DFB räumt Fehler ein

26. April 2019 09:19; Akt: 26.04.2019 09:36 Print

Umstrittener Bayern-Penalty ist «nicht korrekt»

Bayern München steht dank eines äusserst diskutablen Elfmeters im Final des DFB-Pokals. Der Video-Schiedsrichterchef kommt zum Schluss: Fehlentscheid.

Bayern bekommt gegen Bremen einen umstrittenen Penalty zugesprochen: Der Entscheid ist gemäss des DFB-Video-Schiedsrichterchefs nicht korrekt. (Video: SRF)
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Im Halbfinal des DFB-Pokalspiels zwischen Werder Bremen und Bayern München sorgte Daniel Siebert für Kopfschütteln und rote Köpfe. Der Unparteiische hatte einen Penalty für die Gäste gepfiffen, der äusserst umstritten war. Bayerns Kingsley Coman war nach einer leichten Berührung von Gebre Selassie im Strafraum hingefallen, worauf Seibert umgehend – und ohne Videobilder zu konsultieren – auf Elfmeter entschieden hatte.

Auf der DFB-Homepage geht Video-Schiedsrichterchef Jochen Drees in einer Stellungnahme auf die Ereignisse ein. Aus seiner Sicht traf Siebert eine Fehlentscheidung. Der Schiedsrichter hätte Bayern keinen Penalty geben dürfen. «Aus schiedsrichterfachlicher Sicht halten wir die Strafstossentscheidung für nicht korrekt», schreibt Drees.

Der fachliche Projektleiter für den Bereich Video-Assistent (VAR) beim DFB kritisiert zudem die Kommunikation zwischen Siebert und Video-Schiedsrichter Robert Kampka. Auf Details geht Drees zwar nicht ein. Dennoch kommt er zum Schluss: «Die Kommunikation ist nicht gut abgelaufen.» Und gemäss ihm hätte es zu einem sogenannten On-Field-Review kommen müssen, doch Siebert verzichtete darauf, sich die Situation selbst noch einmal anzuschauen.

«Unbedingt On-Field-Review»

Drees hält fest: «Wir erwarten zwar, dass der Video-Assistent eine fachliche Einschätzung vornimmt, ob eine Situation in einem klar strafbaren oder nicht strafbaren Bereich liegt. Und ob eine falsche Wahrnehmung des Schiedsrichters vorliegt. Ist einer der Faktoren aus Sicht des Video-Assistenten offensichtlich der Fall, muss es aber unbedingt zu einem On-Field-Review kommen, damit der Schiedsrichter auf der Grundlage der Videobilder in der Review-Area diese Beurteilung eigenständig vornehmen und anschliessend eine Entscheidung treffen kann. Im DFB-Pokalhalbfinale zwischen dem SV Werder Bremen und dem FC Bayern München ist dies in der 78. Spielminute leider nicht der Fall gewesen.»


Wird von verschiedenen Seiten kritisiert: Schiedsrichter David Siebert nach seinem umstrittenen Penalty-Entscheid in Bremen. (Bild: Getty Images/Martin Rose)

Robert Lewandowski hatte den Penalty eiskalt zum 3:2 für Bayern versenkt und die Münchner so ins Endspiel des DFB-Pokals geführt. Nach Abpfiff der Partie hatten die Bremer Spieler die Entscheidung des Schiedsrichters vehement kritisiert. Besonders Werder-Captain Max Kruse war ausser sich. «Das ist ja ein ganz leichter Kontakt! Wir haben einen Videobeweis, wenn er das nicht sieht, dann können wir ihn wieder abschaffen!», polterte er.

VAR bei vier Szenarien

Vor allem eine Frage stand zum umstrittenen Penalty im Raum: Weshalb hat sich der Schiedsrichter keine Videobilder des Zweikampfs zwischen Bayerns Coman und Selassie angesehen?

In Deutschland gilt: Grundsätzlich darf der Video-Assistent (VAR) nur bei vier verschiedenen Szenarien eingreifen: Toren, Elfmetern, Platzverweisen und bei Spieler-Verwechslungen (Spieler A sieht Gelb, dabei beging Spieler B das Foul). Liegt eine dieser Situationen vor, ist die Vorgabe des Deutschen Fussball-Bundes (DFB), dass der Video-Assistent nur bei «klaren und offensichtlichen» Fehlentscheidungen eingreift. Ist das nicht der Fall, darf er nicht agieren, so die Vorgabe.

Fussball

(ddu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • H. B. am 26.04.2019 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    Konsequenzen?

    Ich würde gerne wissen welche Konsequenzen das hat. Vermutlich keine. Bayern kassiert Millionen und Werder wird Mühe haben die besten Spieler zu halten wenn man es in der Liga auch nicht schafft sich für die Europäischen Wettbewerbe zu qualifizieren. Also wie immer...

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  • Rückpass am 26.04.2019 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Nun bin ich gespannt auf die Kommentare

    der sogenannten ex-Schiedsrichter welche gestern hier bei diesem Thema mit ihren seltsamen Regeln geschrieben haben das es ein klarer 11er war. obwohl jeder Fussballer sehen konnte das es kein 11er war.

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  • Laberkäs garniert am 26.04.2019 09:57 Report Diesen Beitrag melden

    Reden & Taten sind 2 Dinge

    Bayern ist eine reine Geldmaschine, das Geschwafel von Sportlichkeit, Ehre, Moral und Fairness sind ein Hohn und der Gipfel der Heuchelei. Konnte man an diesem Abend exemplarisch bewundern; Verhalten von Trainer, Spieler beim Torjubel, Auswechseln und nach dem Ende des Spiels. Widerlich ist das einzige, was mir in den Sinn kommt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Xsasan am 27.04.2019 23:26 Report Diesen Beitrag melden

    Geschenk für Bayern

    Wenn man sich die Situation (im Nachhinein) vor Augen führt, hätte es wirklich keinen Penalty geben dürfen. Selassie hat hat zwar Coman klar zu offensiv angegangen; im Strafraum muss man als Verteidiger äusserste Vorsicht walten lassen, und hier hat er seinen Gegner gewaltsam weg gedrängt. Coman hatte so keine Chance noch an den Ball zu kommen. Klares taktisches Foul. Andererseits sieht man, dass der Goali schon auf den Ball zukam; ich denke nicht dass Coman den Ball noch hätte verwandeln können, auch ohne das Wegschubsen. Der Schiri-Entscheid war somit ein Geschenk für Bayern.

  • Falingdragon am 27.04.2019 15:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unparteiisch?

    Frage mich, wieviel die Bayern den Schiri bezahlt haben.

  • Guschtav am 26.04.2019 20:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kann uns doch egal sein

    Solang Deutsche Clubs sich gegenseitig so unfair Punkte abjagen kann es uns doch schnurz sein.

    • F. Rögli am 26.04.2019 21:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Guschtav

      Wer genau ist "UNS" ?.. ich schaue Fußball weil ich Fußball mag und gute aber eben auch fair geführte Spiele sehen will, bin kein deutscher aber die Bundesliga/Cup ist spannend, also mir als Fußballfan sind solche Vorkommnisse nicht egal, ich bin also schon mal raus aus ihrem "UNS"-Club !

    • Badener am 27.04.2019 09:25 Report Diesen Beitrag melden

      Punktelos

      Seit wann geht es bei einem Pokalspiel um Punkte? Da geht es in einem Spiel ums Weiterkommen.Da ich auch Schweizer Pokalspiele anschaue weiß ich das es in der Schweiz nicht anderst ist.

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  • Zahl Tag am 26.04.2019 18:36 Report Diesen Beitrag melden

    Schmierige Sache ...

    Das schmeckt nach einem kräftigen Zustupf beim 12. Mann auf dem Feld, der VAR hätte zwingend eingreifen müssen.

    • übernimmt Verantwortung am 26.04.2019 19:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Zahl Tag

      IJa, ist so, dann pfeift das Spiel nochmals an ab der Minute XY und lässt es zu Ends spielen. Lachhaft, geht ja nicht gell.

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  • Säbener am 26.04.2019 18:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Klarer Elfer. Wenn der Werderaner den Bayern auch noch schubst, ist der Fall klar. Werder ist ein selten dämlichet Club.

    • @Barça am 26.04.2019 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Säbener

      Werder ist ein selten dämlicher Klub.....nun die an der Säbener sind da wohl weiter als Werder Bremen!

    • Anti Uefalona am 26.04.2019 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @@Barça

      aber nicht so weit wie Barcelona. Das ihr im Copa del Rey Final seit, ist ja Oberpeinlich. Wieviel habt ihr dem Spanischen Verband bezahlt?? Ein Spieler einsetzen wo nicht Spielberechtigt war..LACHHAFT..

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