Hakan Yakin

04. Oktober 2011 11:32; Akt: 04.10.2011 12:34 Print

Wechsel zu Bellinzona und Nati-Rücktritt

Die Gebrüder Yakin gehen in Zukunft getrennte Wege. Hakan Yakin wird den FC Luzern im Winter verlassen und hat bei Challenge-Ligist Bellinzona einen Sechsjahresvertrag unterschrieben.

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Hakan Yakins Karriere als Profi-Fussballer begann bei Concordia Basel, wo er bereits in seiner Jugend spielte. 1995 folgte er seinem Bruder zum grossen FC Basel. Als er sich dort nicht durchsetzen konnte, wechselte er zu den Grasshoppers nach Zürich. 1998 stand Hakan Yakin für ein Jahr beim FC St. Gallen unter Vertrag. Bei seinem zweiten Engagement bei den Grasshoppers schaffte der Schweizer türkischer Abstammung definitv den Durchbruch. Im Jahr 2000 erhielt Yakin sein erstes Aufgebot für die Nationalmannschaft. 2001 kehrte der Freistosspezialist zum FC Basel zurück, wo er seine erfolgreichste Zeit erlebte. In der Champions League machte sich Yakin international einen Namen. Yakin entschied sich im Sommer 2002 für einen Transfer zu Paris Saint-Germain, wo er aber beim damaligen Trainer Vahid Halilhodzic in Ungnade fiel und kein Spiel bestritt. Der nicht gerade als trainingsfleissig geltende Yakin kehrte für sechs Spiele zum FC Basel zurück. In der Winterpause lockte aber bereits wieder das Ausland. Zusammen mit Marco Streller spielte Yakin ein Jahr beim VfB Stuttgart. Ein Jahr später und nach nur neun Bundesliga-Einsätzen wurde Yakin nach Istanbul abgeschoben. Bei Galatasaray sass der jüngere der beiden Yakin-Brüder meist auch nur auf der Bank. Im Juni 2005 kehrte Yakin in die Schweiz zurück. Bei den Berner Young Boys fand der Spielmacher wieder zu seiner alten Stärke zurück. Im Sommer 2008 konnte Hakan Yakin den finanziellen Verlockungen der katarischen Wüste nicht widerstehen. Er wechselte zum Meister Al-Gharafa. Nach knapp einem halben Jahr in der Wüste träumte Yakin von einer Rückkehr in die Heimat. Weil er mit der Schweiz als Stammspieler an die WM reisen wollte, musste er wieder auf höherem Niveau spielen. Nach dem erfoglosen Wüsten-Abstecher unterzeichnete Hakan Yakin beim FC Luzern im Juni 2009 einen Zweijahresvertrag, der später verlängert wurde. In Luzern schlug Yakin ein wie eine Bombe. Der Spielmacher hatte unter Rolf Fringer grossen Anteil am Aufschwung der Innerschweizer. Im Sommer 2011 wurde Hakans Bruder Murat Yakin neuer Trainer beim FC Luzern. Im Oktober 2011 gab Yakin schliesslich seinen Wechsel zur AC Bellinzona bekannt, wo er einen Sechsjahresvertrag erhielt. Ziel: Aufstieg in die Super League und späterer Wechsel in die Vereinsführung. Weil er in den Plänen von Ottmar Hitzfeld schon seit längerer Zeit keine Rolle mehr spielte, trat Yakin gleichzeitig auch aus der Nationalmannschaft zurück.

Die Karriere des Hakan Yakin.

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Der FC Luzern hat am frühen Dienstagmorgen kurzfristig und überraschend eine Pressekonferenz einberufen. Die Gerüchte kursierten und schnell pfiffen es die Spatzen von den Dächern: Hakan Yakin wechselt vom Super-League-Leader FC Luzern zum Challenge-Ligist AC Bellinzona. Der Vertrag zwischen Yakin und dem FCL wird im gegenseitigen Einvernehmen per 31. Dezember 2011 aufgelöst. Gleichzeitig gab der 87-fache Internationale auch seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekannt.

Bei der AC Bellinzona hat der 34-jährige Yakin einen Vertrag über sechs Jahre unterschrieben. Am 1. Januar 2012 wird der Spielmacher im Tessin seinen Dienst antreten. Zunächst soll er Bellinzona als Spieler zum Aufstieg führen, dann wird Yakin eine Position in der Vereinsführung übernehmen und vor allem als «Botschafter» tätig sein.

Totale Überraschung

Kaum ein Transfer vermochte die Schweizer Fussball-Szene zuvor dermassen zu überraschen wie Yakins freiwilliger «Abstieg» in die Challenge League. Dies liegt nicht zuletzt daran, weil Yakin in der Innerschweiz ein Umfeld vorfand, das für ihn massgeschneidert schien. Seit dieser Saison wird der FCL von seinem Bruder Murat Yakin äusserst erfolgreich trainiert.

Zwar nimmt Hakan Yakin in Luzern seit geraumer Zeit nicht mehr die dominante Rolle wie noch im ersten Jahr ein, dennoch stand der zweifache Schweizer Fussballer des Jahres in sämtlichen elf Saisonspielen auf dem Platz, wobei er zweimal vom Penaltypunkt traf.

«Yakins Know-how ist Gold wert»

Den Yakin-Deal eingefädelt hat Bellinzona-Präsident Gabriele Giulini. Für ihn ist die Verpflichtung des Routiniers ein absoluter Glücksgriff: «Das Know-how eines Hakan Yakin ist für uns Gold wert und eigentlich unbezahlbar. Er wird im Verein wichtige Aufgaben übernehmen und vor allem als Botschafter für das Stadionprojekt und den Tessiner Fussball unterwegs sein.»

Neuorientierung mit Perspektiven

Yakin freut sich auf die Chance, sich im «hohen» Fussballeralter einer neuen Herausforderung stellen zu können. «Ich danke dem FC Luzern und seinem Präsidenten Walter Stierli für das Verständnis, dass ich mich nochmals neu orientieren und meine Karriere nach dem Fussball aufbauen kann. Mein Dank gilt auch meinem Bruder und Trainer Murat Yakin, der meinem ausdrücklichen Wunsch ebenfalls vorbehaltlos zugestimmt hat», wird der 34-Jährige im offiziellen Communiqué des FC Luzern zitiert.

Nun wird Yakin also zur mit Abstand grössten Attraktion in der Challenge League. Die Aufstiegschancen Bellinzonas sind derzeit intakt. Der ASL-Absteiger der vergangenen Saison ist nach neun Runden mit vier Punkten Rückstand auf Leader St. Gallen auf dem Barrage-Platz klassiert. Zuletzt feierte die Equipe von Coach Martin Andermatt fünf Siege de suite.

(pre/ahu/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Max F am 04.10.2011 10:01 Report Diesen Beitrag melden

    ente

    Ha! das nenn ich mal ne überraschung ;) halte es ehrlich gesagt mehr für eine ente, aber wer weiss schon was in yakin vorgeht? laut diversen quellen wechselt er für 6 jahre ins tessin. glaube nicht dass er mit 41 noch chancen hat zu spielen.

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  • Bidu am 04.10.2011 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Gibts ja gar nicht. Hakan Fussballgott!!

    Es ist doch noch nicht 1. April?

  • Fischer am 04.10.2011 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Irgendwie schade aber in seinem Alter auch ein wenig nachvollziehbar... Hoffe dass wir in Luzern einen guten Ersatz holen. Aber bitte NICHT Petric (war ja auch ein Gerücht letzte Woche)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • G.Z am 04.10.2011 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorbei

    Seine Zeit ist nun abgelaufen, er sollte besser zurücktretten.

  • Bidu am 04.10.2011 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Gibts ja gar nicht. Hakan Fussballgott!!

    Es ist doch noch nicht 1. April?

  • icky am 04.10.2011 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist das Problem?

    Es scheint nichts schöneres zu geben als über Hakan herzuziehen...wenn er es wfür richtig hält, dann soll er doch zu Bellinzona wechseln.Vergesst nicht was er für den Schweizer Fussball schon geleistet hat und besser wird er halt nicht mehr, da ist es legitim, dass er eine solche Chance nutzt. PS:bin kein Hakan-Fan, aber unseren Respekt hat er sich verdient.

  • denk-mal am 04.10.2011 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    wieder einen ausrangierten wohl...

    und nun engagiert der FCL wohl wieder mal einen über 30-jährigen

  • Tinu am 04.10.2011 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Ich fand Yakin ziemlich gut. Kann man nur hoffen, dass der FCL einen würdigen Nachfolger für Haki findet.