Virtuelle Karten

15. Dezember 2011 11:39; Akt: 15.12.2011 16:37 Print

Volle Hütte beim Geisterspiel?

Das Zweitligaspiel zwischen Rostock und Dresden vom kommenden Sonntag findet vor leeren Rängen statt. Obwohl die Fans nicht rein dürfen, kaufen sie fleissig Tickets für die Partie.

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Die eigenen Fans sorgten dafür, dass Hansa Rostock ein Geisterspiel zugesprochen wurde. (Bild: Keystone)

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«MEIN Ticket für Hansa!». Mit diesem Slogan wendet sich der norddeutsche Zweitligist auf seiner Homepage an seine Fans. Der Grund dafür ist ein Geisterspiel, welches dem Verein für kommenden Sonntag zugesprochen wurde. Undisziplinierte Fans hatten am 19. November 2011 mit Pyros dafür gesorgt, dass das Spiel zwischen Hansa Rostock und dem FC St. Pauli in der Rostocker DKB-Arena für kurze Zeit abgebrochen werden musste.

Die bevorstehende Meisterschaftspartie gegen Dynamo Dresden findet nun unter Ausschluss sämtlicher Zuschauer statt. Der Verein ist aber dennoch bemüht, so viele Tickets wie möglich zu verkaufen. Während die Idee auf den ersten Blick kaum Sinn macht, findet sie bei den Anhängern grossen Anklang. Nach Informationen des «Hamburger Abendblattes» wurden bereits über 2400 solcher virtueller Tickets verkauft. Die Eintrittskarten sind für fünf, zehn, fünfzehn oder symbolträchtige 19,65 Euro (Gründungsjahr des Vereins) zu haben. Auch wenn bis zum Sonntag wohl nicht alle Karten verkauft werden, gehen dem Verein zumindest nicht alle Einnahmen durch die Lappen.

Einnahmeverlust von 400 000 Euro

Der Grund für den virtuellen Ticketverkauf ist rein wirtschaftlicher Natur. Der finanziell angeschlagene Zweitligist hat aufgrund des Geisterspiels mit einem Einnahmeverlust von bis zu 400 000 Euro zu rechnen. Ein solcher Aussetzer erträgt die Klubkasse momentan nicht und so gibt sich die Vereinführung grosse Mühe, das Geld dort zu holen, wo es locker sitzt. Ex-Profi und Hansa-Manager Stefan Beinlich ist begeistert von der Kauflust der Rostock-Anhänger: «Das Ziel ist ein ausverkauftes Geisterspiel. Das wäre richtig Klasse.»

Da die verkauften Tickets das Loch in der Kasse nicht alleine stopfen können, hat sich der Verein weitere Möglichkeiten überlegt, um an zusätzliches Geld zu kommen. Anhänger, welche ihre Tickets bereits vor dem festgelegten Geisterspiel gekauft hatten, können einen Aufkleber und einen Pin als limitierte Sonderanfertigung mit einem eigens für dieses Spiel angefertigten Motiv einfordern. Zudem gibt es im Fanshop ein Shirt, welches mit der Aufschrift «Sportgeist statt Geisterspiele» an den 18 Dezember 2011 erinnern soll.

(als)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • marcel finn am 15.12.2011 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    Wayne

    Das Thema Pyro darf in der Winterpause nicht untergehen. Zuviele Köpfe hängen daran. Soviel Lobbyarbeit steckt dahinter. Nein das wäre eine Katastrophe...

  • Björn am 15.12.2011 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    Titel

    Das ist eine absolute Frechheit zu behaupten, das der einzige Grund sich Karten für das Spiel zu kaufen der ist, das man sich rein kaufen wolle!!!! Ich bin einer derjenige der sich eine Karte gekauft hat, weil es mir eine Herzensangelegenheit ist, meine Verein in einer schwierigen Situation zu unterstützen, das diese enorme Strafe gerechtfertigt ist, sein dahin gestellt, trotzdem ist es ein Unding so etwas zu behaupten!!!

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  • Heinz M. Gentner , Hamburg am 15.12.2011 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    Gegen Überzogene Verbandsgewalt

    Als ob es das Problem lösen würde, es zeigt einfach nur Unwillen zu Lösungsfindung und Hilflosigkeit des Verbandes. Statt als Interessenvertretung helfend zur Seite zu stehen, werden die Vereine allein gelassen. Und das nicht nur bei Hansa oder Dynamo, es kann jeden treffen wenn ihn der Wahn der Verantwortlichen ereilt. Trozdem bin ich mal auf das Urteil gegen den MSV und Fortuna gespannt. Ein Geisterkartenbesitzer!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hansafan die seit 11 Jahren Mitglied ist am 16.12.2011 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    Das war eine Idee von Fans für ihren FCH

    .. diese Idee mit den virtuellen Tickets und weitere Vorschläge wie Buttens und Shirts kamen von den Fans ! Fans und Verein ist sehr wohl bewußt warum es zu diesem Geisterspiel kam. Und das Thema wird auch nicht in den Hintergrund geraten! Aber ein Geisterspiel/u.Geldstrafen lösen das Problem eben nicht! Und dieses Geisterspiel ebedeutet eine sehr hohe finanzielle Belastung für unseren Verein! Hier bei dieser Aktion wollten die Fans ihrem FCH finanziell beistehen-> zeigen wir sind immer für ihn da. in guten wie schlechten zeiten und erstrecht jetzt in schwerer See!

  • Matthias Schmidt am 16.12.2011 01:48 Report Diesen Beitrag melden

    Die Idee stammt von den Fans!

    Die Idee "virtuelle" Tickets für das bevorstehende Geister-Spiel zu verkaufen stammt NICHT vom Verein Hansa Rostock selbst, sondern wurde von uns Fans an den Verein herangetragen! Nachzulesen im Internetforum des F.C. Hansa Rostock:

  • Mathias Zinnecker am 16.12.2011 01:20 Report Diesen Beitrag melden

    Sportsgeist

    Der einzige Grund warum ich mir auch eine Karte gekauft habe ist das Hansa fast Pleite ist und so ein Topspielausfall von 500.000 Euro nicht mehr durchstehen würde. Herzensangeleigenheit halt. Meine Heimat Meine Liebe Mein Verein.

  • zero am 15.12.2011 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    respekt

    das sind die richtigen fans!

  • Heinz M. Gentner , Hamburg am 15.12.2011 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    Gegen Überzogene Verbandsgewalt

    Als ob es das Problem lösen würde, es zeigt einfach nur Unwillen zu Lösungsfindung und Hilflosigkeit des Verbandes. Statt als Interessenvertretung helfend zur Seite zu stehen, werden die Vereine allein gelassen. Und das nicht nur bei Hansa oder Dynamo, es kann jeden treffen wenn ihn der Wahn der Verantwortlichen ereilt. Trozdem bin ich mal auf das Urteil gegen den MSV und Fortuna gespannt. Ein Geisterkartenbesitzer!