EM-Qualifikation

15. Oktober 2019 05:47; Akt: 15.10.2019 11:09 Print

Wieder salutieren sie – nur der Held des Abends nicht

Die Türken jubeln auch gegen Frankreich mit einer Militärgeste. Torschütze Kaan Ayhan schleicht sich davon. Zum Unmut seiner Mitspieler.

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Und dann standen sie wieder da, nebeneinander aufgereiht, und hielten sich die rechte Hand an die Schläfe. Vor zahlreichen Gästefans stellten sich die Türken auf und salutierten, wiederholten ihre Geste vom Heimspiel gegen Albanien also im französischen Stade de France. Nur einer schlich von dannen, der Held des Abends, Kaan Ayhan. Nachdem er sich von den türkischen Fans verabschiedet hatte, drehte der Torschütze zum späten 1:1 ab und liess seine salutierenden Kollegen alleine.

Ayhan spielt bei Fortuna Düsseldorf. Der Club hat sich in den vergangenen Tagen zu den Unruhen um die türksiche Nationalmannschaft geäussert. Auch Ayhan und Clubkollege Kenan Karaman hatten nach dem Spiel gegen Albanien vom Freitag den Militärgruss gemacht. «Wir sind davon überzeugt, dass ihnen nichts ferner lag, als ein politisches Statement abzugeben. Beide Spieler stehen für die Werte, die unser Verein lebt», sagte danach Fortuna-Sportchef Lutz Pfannenstiel.

Gegen Frankreich, nach dem 1:1, das den Türken weiterhin die Tabellenführung einbringt, verzichtete Ayhan auf den umstrittenen Jubel. Auch Karaman war auf den Bildern mit den salutierenden Türken nicht zu sehen. Ganz zum Unmut offenbar von Merih Demiral. Der Juventus-Verteidiger, bisher bei einem Serie-A-Einsatz in dieser Saison, schien sich schon bei Ayhans Torjubel zu echauffieren, weil dieser nicht salutiert hatte. Denn bereits nach dem Kopfballtreffer des Verteidigers stellten sich einige Türken an der Eckfahne auf. Nicht so Ayhan und Karaman, aber auch der ebenfalls in Deutschland aufgewachsene Hakan Calhanoglu. Auf Twitter kursiert ein Video, in dem zu sehen ist, wie Demiral stark auf Ayhan einredet. Ob es dabei um das seiner Ansicht nach fehlende Salutieren ging, ist unklar.

Mit dieser Geste wollen die Türken die von ihrem Land in Syrien eingesetzten Soldaten unterstützen. Die Uefa hat bereits angekündigt, ein Verfahren einzuleiten und zunächst Stellungnahmen von den Beteiligten einholen. Das Verfahren kann sich gegen den Verband oder aber auch gegen einzelne Spieler richten. Nach den Statuten des Dachverbands sind politische Äusserungen und Gesten auf dem Spielfeld in Uefa-Wettbewerben untersagt.

Fussball

(mro/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Frag ENDE am 15.10.2019 06:21 Report Diesen Beitrag melden

    Und sie schauen weg!

    Europa und der Rest der Welt schauen weg! Erinnern die sich nit, wie es 1936 an Olympia begann? Wäre das nicht die beste Möglichkeit für Europa endlich die Türkei wenigstens sportlich von Europa auszuschliessen? Sport, Religion und Politik sind nicht vereinbar, oder doch?

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  • Sugarcan am 15.10.2019 07:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht gar nicht..

    Türkei ausschliessen aus dem Wettbewerb. Wieso? "Wiederholungstäter" geht gar nicht. Der Verband hätte dies nach dem ersten Mal unterbinden müssen und zudem es ist respektlos gegenüber den Opfern. Die Türkei ist der Agressor

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  • Sportler am 15.10.2019 07:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum

    wird diese Mannschaft nicht gesperrt? Aggression und dessen Unterstützung hat im Sport nichts zu suchen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Uefa Gefragt am 15.10.2019 09:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Forfait 3:0

    Uefa: Das Spiel 3:0 Werten! Politik hat im Sport nichts zu suchen !

  • sina am 15.10.2019 09:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schluss jetzt

    Kaum ist der Adlergruss vorbei,kommt diese Kriegsverherrlichung, aus derselben Religion.Greift der extreme Islam schon ueberall so durch? So eine Agressivität. Und die Spieler die nicht mitmachen,werden gezwungen? Wo ist wohl nur der Sport geblieben. Nun ist es an der Zeit vom Verband Ordnung zu schaffen, oder haben sie auch schon Angst?

    • R. Aus am 15.10.2019 16:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @sina

      sehr gut gesagt. Europa ist eigentlich Christlich und soll nie Islamisch werden. Schaut mal im Griechenland vorbei (auch in der Schweiz schon gut erkennbar) und seht wie diese Religion langsam an überhand gewinnt. Schrecklich!

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  • BG am 15.10.2019 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mutig

    Bravo Kaan Ayhan. Es gehört sehr viel Mut dazu, so zu handeln. Weiterhin viel Glück.

  • Marlis am 15.10.2019 08:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sperren Trainer und Spieler

    Das ganze Team Disqualifiziert und den Trainern sperren fürs Lebenslang und gewisse Spieler. Hat die Spieler nicht im Griff

  • Schnauzbart Bosporus am 15.10.2019 08:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aus die Maus

    Clubs sollten die salutierenden Spieler entlassen. Keine Verpflichtung mehr auserhalb der Türkei. Nationalmannschaften aus allen Wettbewerben min. 6 Jahre streichen. Keine türkische Mannschaften mehr in Champions League oder UEFA Cup auch für min. 6 Jahre. Politik geht im Sport gar nicht !!! FIFA und UEFA bitte handeln !!!