Champions League

03. November 2009 11:10; Akt: 03.11.2009 11:36 Print

Versöhnen sich Milan-Fans mit Kaká?

Im Rückspiel der beiden Favoriten in der «Zürcher» Gruppe C stehen Real Madrids Trainer Manuel Pellegrini und Superstar Kaká im Fokus. Eine Niederlage bei Milan könnte das Ende von Pellegrinis Amtszeit bei Real bedeuten; und Kaká kehrt erstmals nach seinem Wechsel im Sommer nach Mailand zurück.

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Kaká im Real-Dress. Milan-Fans protestierten wild gegen einen Transfer. (Bild: Keystone)

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In Mailand reden sie vor dem Duell gegen Real Madrid nur von ihm, von Ricardo Kaká. Sein Wechsel im Sommer von Milan nach Spanien hat viele Tifosi tief verletzt. Vor allem wegen diesem Transfer brach der Verkauf von Saisonkarten bei Milan ein. Nur noch 26 000 Fans bekannten sich mit dem Erwerb eines Abonnements zu den «Rossoneri». Das sind 35 Prozent weniger als in der letzten Saison.

Fans kehrten Milan den Rücken

«Wir haben durch den Abgang von Kaká viele Fans verloren und verärgert. Aber Schritt für Schritt holen wir sie uns zurück», sagte Milans leitender Funktionär Adriano Galliani. Nach zehn Punkten aus den letzten vier Serie-A-Runden und dem 3:2 in Hinspiel in Madrid ist die Stimmung bei Milan nun weniger angespannt.

Ein Sieg gegen Real und die Qualifikation für die Achtelfinals ist trotz der Blamage gegen den FCZ schon fast in trockenen Tüchern. In dieser Atmosphäre sieht man auch der Rückkehr Kakás ins San Siro gelassen entgegen. «Ich erwarte einen herzlichen Empfang», sagte der abtrünnige Brasilianer nach der Ankunft in Mailand.

Real-Trainer zittert um Job

In Madrid reden sie derweil in diesen Tagen nur von ihm, von Manuel Pellegrini. Denn entspannt sind sie bei Real ganz und gar nicht - trotz des samstäglichen 2:0 gegen Getafe. Mit diesem Heimsieg hat Coach Pellegrini erst Teil 1 der präsidialen Vorgabe erfüllt. Obwohl Weltfussballer Cristiano Ronaldo weiterhin fehlt, soll Florentino Perez letzte Woche nach dem peinlichen 0:4 im Cup gegen Drittligist Alcorcón Siege gegen Getafe und Milan gefordert haben. Würde demnach ein allenfalls respektables Remis gegen Milan Pellegrini nach wenigen Monaten schon den Job kosten?

Vor dem Flug nach Mailand wollte Perez nichts mehr von einem Ultimatum wissen. «Ich bin sicher, dass Pellegrini bis zum Ende der Saison im Amt bleiben wird. Wir sind mit ihm zufrieden. Man muss Geduld haben, und Real wird eine glänzende Saison hinlegen.» Ob diese Worte jedoch bei einem Nuller in Mailand mehr als inhaltslose Phrasen sind, bleibt abzuwarten.

Die spanischen Medien sind überzeugt, dass der Italiener Roberto Mancini ziemlich bald Pellegrinis Amt übernehmen wird. Die Tatsache, dass der frühere Inter-Meister-Coach seinen Vertrag mit den Mailändern am Wochenende auflöste, goss weiteres Öl ins Feuer, das unter Pellegrinis Stuhl brennt.

(sda)