Bestechung bei den Junioren

27. Februar 2019 13:44; Akt: 27.02.2019 15:59 Print

Was wusste der GC-Sportchef?

von Fabian Sangines - Mathias Walther werden enge Verbindungen zum mittlerweile freigestellten Trainer nachgesagt. So erklärt sie der GC-Sportchef.

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Sie hielten viel von ihm, bei GC. So viel, dass sie dem Mann, der seit Anfang 2018 Trainings im GC-Juniorenbereich durchführte, eine Festanstellung als Nachwuchstrainer gaben. Das war im September. Doch seit Dezember ist er seinen Job wieder los. Der Trainer nahm Geld an, um Kinder in Juniorenteams zu schleusen, ihnen Probetrainings zu organisieren und offenbar auch Einsatzzeiten zu ermöglichen.

Zusätzliche Brisanz verleiht der Geschichte, dass der Mann offenbar mehrere Jahre mit Mathias Walther zusammengearbeitet hat. Der gemeinsame Weg begann, als er bei den C-Junioren des Schweizer Rekordmeisters unter dem damaligen Trainer Walther spielte. Später sollte ihn Walther als Trainer zum FC Winterthur holen und einen Job in Mazedonien besorgen. Nach diesem Engagement wurde der bei GC mittlerweile freigestellte Juniorentrainer Leiter einer Fussballschule, die Xherdan Shaqiri unterstützte. Als Berater hatte auch Walther Verbindungen zur Familie Shaqiri.

War es also der GC-Sportchef höchstpersönlich, der seinen alten Freund als Nachwuchstrainer im Verein installierte? «Ich habe ihn damals nach Mazedonien mitgenommen. Zu GC kam er aber auf einen Antrag von den Verantwortlichen des Nachwuchsleistungszentrums», erklärt Walther. Johannes Moos ,Leiter Footeco, habe das Gesuch vorangetrieben, unterstützt vom technischen Leiter Roman Hangarter und Ausbildungschef Timo Jankowski.

Kamen Kinder via Fussballschule?

Zum Startzeitpunkt bei GC habe der frühere Juniorentrainer nicht mehr für die von Shaqiri promotete Fussballschule gearbeitet. «Darauf haben wir bei GC genau geschaut», sagt Walther. Ohnehin wollten sie beim Zürcher Club keine Trainer, die privat Kinder trainieren: «Sobald ein Spieler für private Trainings bezahlt, wird es heikel. Da wird schnell die Unabhängigkeit infrage gestellt.» Dass Kinder von der Fussballschule zu GC in den Nachwuchs wechselten, wie eine Quelle behauptet, bestreitet Walther.

Es kann zumindest überraschend wirken, dass Walther nichts von den Machenschaften seines Freundes mitbekommen hat. «Wir wussten, dass er eine extrovertierte und impulsive Person ist. Dass er dieser Versuchung verfallen ist, konnten wir allerdings nicht erahnen», sagt Walther. Deshalb sei es GC wichtig gewesen, sofort reinen Tisch zu machen: Ausserdem sei der Fall ins Rollen gekommen, als unter anderem Walther Unregelmässigkeiten aufgefallen seien. Er war es dann auch, der die Kündigung aussprechen musste.

Seit der Freistellung hatte Walther mit seinem früheren C-Junior unregelmässigen Kontakt. Nachtragend ist er nicht: «Jeder hat einmal einen Fehler gemacht. Aber dafür muss man die Konsequenzen tragen.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mäge roffler am 27.02.2019 14:17 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaubwürdig

    Walther gehört schon lange weg! Nur grosse Worte reichen einfach nicht bei einem dermassen schlechten Leistungsausweis.

  • Marko am 27.02.2019 14:45 Report Diesen Beitrag melden

    Markting

    und das walther eine marketing firma die saq vermarktet , von dem steht nichts? komsich...

  • Heinz am 27.02.2019 14:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur GC

    Fragt mal beim FCB nach. Dort sind an eine einzelne Person ganz andere Summen geflossen. Alle wissen es und trotzdem passiert nichts.

Die neusten Leser-Kommentare

  • J.P. am 27.02.2019 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mr. GC

    Dass M. Walther jetzt das Unschuldslamm spielt und die überführten Trainer in die Pfanne haut, ist unterste Schublade. Ein ziemlich dreister Versuch, die eigene Haut zu retten. Wer in den vergangenen Jahren die Geschehnisse rund um GC mitverfolgt hat, weiss genau um die dubiosen Rollen, die Walther während seiner 4 (!) Engagements bei GC gespielt hat. Er wusste immer genau, welche Leute er um sich scharen musste, um seine Machenschaften durchziehen zu können, Trainer ebenso wie naive Präsidenten, Geschäftsführer und CO's. Der Untergang von GC ist untrennbar mit dem Namen Walther verbunden...

  • Immer noch GC Fan am 27.02.2019 19:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts Neues bei GC

    Also, M.Walter ist ein " Scheinheiliger! Ich und mein Sohn, haben damals zwischen 1995- 1999 selber erfahren! Damal noch mit Piet Hamber! Ja, ich könnte als Vater, von seinem Sohn als Fussballtalent Fanionteam und Nati U 17 ein ganzes Buch schreiben, was damals bei GC alles abgelazfen ist! Ich als Vater, ( hatte B- Diplom ), war auch no infiviert!

  • Roli Meier am 27.02.2019 15:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neuanfang aber subito

    Ob im Beruf oder im Sport, überall spielt das Beziehungsnetz. GC hat nur noch eine Chance. Alle Führungspositionen müssen sofort neu besetzt werden. Aber wer ist bereit diesen maroden Klub mit Millionen zu stützen? Wieder jemand der Geld hat aber keine Ahnung von Fussball?

  • Alf, ein Fussballkenner am 27.02.2019 15:39 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig, traurig, traurig

    Traurig, dass es immer wieder solche Machenschaften gibt. Die Eltern und die Trainer müssten schwer gebüsst werden. Aber auch dann wird es wieder solche Fälle geben. War selbst viele Jahre im Fussball tätig, habe aber nie solche Angebote bekommen

  • GCZ am 27.02.2019 15:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Walther & Shaqiri Clan

    Mathias Walther und sein Shaqiri-Clan...war unschwer zu erahnen, dass diese bei GC ihre Finger im Spiel haben. Unverständlich aber, dass man so etwas überhaupt zulässt beim Rekordmeister...wirklich schade, dass man bei GC es zulässt, solche Leute ihr Unwesen zu treiben...mit Bestechungen, Vetterliwirtschaft etc. & dass noch von Basler...so muss man eigentlich fasst schon sagen: selbst schuld, dass man nun dort steht wo man ist!