03; Akt: 11.10.2009 10:15 Print

Trotz Drama-Sieg: Argentinien droht WM-Out

In Südamerika ist es in der vorletzten Runde drunter und drüber gegangen. Nach Brasilien und Paraguay hat sich auch Chile für die WM qualifiziert. Dahinter feierten Argentinien (2:1 gegen Peru) und Uruguay (2:1 in Ecuador) dank Toren in der Nachspielzeit wichtige Siege.

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Somit hat der südamerikanische Verband CONMEBOL in der kommenden Nacht auf Donnerstag nur noch ein WM-Ticket zu vergeben. Um dieses werden sich Argentinien (25 Punkte), Uruguay (24) und Ecuador (23) streiten. Die letztlich zweitbeste Nation aus diesem Trio darf sich immerhin mit der Barrage gegen den Vierten der CONCACAF-Zone trösten, eine Mannschaft wird leer ausgehen. Die Ausgangslage ist besonders brisant, weil die Argentinier nun nach Montevideo reisen müssen. Verliert die «Albiceleste» in Uruguays Hauptstadt und gewinnt gleichzeitig Ecuador in Chile, ist auch die Barrage kein Thema mehr und erstmals seit 1970 findet eine Fussball-WM ohne den zweifachen Titelträger Argentinien statt.

Maradonas «Taucher» ins Glück

Die Ausgangslage für Argentinien könnte durchaus noch schlechter sein. Die «Gauchos» beanspruchten beim budgetierten Heimerfolg gegen das Schlusslicht Peru, das zuvor in dieser Kampagne auswärts noch keinen einzigen Punkt geholt hatte, einiges an Glück. Zwar zeigten sich die Mannen von Diego Armando Maradona nach drei Niederlagen in Serie zunächst verbessert, in der 48. Minute gelang dem Debütanten Gonzalo Higuain von Real Madrid die Führung.

Doch je länger die Partie im El-Monumental-Stadion zu Buenos Aires dauerte, desto mehr bauten die favorisierten Gastgeber ab. Argentinien störte plötzlich die Kreise der Peruaner nicht mehr so konsequent, was diese zu sehenswerten Aktionen nutzten. Als dann in der Schlussphase auch noch heftige Sturmböen und ein Wolkenbruch einsetzten, gerieten Lionel Messi und Co. völlig aus dem Konzept. Und das Nachlassen wurde tatsächlich bestraft. In der 90. Minute glich der eingewechselte Hernan Rengifo für die Gäste per Kopf aus. Die Argentinier standen zu diesem Zeitpunkt im wahrsten Sinne im Regen, an der Seitenlinie wirkte Maradona wie ein begossener Pudel und die Fans in Weiss-Blau sahen die Felle davonschwimmen.

Argentinien war allerdings noch zu einer Reaktion fähig. In der 93. Minute fand der Ball nach einer unübersichtlichen Situation per Zufall den Weg zu «Joker» Martin Palermo, und der Routinier von den Boca Juniors schob aus offsideverdächtiger Position mühelos ein. Maradona war aus dem Häuschen. Er liess sich im Freudentaumel auf dem vom Wasser durchtränkten Rasen gar zu einem «Taucher» hinreissen. Beinahe wäre der Jubel verfrüht gewesen. Der Schiedsrichter pfiff die Partie nämlich noch nicht ab, die Peruaner versuchten es nach dem Anstoss mit einem Verzweiflungsschuss von der Mittellinie aus und fast wäre der Ball statt an der Latte im Netz gelandet. Für die Argentinier ein Ende mit Schrecken.

«Der heilige Palermo hat uns neues Leben gegeben», meinte Maradona hinterher, «ich hatte ihm zur Pause gesagt, er solle die Sache für uns retten.»

Uruguay dank Penalty

Ähnlich dramatisch verlief die Schlussphase in Quito. Zwischen Ecuador und Uruguay stand es 1:1, als in der 93. Minute nach einem Konter der «Urus» der eingewechselte Edinson Cavani im Strafraum vom gegnerischen Goalie touchiert wurde und zu Boden ging. Der brasilianische Referee entschied auf Penalty, und Diego Forlan wusste daraus Profit zu ziehen. Das Schiedsrichter-Gespann benötigte nach dem Abpfiff Polizeischutz.

Chile sicherte sich seine erste WM-Teilnahme seit 1998 dank eines 4:2 in Kolumbien. Anteil am Auswärtssieg hatte auch der ehemalige Servettien Jorge Valdivia mit dem 3:2 in der 72. Minute.

(sda)