Schweizer Cup

23. April 2019 20:05; Akt: 24.04.2019 08:48 Print

Thun steht dank Offside-Tor im Cupfinal

Thun zieht zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte ins Cup-Endspiel ein. Die Berner Oberländer siegten beim FC Luzern durch einen umstrittenen Treffer.

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Tragische Figur beim FCL vor den Augen der Luzerner Meistermannschaft von 1989 war Torhüter David Zibung, der beim Gegentreffer keine gute Figur machte. Der 35-Jährige, der mit den Luzernern schon drei Cupfinals verlor, konnte in der 80. Minute eine Flanke von Matteo Tosetti nicht klären. Dejan Sorgic, der in der unübersichtlichen Situation im Offside gestanden hatte, blieb cool, legte für Gelmi auf, der aus 15 Metern mit seinem ersten Saisontor die Thuner nach 64 Jahren wieder in den Cupfinal schoss.


Umstrittene Entscheidung: Dejan Sorgic steht vor dem siegbringenden Treffer der Thuner im Offside. (Video: SRF)

«Um wirklich Geschichte zu schreiben, fehlt aber noch ein Spiel», sagte Nelson Ferreira. Der 36-Jährige, der einst auch beim FC Luzern spielte, war bereits 2005 dabei, als die Thuner mit der Qualifikation für die Champions League ein Märchen schrieben. Im zweiten Cupfinal der Klubgeschichte trifft der Tabellendritte der Super League am 19. Mai in Bern auf den Sieger des zweiten Halbfinals vom Donnerstag zwischen Zürich und Basel. Fehlen wird Captain Stefan Glarner wegen einer Gelbsperre.

Gelmi hatte den entscheidenden Angriff eingeleitet, Tosetti schlug die Flanke, die Zibung und dem FCL zum Verhängnis wurde. Tosetti hatten die Thuner in den letzten Wochen während ihrer sportlichen Misere in der Meisterschaft mit neun Spielen ohne Sieg schmerzhaft vermisst. Mitte der zweiten Halbzeit gab der beste Vorbereiter der Thuner sein Comeback und belohnte mit der Aktion in der 80. Minute sich und seine Mannschaft für einen kämpferisch einwandfreien Auftritt.

Stärkere Luzerner
Der FC Thun brauchte vor gut 12'000 Zuschauern aber auch das nötige Wettkampfglück - auch bei den Entscheiden der Schiedsrichter. «Es war ein brutal schwieriges Spiel. Wir hatten das nötige Glück und mussten den Final erleiden», sagte Thuns Trainer Marc Schneider. Luzern stand in der zweiten Halbzeit dem Führungstor näher. Blessing Eleke verfehlte das Tor nur knapp (54.) und mit der Einwechslung von Pascal Schürpf, dem Doppel-Torschützen beim furiosen 4:0 in den Viertelfinals gegen Meister Young Boys, erhöhte das Heimteam den Druck noch einmal.

Ein Treffer gelang dem Team von Thomas Häberli aber nicht mehr, auch wenn es in der fünfminütigen Nachspielzeit mit aller Macht den Ausgleich suchte. Klare Torchancen erspielte sich der FCL nicht, so dass eine weitere Heimniederlage resultierte. Luzern ist in der Super League das schwächste Heimteam. «Wir haben enorm viel Aufwand betrieben und uns dafür nicht belohnt», sagte Häberli.

Am Ende jubeln überraschend die Berner Oberländer
So jubelte am Ende der FC Thun, der den besseren Start in die Partie erwischt hatte. Bereits nach 107 Sekunden tauchte Sorgic nach einem abgelenkten Schuss von Marvin Spielmann alleine vor Zibung auf, zögerte aber zur lange, so dass Otar Kakabadse noch klären konnte. Nach einer knappen Viertelstunde traf Grégory Karlen nach schöner Flanke von Sorgic mit dem Kopf den Ball nicht richtig.

Erst danach übernahm das Heimteam allmählich die Initiative, nachdem die Luzerner in der 9. Minute ein erstes Mal Pech bekundet hatten, als Schiedsrichter Adrien Jaccottet ein Handspiel von Nicola Sutter im eigenen Strafraum übersah. Die beste Chance zum Führungstreffer für den FCL vor der Pause vergab Silvan Sidler, der nach glänzendem Zuspiel von Christian Schneuwly am stark reagierenden Guillaume Faivre im Thuner Tor scheiterte (26.).

Telegramm:

Luzern - Thun 0:1 (0:0)
12'094 Zuschauer. SR Jaccottet. Tor: 80. Gelmi (Sorgic) 0:1.
Luzern: Zibung; Kakabadse, Lucas, Cirkovic, Sidler; Voca, Ndenge (62. Custodio); Vargas, Schneuwly (87. Demhasaj), Rodriguez (58. Schürpf); Eleke.
Thun: Faivre; Glarner, Rodrigues, Sutter, Joss (39. Salanovic); Gelmi; Ferreira, Karlen, Stillhart, Spielmann (70. Tosetti); Sorgic.
Bemerkungen: Luzern ohne Schulz, Schwegler (beide gesperrt), Juric, Knezevic und Schmid (alle verletzt). Thun ohne Da Silva, Kablan (beide gesperrt), Hediger und Ruberto (beide verletzt). 38. Joss verletzt ausgeschieden.
Verwarnungen: 56. Ndenge (Foul), 71. Rodrigues (Foul), 85. Glarner (Foul/im Cupfinal gesperrt), 90. Cirkovic (Foul), 93. Sidler (Foul).

Fussball

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • FcThun Ole am 23.04.2019 22:45 Report Diesen Beitrag melden

    Hopp FCT

    Ach luzerner, Basler und Zürcher... wir in Thun werden nie Meister werden, wir haben zu wenig Geld dafür. Lasst uns für einmal die Freude für den Finaleinzug. Den Final werden wir wahrscheinlich verlieren, aber hey, für uns Thuner ist schon dieses Erlebnis Wunderschön. Gruss aus dem Oberland. :)

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  • Ein fcsg fan am 23.04.2019 22:13 Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation

    Gratulation zum sieg thun

  • Linda die Echte. am 23.04.2019 22:02 Report Diesen Beitrag melden

    Zibung,

    Der Landschafts Gärtner. Statt mit der Faust, versucht er mit der offenen Hand den Ball 2 x weg zuschieben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Wurzel am 26.04.2019 13:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beschiss bleibt Beschiss

    Über den Penalty-Beschiss beim FC Bayern regt man sich mächtig auf, aber der kleine FC Thun kommt auch nur durch Beschiss ins Cup-Finale! Wo ist der Unterschied?

  • Pecunia Nonolet am 24.04.2019 22:56 Report Diesen Beitrag melden

    Schiebung, wer war der Linienrichter

    Das war kein Zibung Fehler, sondern ein Schiebung Schiri Fehler. Wäre interessant zu wissen, wer die Linienrichter waren ,,,

  • Peter am 24.04.2019 15:18 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Luzerner Schreiberling?

    Das war nie und nimmer ein Offside Tor. Was soll dieser Schwachsinn?

    • Ron am 24.04.2019 15:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter

      Hopp Thun, war Offside !

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  • Luzerner am 24.04.2019 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Schade aber Gratulation an Thun!

    Ein typisches Spiel unseres FCL. Stark, angriffig, immer anrennend, besser im Spiel als der Gegner, viele Möglichkeiten und am Ende verlieren. Doch eins können wir auch Jahrhunderte später noch wie damals. Nie aufgeben und wie Löwen dem Ende entgegentreten! Hoffentlich gewinnt Thun nun auch den Final!

    • Marc am 24.04.2019 15:19 Report Diesen Beitrag melden

      @Luzerner

      Gegen Basel wäre das grösste (ja ja die Schadenfreude wäre riesig bei mir, ich gebs ja zu).

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  • Johnny Schmidt am 24.04.2019 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Gut so...

    Nächste Saison hat der Cupsieger noch einen Fixplatz in der Europa League - Luzern reisst dort traditionell sowieso nie etwas... Jetzt fällt der Platz entweder an Zürich oder Thun - und sollte Basel gewinnen, an den Dritten der Liga... im Moment auch Thun.