Breel Embolo

16. September 2019 12:27; Akt: 16.09.2019 13:32 Print

Vom Dauer-Patienten zum Strahlemann

Auf Schalke war Breel Embolo die meiste Zeit verletzt. In Mönchengladbach startet der 22-jährige Stürmer nun richtig durch.

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Bei der Frage, wie er aus dem frustrierten Dauer-Patienten Breel Embolo einen sportlich überzeugenden Strahlemann geformt habe, blickte Marco Rose verschwörerisch drein. «Das wollte ich euch immer schon sagen», begann der Trainer von Borussia Mönchengladbach nach dem 1:0 (1:0)-Derbysieg beim 1. FC Köln in ernstem Ton: «Wir waren drei Wochen zusammen in Urlaub.» Dann musste Rose selbst lachen und löste auf. «Gar nix habe ich gemacht», beteuerte er: «Wir haben nur ganz viel geredet.»

Das reichte offenbar. Denn die Entwicklung des Schweizers von der stillen Randfigur zum euphorischen Leistungsträger ist in der Tat beachtlich. Vor allem in der Kürze der Zeit. «Ich versuche einfach, meine Wucht einzubringen», sagte der 22-Jährige am Samstag.

Vorbereiter beim Derby-Sieg

Nach zwei Toren in den ersten drei Spielen und einer hervorragenden Derby-Leistung mit starkem Solo vor dem Siegtor durch Alhassane Plea (14.) wollte Embolo keine Lautsprecher-Ansagen machen. Doch sein Strahlen sagte mehr als alle Worte. Embolo ist angekommen, erleichtert, befreit vom auf Schalke allgegenwärtigen Druck der hohen Ablöse und Erwartungen.

In Gelsenkirchen galt der Offensivspieler nämlich erst als Wunderkind, dann als Sorgenfall und schliesslich als nie eingelöstes Versprechen. Von etwas mehr als 1000 Tagen auf Schalke war er rund 650 verletzt. Nach einer komplizierten Fussverletzung drohte ihm zwischenzeitlich gar das Karriere-Ende. Und nachdem Schalke ihn für 26 Millionen gekauft hatte, gaben die Königsblauen ihn im Sommer für 10 Millionen ab. Eben an Gladbach. Jenen Verein, dem Embolo 2016 noch zu Gunsten von Schalke einen Korb gegeben hatte.

Neue Spielposition

Der neue Schalke-Trainer David Wagner erklärte später frustriert, Embolo sei eigentlich einer der Spieler gewesen, «auf die ich mich am meisten gefreut habe». Doch der gebürtige Kameruner wollte unbedingt weg. Brauchte «einen kompletten Neustart für den Kopf», wie er selbst sagte. Und startet nun in Gladbach richtig durch. Auch, weil Rose sich eine neue Position für ihn ausgedacht hatte. Statt als Mittelstürmer oder auf den Flügeln bietet er ihn als Zehner auf. Einer Position, die er auf Schalke in 61 Pflichtspielen genau einmal bekleidet hat: bei einem 2:2 in Köln. Wobei er sogar ein Tor schoss.

«Dass er das spielen kann, wussten wir schon, als wir ihn verpflichtet haben», sagte Rose. «Gladbach wollte ihn schliesslich schon, als Schalke zugeschlagen hat. Deshalb kannte Max (Manager Max Eberl, Red.) genau seine Stärken.»

Die Embolo nun – körperlich gesund und mental gestärkt – endlich zum Tragen bringen kann. Und somit der Ausnahmespieler werden kann, für den ihn viele schon als Teenager hielten. «Bei allem Lob wissen sowohl Breel als auch ich, dass da noch ganz viel Luft nach oben ist», sagte Rose. «Breel ist noch lange nicht am Ende.»

Fussball

(dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thurborusse am 16.09.2019 13:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gladbach, Breel, passt.

    Ist wie im richtigen Leben, oft passen Club und Spieler einfach nicht zusammen. umso mehr freue ich mich, dass er sich bei uns wohl fühlt und seine Leistung abrufen kann. Hoffe, dass er uns noch lange Freude bereitet.

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  • Boxer03 am 16.09.2019 14:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum Wolfsburg oder Schalke?

    Es gibt so Vereine in Deutschland, wo du nicht hingehen musst. Dazu gehören für mich Wolfsburg, Hoffenheim oder Schalke. Fand es schade damals, dass Embolo nach Schalke ging und konnte es nicht nachvollziehen. Wie auch bei Mbabu und Steffen zu Wolfsburg nicht. Gerade bei Mbabu wird es zum erneuten Karrierekiller.

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  • fh am 16.09.2019 15:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Übertreibung

    Nach nur 3 Spielen und 2 Törchen wird er schon zum Strahlemann hoch gejubelt. Wartet doch erst mal eine ganze Saison ab, bevor ihr derartige Übertreibungen in die Welt hinausposaunt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • orwel sagt am 16.09.2019 20:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gut führen, ideal einsetzen

    Hoffe sehr für das supertslent das der Vlub nucht nur kurzfristig passt. Er braucht das, was er in der Nati leider z.Z. nicht bekommen kann; Einen Trainer der gut und viel mit ihm kommuniziert, ihm miitel- langfristig Vertrauen schenkt (damit er nicht immer 110% powern und sich verletzen muss), und auch die Pisition hinter den Spitzen ist m.A. seine beste.

  • YB Serienmeister CL Gewinner am 16.09.2019 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    embolo zu yb

    jetzt kommt er zu yb weil wir sind Serienmeister CL Gewinner Weltmeister cupsieger und gewinnen immer 560 :0

  • Swissman73 am 16.09.2019 19:31 Report Diesen Beitrag melden

    Locker bleiben

    Nach 4 Spieltagen so ein Fazit. Krass, es folgen noch 30. Würde den Ball mal flachhalten. Als Embolo würde ich weiter schweigen und hart arbeiten. Der Anfang ist gemacht.

  • Bruno Blattner am 16.09.2019 17:04 Report Diesen Beitrag melden

    Embolo

    Super !!!! Er hat anscheinend den"Richtigen " Club gefunden !!!

  • KvB am 16.09.2019 16:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gute Eigenschaften

    Sein Antritt und seine Kraft sind wirklich sehr gut. Breel sollte nun an seiner Schusstechnik arbeiten. Wenn seine Abschlüsse erfolgreicher werden, wird er ein gross begehrter Spieler in ganz Europa. Da werden Clubs wie Bayern, Barça,Real und ManU oder ManC auf ihn lossteuern. Bei Schalke 04 war mir klar, dass dort auch ohne die Verletzung, die hinterhältig war nichts wird. Seine damaligen Coaches konnten überhaupt nicht auf die Mentalität gewisser Spieler und deren Potential eingehen. Breel hat das Können beim FCB gelernt und wurde wie Salah und Andere auch dort gefördert. Chance 2 läuft.