Grosse Töne

08. Februar 2011 08:06; Akt: 08.02.2011 08:27 Print

Was Dzemaili beweisen will

von Reto Fehr, Malta - Zehnmal lief Blerim Dzemaili bisher für die Nati auf. Überzeugen konnte er kaum. Nach eineinhalb Jahren kommt er zum Comeback – und hat so einiges vor.

Blerim Dzemaili vor dem Spiel gegen Malta. (Video: Reto Fehr/20 Minuten Online)
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Am 1. April 2009 spielte Blerim Dzemaili zuletzt für die Schweiz. In der 72. Minute wurde er gegen Moldawien (2:0) eingewechselt. Seither verhinderten unter anderem Knieverletzungen eine Berufung. «Das war eine sehr lange Durststrecke», erklärt der Zürcher im Hotel «Le Meridien» in St. Julians auf Malta. Eine ganze Medienschar lauscht seinen Worten. «Es ist immer eine Ehre wieder dabei zu sein», sagt der Mittelfeldspieler des FC Parma.

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Das Comeback zeichnete sich in den letzten Monaten ab. Schon im August gegen Österreich hätte es so weit sein sollen. Doch dann musste Dzemaili wegen einer Verletzung absagen. «Das war bitter», erinnert er sich, «aber Hitzfeld sagte mir, sobald ich wieder fit sei, sei ich wieder ein Thema.» Das hat sich jetzt bestätigt. Schon vor einem Jahr hoffte er auf einen Anruf des Nati-Trainers. Vergebens. Hitzfeld plante die WM ohne den 24-Jährigen.

«Wow, das ist der Dzemaili»

Jetzt hat es endlich geklappt. Und Dzemaili gibt sich selbstbewusst: «Ich fühle mich nicht schlechter als diejenigen, die im Mittelfeld spielen», sagt er voller Selbstvertrauen. Die Konkurrenz auf der «Sechser-Position» ist mit Gökhan Inler und Pirmin Schwegler gross. Aber der Parma-Söldner glaubt, der Nati helfen zu können: «Meine Persönlichkeit auf dem Platz und was ich mit dem Ball kann», nennt er als seine grossen Stärken. Dzemaili könnte auch eine offensivere Rolle spielen und die Bälle in die Tiefe spielen – genau das, was man bei Inler und Schwegler vermisst.

Er brennt auf einen Einsatz: «Wenn man hier ist, will man auch spielen.» Zehnmal durfte dies Dzemaili bisher im Nationaltrikot. Überzeugen konnte er selten. «Ich denke, dass mir in der Nati aus meiner Sicht noch nie ein Spiel gelungen ist, bei dem man denken konnte 'Wow, das ist der Dzemaili'. Ich hoffe aber, dass das bald passiert und ich dann für immer ein Thema bin.» An Selbstvertrauen mangelt es ihm nicht. Dieses holte er sich in der Serie A, wo er bei Parma zu einem wichtigen Spieler gereift ist. «Vom Trainer erhalte ich viel Verantwortung auf dem Platz. Ich würde sagen, dass ich ein Leader bin.» Hoffentlich, kann er dies auch in der Nati umsetzen.

Eine Option für Bulgarien

Vorerst will er Schritt für Schritt nehmen: «Wichtig ist, dass ich wieder reinkomme.» Zeit dafür hat er eigentlich nicht. Denn Malta ist der letzte Test vor dem wegweisenden EM-Qualifikationsspiel gegen Bulgarien Ende März. Und Hitzfeld erklärte bereits im Vorfeld, dass er auf der Mittelmeerinsel nicht gross testen will. Wenn Dzemaili gegen Malta überzeugt, stehen seine Chancen für das Bulgarien-Spiel nicht schlecht. Denn er könnte das spielerische Element, das sonst oft fehlt, in die Auswahl bringen.

Darum blickt er doch schon mal voraus: «Eine Mannschaft wie Bulgarien darf man nicht unterschätzen. Auf dem Papier sind wir besser, aber das muss man erst wieder beweisen.» Es hört sich gut an, was Dzemaili von sich gibt. Positiv ist er eingestellt, angriffig gibt er sich und bei Parma hat er gezeigt, dass er es umsetzen kann. Vielleicht gelingt ihm dies auch gegen Malta.