Vergewaltigungsvorwurf

09. August 2019 05:14; Akt: 09.08.2019 07:23 Print

Neymar darf aufatmen – Verfahren eingestellt

Der Fall Neymar wird zu den Akten gelegt, weil es laut Staatsanwaltschaft nicht genügend Beweise für eine Vergewaltigung gebe.

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«Die polizeilichen Ermittlungen können jederzeit wieder aufgenommen werden, sobald neue Beweise vorliegen»: Neymar. Die Polizei gibt keine Empfehlung für eine Klageerhebung gegen ihn ab: Fussballstar Neymar. Heftige Vorwürfe gegen Neymar: Eine Frau beschuldigt den Brasilianer, sie Mitte Mai in Paris vergewaltigt zu haben. Die beiden hätten sich über Instagram kennengelernt, der Stürmerstar von Paris St-Germain soll sie zu einem Treffen eingeladen haben. Neymar reagierte am Morgen nach den Anschuldigungen prompt und veröffentlichte am 2. Juni ein siebenminütiges Video auf Instagram. Darin sagt er, er sei in eine Falle getappt. Dazu stellte er den gesamten Chatverlauf mit der Frau online, inklusive anzüglicher Bilder, die sie ihm über WhatsApp geschickt hatte. Auch Neymars Vater – Neymar senior – nahm im brasilianischen Fernsehen bereits Stellung. Er warf der Frau vor, seinen Sohn erpressen zu wollen. Dieser habe sie nämlich abgewiesen. Neymar selbst weilt momentan mit der brasilianischen Nationalmannschaft in Teresópolis, um sich für die Copa América vorzubereiten, die am 15. Juni mit dem Spiel seiner Mannschaft gegen Bolivien beginnt. Am Montag, 3. Juni, äusserte sich Brasiliens Nationalcoach Tite zu den Missbrauchs-Vorwürfen. «Ich bin mir der Tragweite der aktuellen Geschehnisse um Neymar bewusst», sagte er an einer vorgezogenen Pressekonferenz. «Aber ich kann hier kein Urteil über diese Angelegenheit fällen und werde dies auch nicht tun», betonte Tite weiter. Neymars Sponsor Nike hat ebenfalls auf die Vergewaltigungsvorwürfe reagiert. Die Marke schreibt in einer Erklärung an die brasilianische Presse: «Wir sind zutiefst besorgt über diese Anschuldigungen und werden die Situation weiterhin genau beobachten.»

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Die Staatsanwaltschaft will die Ermittlungen wegen Vergewaltigung gegen den brasilianischen Fussballprofi Neymar einstellen. Die leitenden Ermittlerinnen stellten am Donnerstag bei dem zuständigen Gericht im Bundesstaat São Paulo den Antrag, den Fall zu den Akten zu legen. «Die polizeilichen Ermittlungen haben nicht genug Beweise dafür gebracht, dass es eine Vergewaltigung gab», sagte Staatsanwältin Flávia Merlini. «Die polizeilichen Ermittlungen können aber jederzeit wieder aufgenommen werden, sobald neue Beweise vorliegen.»

Ein brasilianisches Model hatte Neymar vorgeworfen, sie Mitte Mai in Paris in angetrunkenem Zustand und «mit Anwendung von Gewalt» zum Sex gezwungen zu haben. Der Stürmer des französischen Meisters Paris Saint-Germain räumte zwar ein, die Frau getroffen zu haben, wies die Vergewaltigungsvorwürfe allerdings stets zurück. «Es gab eine Liebesbeziehung. Was nicht bewiesen werden konnte, ist, dass es beim Sex zur Gewalt kam», sagte Staatsanwältin Estefânia Paulin.

Das Model habe keine Beweise für ihre Vorwürfe vorgelegt. Sie habe sich bei der Vernehmung geweigert, ein Video auf ihrem Handy zu zeigen, auf dem die Tat angeblich zu sehen war, erklärte die Ermittlerin laut einem Bericht des Nachrichtenportals G1. Später habe sie behauptet, das Telefon sei gestohlen worden.

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(chk)