Bayern ziehen Konsequenzen

07. März 2011 17:14; Akt: 07.03.2011 17:20 Print

Van Gaal muss im Sommer gehen

Louis van Gaal ist nur noch bis Saisonende Trainer von Bayern München. Der Holländer bleibt zwar vorerst im Amt, der bis 2012 verlängerte Vertrag wird im Sommer aber vorzeitig aufgelöst.

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Louis van Gaal muss die Bayern im Sommer nach nur zwei Jahren verlassen. (Bild: AFP)

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Am Wochenende deutet noch alles auf einen unmittelbar bevorstehenden Trainerwechsel bei Bayern München hin. Der Meister läuft derzeit Gefahr, die Qualifikation für die Champions League zu verpassen. Der Rückstand auf den dritten Bundesliga-Platz beträgt nach dem 1:3 in Hannover fünf Punkte. Nun kam die Vereinsführung um Karl-Heinz Rummenigge zum Schluss, dass derzeit kein geeigneter Nachfolger zu haben ist.

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Die Trennung von Van Gaal wird also erst im Sommer vollzogen. Der streitbare, aber letzte Saison sehr erfolgreiche Coach hatte seinen Kontrakt erst im letzten Herbst bis 2012 verlängert, bevor, wie es offiziell heisst, «unterschiedliche Auffassungen über die strategische Ausrichtung des Klubs» aufkamen.

Heynckes vor Rückkehr

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge gestand nach dem Sitzungsmarathon der letzten beiden Tagen und den Gesprächen mit Van Gaal und Sportchef Christian Nerlinger, dass die Situation nicht einfach sei, «aber wir sind uns trotz der künftigen Trennung einig, dass wir unsere Kräfte gemeinsam für unsere Ziele einsetzen.» Das wichtigste Ziel ist ein Platz in der nächsten Champions League zu ergattern. Im laufenden Wettbewerb sind die Bayern nach dem 1:0 bei Inter Mailand auf Kurs Richtung Viertelfinals.

Wer Bayern München in der nächsten Saison trainieren wird, ist noch offen. Hoch im Kurs steht bei den deutschen Experten Jupp Heynckes, dessen Vertrag mit Leverkusen im Sommer ausläuft und der ein guter Freund von Bayern-Präsident Uli Hoeness ist. Weitere Kandidaten, die öfters genannt wurden, sind Matthias Sammer, Martin Jol, Guus Hiddink und FCB-Trainer Thorsten Fink.

Keine kurzfristige Notlösung

Die wenigsten Bayern-Spieler werden unglücklich sein, wenn Van Gaal nach zwei Jahren seinen Platz räumt. Der 59-jährige ehemalige Mittelfeldspieler, der in seiner Auftaktsaison in München gleich das Double gewonnen hatte, überwarf sich in den letzten Monaten mit diversen Leistungsträgern, unter ihnen Franck Ribéry und Arjen Robben und fällte einige seltsame Personalentscheide.

Weder der Verkauf von Mark van Bommel zur AC Milan noch der Wechsel auf der Goalieposition von Hansjörg Butt zu Thomas Kraft konnten Aussenstehende nachvollziehen. Van Gaal habe zwar sicher Fehler gemacht, in der Vergangenheit aber auch bewiesen, ein hervorragender Trainer zu sein. «Da ist er mir allemal lieber als eine kurzfristige Notlösung», betonte Beckenbauer.

(pre/sda)