Dilemma im CL-Finale

18. Mai 2012 16:42; Akt: 18.05.2012 17:40 Print

Welcher Hassverein solls denn sein?

von M. Reinhard - Real gegen ManU, Barcelona gegen Juve oder Liverpool gegen Inter - das Champions-League-Finale könnte so schön sein. Doch ausgerechnet Chelsea und die Bayern stehen sich am Samstag gegenüber.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Seien Sie mal ganz ehrlich: Wem drücken Sie zu Beginn einer Champions-League-Kampagne die Daumen? Befinden sich Chelsea oder die Bayern ganz vorne auf Ihrer persönlichen Favoriten-Liste? Wenn ja, dann herzliche Gratulation! Sie freuen sich somit schon seit Tagen, wenn nicht Wochen auf den Samstag. Um 20.45 Uhr werden Sie sich, mit Chips und Bier bewaffnet, vor dem Fernseher die Nägel abkauen, sich die Seele aus dem Leib schreien und auf ein gutes Ende für ihr Team hoffen.

Umfrage
Wen unterstützen Sie beim Champions-League-Finale?
30 %
44 %
26 %
Insgesamt 1915 Teilnehmer

Und jetzt noch mal richtig ehrlich: Bayern gegen Chelsea im Champions-League-Final ist für den Nicht-Anhänger einer dieser beiden Klubs so etwas wie der Super-GAU. Beiden haftet - böse ausgedrückt - der Stempel «Hassverein» auf der Stirn. Der kommune Fussballfan mag weder die Bonzen-«Blues» des Öl-Oligarchen Roman Abramowitsch noch die «Mia sin Mia»-Münchner, die seit Monaten kein anderes Thema mehr finden als das Heimfinale in der Champions League.

Arroganz vs. Öl-Milliarden

Beide Finalisten haben mit negativen Vorurteilen zu kämpfen, deren Geschmack sie nicht aus ihren Trikots bringen. Die Bayern sind arrogant, selbstverliebt und schauen gern auf andere herab. Die Spieler schmücken sich mit schönen Frauen und verbringen ihre Freizeit in der Nobeldisco «P1». Aus derselben Szene stammt auch ein Grossteil der Anhänger des deutschen Rekordmeisters, die Schickeria prahlt gerne mit den Erfolgen von Ribéry und Co., während Stadtrivale 1860 was fürs Fussvolk ist.

Bei Chelsea sind es vor allem die Öl-Milliarden von Besitzer Roman Abramowitsch, die nicht schmecken. Seit der Russe am 1. Juli 2003 das Ruder an der Stamford Bridge übernommen hat, kauft er alles zusammen, was nicht niet- und nagelfest ist. Über eine Milliarde Franken hat der Oligarch in neun Jahren schon für Drogba, Torres und Co. verschleudert. Kein Wunder, dass man den «Blues» seither eine Söldner-Mentalität und fehlende Tradition nachsagt.

Die Qual der Wahl

Und nun zurück zu Ihnen. Haben Sie sich schon entschieden, welchen der beiden Champions-League-Finalisten Sie am Samstag unterstützen wollen? Noch nie war der Ausdruck «die Qual der Wahl» nämlich treffender. Wollen Sie den Bayern die Daumen drücken und so versuchen, ein Zeichen in Sachen deutsch-schweizerischer Freundschaft zu setzen? Ein Pro-München-Argument wäre übrigens auch, dass ein Sieg des Heynckes-Teams dem FC Basel helfen würde (siehe Infobox rechts). Oder haben Sie sich auf die Seite der «Blues» geschlagen? Weil der Italo-Schweizer Roberto Di Matteo dort seit Anfang März sehr erfolgreich als Trainer amtet? Aber seien Sie doch mal ganz ehrlich: Aus diesem Grund finden doch hierzulande plötzlich alle Chelsea-Hasser die «Blues» doch irgendwie ganz cool ...

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reto B. am 18.05.2012 22:13 Report Diesen Beitrag melden

    Das kleinere Übel

    Ich kann nicht für Bayern sein... geht nicht!

  • Peter am 18.05.2012 18:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bayern

    Werde nie für Blau/Weiss sein. Hopp Bayern

  • bluesmax am 18.05.2012 21:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ihr seid ihr

    alles nur nicht Bayern :), darum bin ich für die Blues - go Chelsea!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Phil am 19.05.2012 18:26 Report Diesen Beitrag melden

    sorry

    bin schon seit 1999 Chelsea Fan aber was die in dieser Saison geleistet haben war ja mehr als erbärmlich. Eigentlich gönne es den Bayern nicht und meinem herzensverein nicht. Doch die Mannschaft mit mehr glück soll gewinnen .

  • Koris am 19.05.2012 16:29 Report Diesen Beitrag melden

    Obacht!

    Meiner Meinung nach spiegelt der Artikel nicht die Meinung aller Zuschauer wider. Auf Grund der Tatsache, dass sowohl der FC Bayern als auch der FC Chelsea sog. Topvereine wie Real Madrid und den FC Barcelona (Entschuldigung, dass ich den FC Basel jetzt nicht dazu zähle) aus dem Wettbewerb gekickt hat, kann es sich nur um ein hochklassiges Finale handeln. Die Antipathie, die der Autor den beiden Vereinen zukommen lässt, kann definitiv nur auf persönliche Niederlagen zurückzuführen und nicht der Liebe des Spiels gewidmet sein.

  • makajo am 19.05.2012 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    schon mal in den Spiegel gesehen?

    als Bayern Fan holt man sich ja so kurz vor dem Spiel alles was einem in die Finger kommt, und so hat es mich zur Abwechslung mal auf eine schweizer Website gezogen... und dann les ich da so einen Artikel. Wahnsinn, hat der Verfasser eigentlich einen Funken Ahnung was ihr Schweizer damit für eure Aussendarstellung tut? Aber den Bayern Arroganz vorwerfen... naja, mal zu den Fakten, der FCB ist der einzige europäische Top-Club der sich selbst finanziert und schuldenfrei ist, 70 Prozent der Mannschaft stammt aus der eigenen Jugend und der ganze Verein ist sehr familiär geführt, einmalig in Europa

    • Ma MA am 19.05.2012 18:44 Report Diesen Beitrag melden

      Genau

      Genau meiner Meinung!!!!!

    einklappen einklappen
  • Maikel... am 19.05.2012 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    Innerhalb von zwei Jahren im Finale....

    Ohje, da hat sich aber der Verfasser dieses Beitrages ernsthafte Mühe gegeben........ Aber eben, mit Mühe ist noch lange nicht alles getan....... Vonwegen die Bayern seien arrogant?! Und Real oder Barca nicht?Und wem haben denn gewisse Clubs in der Bundesliga das Überleben zu verdanken? Wohl kaum jemandem anderen als Bayern München zum Beispiel und ja, sogar 1860 wurde durch die Bayern finanziell unterstützt. Und doch schaffen sie es zusätzlich, gesunde Finanzen vorzuweisen. Was man ja von diversen anderen europäischen Top-Clubs nicht behapten kann.

  • Andy am 19.05.2012 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Was für ein Beitrag

    was für ein ... Beitrag? wer kauft Jährlich die teuersten Spieler? Chelsea oder Bayern... oder war es doch Real? Hoch lebe Journalismus und Recherchen, muss wohl ein Real oder Barca fan gewesen sein. Ich freue mich aufs Finale, ein rein spanisches Finale hätte ich nicht geschaut.

    • mr.noname am 19.05.2012 18:03 Report Diesen Beitrag melden

      Barca?

      Barca hat wohl gleich viele Spieler aus der Jugend wie Bayern. Und das sage ich jetzt als Barca-hater ;)

    einklappen einklappen