Jonathan Rossini

16. Juni 2011 22:53; Akt: 17.06.2011 07:12 Print

Verliebt und stärker denn je

von Sandro Compagno, Dänemark - Den 3. März 2010 wird Jonathan Rossini so schnell nicht mehr los: Der Tessiner gab sein Debüt in der Schweizer A-Nati – und fiel durch.

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Jonathan Rossini mit Frau Mariacarla, die er am 3. Mai 2010 geheiratet hat, und Hund Demon. (Bild: Keystone)

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«Eher Junior als Mann», «überfordert», «offenbarte Schwächen im Stellungsspiel», «nervös und unsicher» – Jonathan Rossini erhielt vernichtende Kritiken für seinen bis dato einzigen Einsatz unter Ottmar Hitzfeld. «Stimmt, das Spiel lief ganz schlecht. Aber nicht nur für mich, sondern für das ganze Team», erinnert er sich an den kühlen Abend in St. Gallen und ein 1:3 gegen Uruguay. An der U21-EM ist der 1,90 m grosse Verteidiger daran, diesen Eindruck nachhaltig zu korrigieren: «Ich weiss, welches Potenzial ich habe. Ich fühle mich als Leader dieser Mannschaft.» Um sich seinen EM-Traum zu erfüllen, hatte der 22-Jährige im Winter den Klub gewechselt. Weil er bei seinem Stammverein Sampdoria Genua nicht zum Einsatz kam, entschied er sich für einen Leihtransfer in die Serie B nach Sassuolo: «Es gab Anfragen von Klubs aus der Serie A. Aber ich wollte die Sicherheit, dass ich spielen kann.» U21-Coach Pierluigi Tami setzt auf Leute mit Spielpraxis, nicht auf Bankdrücker.

Wo es nach der EM hingeht, weiss Rossini nicht. «Aber ich fühle mich bereit für die Serie A», sagt der Verteidiger, der in Dänemark von einem ganz besonderen «Fan» begleitet wird: Seine Frau Mariacarla ist mit dem Wagen 1600 km von Italien nach Aalborg gefahren und als Zaungast an den Trainings und an jedem Spiel «ihres» Jonathan dabei. «Wir sind sehr verliebt», strahlt er, auf die schöne Signora Rossini angesprochen.

Der Grund, warum Mariacarla das Auto und nicht das Flugzeug nahm, hat vier Beine und heisst Demon: Der Husky wird nervös, wenn er alleine ist, und hasst daher Flugreisen in einer engen Hundebox. Sein Herrchen hat nichtsdestotrotz hochfliegende Pläne: «Wir haben gezeigt, dass wir eine grossartige Mannschaft sind. Wir können alles schaffen.