Drei Jahre

02. Juni 2014 16:25; Akt: 02.06.2014 21:03 Print

Uli Hoeness ist im Gefängnis

Der ehemalige FC-Bayern-Präsident ist heute in die Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech eingetreten. Er konnte den Eintrittstag selber wählen.

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Zurück im Geschäft: Am 25. November 2016 wird Uli Hoeness auf der Jahreshauptversammlung von Bayern München wieder zum Präsidenten gewählt. Am 29. Februar 2016 darf Uli Hoeness das Gefängnis frühzeitig verlassen. Der ehemalige Bayern-Präsident hat die Hälfte seiner dreieinhalbjährigen Gefängnisstrafe abgesessen. Uli Hoeness kehrt am 26. Dezember 2014 ins Gefängnis zurück. Der ehemalige Bayern-Präsident durfte über Weihnachten zwei Tage zu seinen Liebsten in die Freiheit. Im September 2014 wurde bekannt, dass Uli Hoeness noch vor seinem Haftantritt all seine Steuerschulden an seine Wohngemeinde Miesbach beglichen hat. Laut Sueddeutsche.de ist die Rede von rund 40 Millionen inklusive Verzugszinsen. Uli Hoeness (l.) galt als robuster Fussballer. Mit Bayern gewann er in den 1970er-Jahren praktisch alle wichtigen Titel. Mit der deutschen Nationalmannschaft wurde Hoeness 1972 Europameister und zwei Jahre später Weltmeister. Wegen eines Knorpelschadens musste er seine Karriere im Alter von 27 Jahren bereits beenden. Hoeness wurde nach seiner aktiven Karriere Manager bei Bayern München. Neben seiner Managerkarriere baute sich Hoeness ein zweites Standbein mit einer Wurstfirma auf. Im Februar 1982 überlebte Hoeness als Einziger von vier Insassen einen Flugzeugabsturz in der Nähe von Hannover. Ende 2009 wurde Hoeness neuer Präsident bei Bayern. Im November 2013 wurde er für eine zweite Amtszeit gewählt, worauf er seine Tränen nicht zurückhalten konnte. Unter Honess gewannen die Bayern unzählige Titel. Anfang 2013 machte Hoeness eine Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung. Es war die Rede von 3,5 Millionen Euro, die er am Fiskus vorbeischleuste und auf einem Schweizer Bankkonto bunkerte. Am 10. März begann in München der Prozess gegen den Bayern-Präsidenten. Die Steuerschuld erhöht sich plötzlich auf 28,5 Millionen Euro. Immer an Ulis Seite: seine Frau Susanne. Hoeness wird am 13. März 2014 zu dreieinhalb Jahren Gefängnis wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Einen Tag später akzeptiert Hoeness das Urteil und verzichtet darauf, in Revision zu gehen. Er muss damit ins Gefängnis und sagt: «Steuerhinterziehung war der Fehler meines Lebens.» Die Ämter bei Bayern legt Hoeness nieder.

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Uli Hoeness hat zweieinhalb Monate nach seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung seine Haft in der Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech angetreten. Der frühere Präsident des FC Bayern München ist zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Das Münchner Landgericht hatte Hoeness am 13. März in sieben Fällen der Steuerhinterziehung schuldig gesprochen und zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Der Fussball-Manager hatte dem Fiskus mit einem Geheimkonto in der Schweiz mindestens 28,5 Millionen Euro Steuern vorenthalten. Seine Selbstanzeige im Januar 2013 wertete das Gericht als unzureichend.

Als sogenannter Selbststeller, der nicht aus der Untersuchungshaft ins Gefängnis muss, konnte sich Hoeness innert einer Zwei-Wochen-Frist den Tag für den Antritt der Haftstrafe selber aussuchen. Einen Tag nach dem Urteilsspruch hatte der 62-Jährige erklärt, er werde die Haftstrafe akzeptieren und auf eine Revision verzichten. Daraufhin liess auch die Staatsanwaltschaft die Revision fallen. Hoeness trat zudem als Präsident und Aufsichtsratschef des FC Bayern zurück.

18 Monate geschlossener Vollzug

Zunächst muss Hoeness seine Strafe im sogenannten geschlossenen Vollzug absitzen. Der offene Vollzug beginnt üblicherweise 18 Monate vor dem voraussichtlichen Haft-Ende. Hoeness könnte bei guter Führung nach Verbüssung von zwei Dritteln seiner Strafe entlassen werden, also nach zwei Jahren und vier Monaten. Das wäre im Herbst 2016.

Zieht man davon die 18 Monate ab, dürfte Hoeness bereits nach rund 10 Monaten geschlossenem Vollzug, also im nächsten Frühjahr, mit spürbar gelockerten Haftbedingungen rechnen können. Ausgang, Urlaub und Freigang würden dazugehören. Freigänger kehren abends in die Zelle zurück. Tagsüber gehen sie in relativer Freiheit einer geregelten Arbeit nach.

Hoeness akzeptierte zwar die Haftstrafe als solche. Er war aber juristisch gegen die Verbüssung der Haft im Gefängnis von Landsberg am Lech vorgegangen. Er sah seine Privatsphäre verletzt, weil die Justiz Ende März mehr als 150 Journalisten das dortige Gefängnis gezeigt und sogar Haftzellen geöffnet hatte. Ausserdem befürchtete der prominente Gefangene, dass Mithäftlinge oder Justizbeamte Details vom Alltag hinter Mauern des ehemals wohl mächtigsten Mannes im deutschen Fussball ausplaudern könnten. Sein Antrag auf Absitzen der Haftstrafe in einem anderen Gefängnis wurde aber offensichtlich abgewiesen.

Baldige Verlegung?

Möglicherweise wird Hoeness schon bald in die Aussenstelle Rothenfeld des Landsberger Gefängnisses im Landkreis Starnberg verlegt. Der Gutsbetrieb dient seit 1995 als arbeitstherapeutische Einrichtung. Hohe Mauern und Stacheldraht sucht man vergebens. Die Insassen können sich im Gelände frei bewegen. Zwischen 10 und 15 Gefangene versorgen dort an die 1200 Rinder, Ziegen, Damwild und Geflügel oder helfen bei der Arbeit im Gemüsegarten und im Wald.

Doch zunächst sitzt er in Landsberg. Eine Zelle in dem über 100 Jahre alten Gefängnis misst acht Quadratmeter und beinhaltet Tisch, Bett, Stuhl, Waschbecken, Toilette und Spind. Als Luxus steht ein TV-Gerät zur Verfügung, allerdings ohne Bezahlsender. Mehr steht den Häftlingen nicht zu, Handy und Laptop sind tabu.

(sda)