Der Gast aus Asien

19. Juni 2019 10:18; Akt: 19.06.2019 10:50 Print

Wenn der Gegner plötzlich Katar heisst

An der Copa América spielen dieses Jahr aussergewöhnliche Gäste mit: Katar und Japan. Das hat pragmatische Gründe.

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Schön herausgespielt und noch schöner abgeschlossen: Das Tor, das Paraguay am Sonntag in der 68. Minute kassierte, wird seinen Weg finden in die Auswahl der sehenswertesten Treffer an der diesjährigen Copa América. Erzielt hat es aber kein Rodriguez, kein Sanchez oder Diaz, nein, der Mann, der in Brasilien schlenzte, heisst Abdulla Almoez. Er spielt für Katar.

Katar? Copa América? Ja, der WM-Gastgeber von 2022 spielt mit lauter südamerikanischen Mannschaften um den Titel der ältesten Kontinentalmeisterschaft. Und es kommt noch besser: Mit Japan nimmt auch ein zweites asiatisches Team teil. Paraguays Trainer Eduardo Berizzo war nach dem 2:2 gegen Katar ein bisschen angesäuert: Er finde, dass nur amerikanische Teams mitspielen sollten. Er habe ja auch noch nie gesehen, dass ein südamerikanisches Team zur Europameisterschaft eingeladen wurde.

Ganz einfache Gründe

Das ist tatsächlich noch nie passiert. Dass die Copa América aber Gäste hat, ist normal. In fast allen Fällen kamen sie aber immerhin vom amerikanischen Kontinent, Mexiko war schon zehnmal dabei, Costa Rica fünfmal und die USA viermal. Jamaika durfte 2015 und 2016 Copa-Luft schnuppern. Einmalige Teilnehmer sind Haiti, Honduras und Panama. Nur einmal war bisher ein asiatisches Team dabei, 1999, auch da war es Japan.

Das alles hat ganz pragmatische Gründe. Vor 26 Jahren entschieden die Organisatoren, das Teilnehmerfeld auf zwölf Teilnehmer zu erweitern, um einen sinnvollen Turniermodus zu kreieren, Mexiko und die USA kamen dazu. Südamerika umfasst zwar mehr als zehn Länder, Mitglied vom Verband Conmebol sind aber längst nicht alle, es gibt auch keine Qualifikation. Immerhin: Der Pokal wanderte noch nie in den Norden, Mexiko stand zwar zweimal im Final, gewann das Turnier aber noch nie.

Wie stark Katar ist, weiss die Schweiz

Jetzt sind also Katar und Japan da. 1,25 Millionen US-Dollar erhalten die Teams als Antrittsgage. Es gehe den Katari aber um weit mehr, sagt Félix Sanchez, ein Katalane, er trainiert das Nationalteam Katars. «Die Copa América wird uns zeigen, wo wir stehen», findet er. Katar sieht das Turnier also als etwas wie eine Vorbereitung für die im Wüstenstaat stattfindende WM 2022.

Katar ist Asienmeister und hat eben Paraguay ein Unentschieden abgetrotzt, auf ganz so tiefem Niveau, wie einst befürchtet, ist der Gastgeber also nicht. Die Schweizer Nationalmannschaft weiss das seit der Schmach von Lugano (0:1-Niederlage). Mit Sanchez steht ein Trainer an der Seitenlinie, der durch die Barcelona-Schule ging und diesen Stil seiner Mannschaft einzuimpfen versucht.

Das lässt sich der Staat auch einiges kosten. Da ist das sündhaft teure Engagement bei Paris St-Germain und das weniger teure bei KAS Eupen, einem belgischen Club. Dazu ist Qatar Airways bei Bayern München und den Boca Juniors als Sponsor eingestiegen, früher gehörte auch Barcelona zu dieser Runde. Und: Die Fluggesellschaft schloss 2018 einen Vertrag mit Conmebol ab, sponsert nun die beiden Clubturniere des Verbands, die Pendants zu Champions- und Europa League.


Fussball

(mro)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Greg F. am 19.06.2019 11:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dineros

    Katar kauft sich nebst der Teilnahme auch noch Punkte am Turnier. Ist halt alles eine Frage des Geldes... Danke FIFA fürs Vorleben..

  • Fifa bank am 19.06.2019 11:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egal

    Egal wie der Gegner heisst! Werde diese Wm nicht verfolgen!

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  • Mr. Right (Official) am 19.06.2019 14:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gewinner

    Und was ist wenn Japan oder Katar die Copa America gewinnt? Das wäre dann schon "befremdlich"...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Manuel Rios am 20.06.2019 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Amerikanischer Verband

    Conmebol und und Concacaf müssten sich überlegen ob sie sich zu einem Amerikanischen Verband vereinen. Dann könnte man die Copa America mit vorgängiger Qualifikation (Wie WM oder EM) auf 16 Mannschaften ausweiten und müsste keine Gäste mehr einladen. Es heisst ja Copa America und nicht Copa Sudamericana. :)

  • Mr. Right (Official) am 19.06.2019 14:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gewinner

    Und was ist wenn Japan oder Katar die Copa America gewinnt? Das wäre dann schon "befremdlich"...

    • Brumm am 19.06.2019 17:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mr. Right (Official)

      Dann würde sicher eine Regel kommen dass zwar z.B. Japan die beste Mannschaft wäre aber offiziell die beste "eigene" Mannschaft Champion ist. Wie in der Schweiz wo zwar Vaduz mitspielen und erster werden kann aber nicht Schweizer Meister.

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  • U-Brot mit Periskop am 19.06.2019 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Was wenn mal der ganze Sumpf raus kommt?

    Platini atmet schon mal gesiebte Luft hinter schwedischen Gardinen. Wer weiss, vielleicht singt er ja wie ein Vögelchen und die WM wird abgesagt.

    • Chrigi Elsi am 20.06.2019 09:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @U-Brot mit Periskop

      Er ist in Freiheit und eine Anklage gibt es nicht, die neusten Meldungen kamen scho gestern.

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  • Is So am 19.06.2019 13:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vor Schlag

    Wäre mal was für die Schweizer Liga mal für nen Franken ein paar Teams einladen damit man mal anständigen Fussball sieht

    • Brumm am 19.06.2019 17:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Is So

      Bin nach wie vor für die Alpenliga, dann gäbe es an der Spitze vielleicht 4 oder 5 "Spitzenteams" und unten rum könnte man nicht mit 40 Punkten aufhören Fussball zu spielen.

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  • Smeeee am 19.06.2019 13:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    No Chance

    Das einzige was zählt ist das Messi nicht den Titel gewinnt, sonst denken wirklich alle er sei der beste.