Florian Niederlechner

25. Januar 2020 12:58; Akt: 25.01.2020 13:02 Print

Vom Kaufmann zum fleissigen Scorer

von Carlo Emanuele Frezza - Schritt für Schritt hat sich Florian Niederlechner in die Bundesliga gearbeitet. Nun gehört er zu den Topscorern.

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Ganz Deutschland schwärmt derzeit von einem Namen: Erling Haaland. Mit seinem Dreierpack beeindruckte der Norweger in seinem Debütspiel für Borussia Dortmund die Masse. Doch bevor er zum Schaulaufen antrat, ragte in jenem Spiel ein Spieler des Gegners mit einem Doppelpack heraus – ein Spieler des FC Augsburg.

Dieser heisst Florian Niederlechner und macht schon eine ganze Weile auf sich aufmerksam. Mit zehn Toren und acht Torvorlagen gehört der 29-Jährige zu den besten Scorern der Bundesliga. Nur Timo Werner, Robert Lewandowski und Jadon Sancho haben noch besser performt. In punkto Scorerpunkte ist er mit Abstand die beste Neuverpflichtung eines deutschen Vereins des vergangenen Sommers.

Florian Niederlechners Statistik in der Saison 2019/20

Nicht nur in Deutschland, sondern auch im internationalen Vergleich ist der Wert der Augsburger Nummer 7 Spitze. In der Scorerliste der Top-Ligen Europas liegt der Stürmer auf Platz 16. Spieler wie Romelu Lukaku, Mohamed Salah oder Neymar lässt er hinter sich. Dies in seiner ersten Saison als Stammspieler bei einem Verein aus der höchsten Liga.

Untypischer Werdegang

Massgeblichen Anteil an Niederlechners Hoch hat der Schweizer Coach Martin Schmidt. Der Walliser lockte ihn mit Aussicht auf einen Stammplatz zu Augsburg. Der Verein in Bayern ist nach dem SC Freiburg und Mainz 05, wo auch Schmidt sein Trainer war, die dritte Station in der Bundesliga des Angreifers.

Doch bei beiden Clubs kam der gebürtige Oberbayer nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus. Im Breisgau spielte er in der Saison 2018/19 lediglich ein Spiel über 90 Minuten durch. Und das war nicht einmal in der Bundesliga, sondern mit der zweiten Mannschaft Freiburgs in der Regionalliga Südwest.

Niederlechner ist erst spät zum Bundesligaspieler gereift. Dies zeigt ein Blick auf seinen Werdegang, der für den heutigen Fussball eher untypisch ist. Er besuchte nie ein Nachwuchsleistungszentrum, bildete sich stattdessen zum Kaufmann aus.

Rückblickend meint er gegenüber der deutschen Zeitung «Merkur»: «Wenn ich in der B- und A-Jugend im Nachwuchsleistungszentrum gewesen wäre, wäre ich mit Sicherheit kein Bundesliga-Profi geworden. Gerade im Jahrgang 1990 hat es so viele talentierte Spieler gegeben, da wäre es in dem grossen Haifischbecken schwer gewesen und ich wäre irgendwann durch das Raster gefallen.»

Schritt für Schritt

So arbeitete sich Niederlechner Schritt für Schritt durch die deutschen Ligen ganz nach oben. Mit Anfang 20 spielte er noch im Amateurfussball beim FC Ismaning, in einer Gemeinde bei München. Dazu sagte er jüngst im Interview mit Amazon: «Vor zehn Jahren habe ich in der Bayernliga gespielt und nicht einmal gedacht, dass ich 3. Liga spielen könnte. Ich habe keine Sekunde daran gedacht, dass ich mal in der Bundesliga lande. Ich habe am Tag fünf Latte Macchiato getrunken, am Nachmittag gab es immer einen Döner oder eine Pizza. Und wenn am Donnerstag irgendwo eine gute Party war, bin ich da auch noch hingegangen», verriet er.

Niederlechners Traum von der dritten Liga wurde 2011 mit dem Wechsel zu Unterhaching Realität. Die Spielvereinigung kaufte ihn für 20'000 Euro. Mit 28 Scorerpunkten in 56 Spielen spielte sich der Angreifer in den Fokus von anderen Mannschaften.

Niederlechners Transferhistorie

Der 1. FC Heidenheim war es, der im Winter 2013 zugriff. In derselben Saison stieg der Club in die 2. Bundesliga auf. Und in dieser Liga machte der Stürmer erneut beste Werbung in eigener Sache. Fünfzehn Tore sowie zehn Torvorlagen in 33 Spielen waren seine Ausbeute in der zweithöchsten Liga Deutschlands. Die Reise durch die deutschen Ligen bis ins deutsche Oberhaus komplettierte er 2015 mit dem Transfer zu Mainz.

Traum von der Nationalmannschaft

Mit dem Erreichen der Bundesliga hat Niederlechner noch längst nicht ausgeträumt, wie der Oberbayer selber sagt: «Ein kleiner Traum war immer die Premier League.» Dadurch, dass der 29-Jährige im Sommer Vater eines Sohnes wurde, habe sich die Situation aber etwas verändert.

Einen Wechsel könne er sich aber schon noch vorstellen: Zu seinem Herzensclub, dem TSV 1860 München. «Egal ob 3. oder 2. Liga – den Löwen, wie in der Jugend, noch mal auf der Brust haben, das wäre schon cool.» Bis dahin möchte er aber noch so viele Tore wie nur möglich in der Bundesliga schiessen. Und vielleicht reicht es ja noch für einen anderen Traum: ein Aufgebot für die deutsche Nationalelf.

In der Gegenwart geht es für Niederlechner am Samstag nach Berlin, wo er mit Augsburg auf Aufsteiger Union trifft. Und da soll ihm nicht wie am letzten Spieltag wieder ein gegnerischer Spieler die Show stehlen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniel am 27.01.2020 21:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon ein sicherer Wert in Freiburger Zeiten

    In Freiburg war er Stammspieler und erhielt sehr oft den Vorzug sogar vor Nils Petersen. Das er in der Saison 18/19 nur auf wenig Einsätze kommt hängt mit einer schweren Verletzung zusammen. Er hat für Freiburg in 80 Spielen 17 Tore erzielt daher erstaunt seine Entwicklung nicht. Bloss hatte er in Freiburg mehr Konkurrenz und in Augsburg bessere Aussichten. Ein ordentlicher Typ und zielstrebiger Knipser!

  • Christian am 27.01.2020 21:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr als Ergänzungsspieler in Freiburg

    Flo Niederlechner war ein Stammspieler in Freiburg und nicht wie im Artikel behauptet bloss ein Ergänzungsspieler. Den Durchbruch in der Bundesliga hat er in Freiburg längst geschafft und die Darstellung im Bericht ist irreführend aus meiner Sicht.

  • Waermer am 25.01.2020 15:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bank

    Nicht vergessen er hat auch unseren CHL Sieger hinter sich gelassen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Christian am 27.01.2020 21:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr als Ergänzungsspieler in Freiburg

    Flo Niederlechner war ein Stammspieler in Freiburg und nicht wie im Artikel behauptet bloss ein Ergänzungsspieler. Den Durchbruch in der Bundesliga hat er in Freiburg längst geschafft und die Darstellung im Bericht ist irreführend aus meiner Sicht.

  • Daniel am 27.01.2020 21:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon ein sicherer Wert in Freiburger Zeiten

    In Freiburg war er Stammspieler und erhielt sehr oft den Vorzug sogar vor Nils Petersen. Das er in der Saison 18/19 nur auf wenig Einsätze kommt hängt mit einer schweren Verletzung zusammen. Er hat für Freiburg in 80 Spielen 17 Tore erzielt daher erstaunt seine Entwicklung nicht. Bloss hatte er in Freiburg mehr Konkurrenz und in Augsburg bessere Aussichten. Ein ordentlicher Typ und zielstrebiger Knipser!

  • Waermer am 25.01.2020 15:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bank

    Nicht vergessen er hat auch unseren CHL Sieger hinter sich gelassen

    • Arton Gaysmayer am 25.01.2020 15:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Waermer

      Warum ein Stammspieler mit einem Ersatz/Banklispieler vergleichen?

    • Kaelter am 25.01.2020 16:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Waermer

      Sie sind aber witzig, ich kann nicht mehr, so lustig sind sie. Sie sind ein Komiker, sollten eigene Show haben, nei, wirklich so lustig sind sie.

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