Fussball-Altstars

16. Februar 2011 15:44; Akt: 16.02.2011 16:20 Print

Von Sängern, Chirurgen und Handyverkäufern

Der dreifache Weltfussballer Ronaldo tritt von der grossen Fussballbühne ab. Das wirft die Frage auf, was denn andere ehemalige Kicker heute so treiben.

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Der Franzose war zwischen 1992 und 1997 Superstar und Publikumsliebling bei Manchester United. Sein legendärer Ausraster mit einem Kung-Fu-Kick gegen einen Fan machte ihn weltweit bekannt. Heute ist der 44-Jährige, der 2005 zum besten Premier-League-Spieler aller Zeiten gewählt wurde, als Schauspieler in seinem Heimatland Frankreich tätig. Der Braslianer gilt als einer der besten - wenn nicht gar als bester - Fussballer aller Zeiten. Er gewann mit der «Seleçao» drei Weltmeistertitel. Der 70-Jährige stellte sein Gesicht nach der Karriere und auch heute noch diversen Firmen als Werbeträger zur Verfügung (z.B. Louis Vitton oder für das Potenzmittel Viagra). Ausserdem rief er im Sommer 2010 seine eigene Sport- und Textil-Marke «Pelé Sports» ins Leben. Der 45-fache Schweizer Internationale nahm 1996 an der EM in England teil. Auf Klubebene gewann er mit Sion einmal den Titel sowie viermal den Cup. Seit seinem Karrierenende im Jahr 1997 ist Bonvin - passend zu seinem Namen - als Weinhändler tätig. Der ehemalige deutsche Nationaltorhüter gewann mit Bayern München unter anderem die Champions League sowie mehrfach den DFB-Pokal und die deutsche Meisterschaft. Seit seinem Rücktritt 2008 hat der Ex-Keeper mehrere Bücher veröffentlicht, sich als Juror bei der chinesischen Castingshow «China sucht den Supertorwart» engagiert und der 41-Jährige betätigt sich auch als TV-Experte. Der Zürcher holte mit GC viermal den Meistertitel und stiess in der Saison 1977/78 in den Halbfinal des UEFA-Pokals vor. Ausserdem absolvierte der Torhüter 18 Länderspiele für die Schweiz. Heute ist der 56-Jährige Chirurg an einer Zürcher Privatklinik. Von 2007 bis 2010 war er zudem GC-Präsident. Österreichs bisher erfolgreichster und bekanntester Fussballer erzielte für sein Land in 95 Länderspielen 44 Tore. Der ehemalige Kicker versuchte sich nach dem Karrierenende als Sänger - und heimste für eines seiner Alben gar Platin ein. Polster ist zudem ein begehrter Werbestar, betätigt sich als TV-Kommentator und hat auch schon seine Autobiografie geschrieben. An der Endrunde 1994 in den USA erzielte der Walliser mit einem mittlerweile legendären Freistoss das erste Schweizer WM-Tor seit 28 Jahren. Im hohen Fussballer-Alter von 36 Jahren trat Bregy 1994 dann auch zurück. Er versuchte sich in der Folge nur bedingt erfolgreich als Trainer und wechselte danach in die Versicherungsbranche. Der walisische Kicker galt in seiner Aktivzeit als Raubein. Jones, der für verschiedene Premier-League-Vereine tätig war, erhielt deshalb den Übernamen «die Axt». Bereits neben seiner Fussball-Karriere begann der Waliser zu schauspielern. Als er 1999 eine Rolle im Film «Bube, Dame, König, Gras» von Madonna-Ex Guy Ritchie angeboten bekam, entschied sich Jones, die Fussballschuhe an den Nagel zu hängen. Seither widmet sich der heute 46-Jährige voll und ganz der Schauspielerei (weitere Filme: z.B. «Passwort: Swordfish» oder «X-Men 3». Der Berner lief 62 Mal für die Schweiz auf und erzielte dabei 5 Tore - eines davon an der WM 1994 in den USA. Auf Klubebene war Sutter für GC und YB tätig, bevor er in die Bundesliga wechselte. Seine Karriere liess er in den USA bei Dallas Burn ausklingen. Heute ist der 43-Jährige - hier mit seiner Frau Melanie - als Fussballexperte und Kommentator beim Schweizer Fernsehen tätig. Der Brasilianer kam 2001 für die damalige Rekordsumme von 50 Millionen Mark (rund 25 Millionen Euro) zu Borussia Dortmund. Dies ist bis heute der drittteuerste Bundesliga-Transfer gemeinsam mit Franck Ribéry hinter Mario Gomez und Edin Dzeko. In 59 Partien für den BVB schoss Amoroso 28 Tore. Der Stürmer verliess den aktuellen Bundesliga-Leader 2004 und hängte noch fünf Jahre bei verschiedenen anderen Vereinen an. Heute besitzt der 36-Jährige sechs Handy-Geschäfte in Sao Paulo. Das Basler Urgestein schaffte es, in 15 Profi-Jahren beim FCB kein einziges Tor zu erzielen. Dennoch galt Ceccaroni als Kultfigur. 2002 verlängerte der FC Basel den Vertrag mit dem heute 42-Jährigen nicht mehr, woraufhin Ceccaroni seine Karriere beendete. Er ist seither Spielertrainer beim BSC Old Boys Basel in der 1. Liga. Hauptberuflich ist er allerdings bereits seit 11 Jahren Mitbesitzer einer Firma für Bodenbeläge und sitzt dort in der Geschäftsleitung. Der Brasilianer - hier zu Tränen gerührt bei seinem letzten Spiel mit der «Seleçao» im Frühjahr 2005 - erzielte in seiner langen Karriere über 1000 Tore. Allerdings anerkannte die Fifa den Rekord nicht, da auch Treffer aus der Jugendzeit und aus Benefizspielen mitgezählt wurden. Nach dem Karrierenende stieg der ehemalige Stürmer-Star in die Politik ein. Seit Oktober 2010 ist der heute 45-jährige Romario Mitglied des brasilianischen Bundesparlaments. Wie Pelé zählt der Argentinier zu den grössten Fussballern aller Zeiten. Maradona durfte 1986 den Weltmeister-Pokal in die Höhe stemmen. Nach dem Karrierenende 1997 folgte ein übler Absturz mit Drogen und massivem Übergewicht. Erst Jahre später konnte sich der einstige Ausnahmefussballer wieder fassen. 2008 wurde er zum argentinischen Nationaltrainer ernannt und führte die Auswahl seines Heimatlandes an die WM 2010 in Südafrika. Danach konnte sich die «Hand Gottes» mit dem Verband nicht über einen neuen Vertrag einigen. Seither ist der 50-Jährige immer wieder mal im Gespräch, wenn irgendwo ein Posten als Trainer zu besetzen ist.

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(mon)