GC verlässt die Stadt

15. Februar 2011 15:24; Akt: 15.02.2011 15:25 Print

Wieso kein Provisorium bauen?

von Patrick Toggweiler - GC droht mit dem Wegzug aus der Stadt, dabei gäbe es auf dem Hardturmareal Platz für ein Stadion-Provisorium. Die Idee ist zu gut, um wahr zu sein.

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Screenshot des Düsseldorfer Provisoriums.

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Soeben entsteht in Düsseldorf nach den strengen Richtlinien des DFBs eine provisorische Fussball-Arena für 20 000 Zuschauer. Zweitligist Fortuna muss für die letzten drei Heimspiele der Saison dem Megaevent European Song Contest Platz machen. Als Trostpflaster stellt die Stadt nun ein sogenanntes «Nüssli-Stadion» hin, so der Übername solcher Bauten, der auf die dafür spezialisierte Schweizer Baufirma verweist.

Derweil droht GC mit dem Auszug aus der Stadt Zürich. Der Klub kann sich die drei Millionen für das Paket Letzigrund nicht mehr Leisten. Die Frage liegt nahe, wieso also kein «Nüssli-Stadion» auf dem brachliegenden Hardturm-Areal gebaut wird?

«Für 9 Millionen Franken wäre es möglich, ein Stadion mit einem Fassungsvermögen von 8000 Zuschauern zu bauen. Darin könnte GC dann 5 Jahre lang spielen», sagt GC-Boss Urs Linsi gegenüber 20 Minuten Online. Ein Weiterverkauf des Materials brächte nach Ende der Nutzung Einnahmen von zwei Millionen. Pro Jahr müsste GC im Idealfall also mit Kosten von 1,4 Millionen rechnen. Dazu kämen Unterhalt, Miete des Areals und Kosten für die Sicherheit. 3 Millionen dürften damit aber nicht erreicht werden.

GC hat die Variante Provisorium auf dem Campus in Niederhasli geprüft. Dort bräuchte es eine Änderung der Bauzone. Idealer wäre der Standort in der Stadt. Aber dort mahlen die politischen Mühlen bekanntlich langsam.

Variante ohne städtische Finanzspritze

Neben der Zustimmung des Stadtrates, das Hardturm-Areal GC zu vermieten oder zu verpachten, bräuchte auch ein Provisorium eine Baubewilligung. Eine solche wäre frühestens in vier Monaten erhältlich. Je nach Parkplatzsituation müsste auch die Umweltverträglichkeit geprüft werden. Auch dies erfordert Zeit. Ein Einzug vor 2012 wäre nicht möglich.

Grösste Sorgenfalten bereitet aber wieder einmal das liebe Geld. Trotz geringerer finanzieller Belastung über fünf Jahre - woher soll das angeschlagene GC die erforderlichen 9 Millionen nehmen? Eine Möglichkeit wäre eine Kooperation mit dem FCZ. Dort ist man der Idee eines Provisoriums durchaus aufgeschlossen: «Wir sind für alles offen, was die momentane Situation verbessert», sagt FCZ-Präsident Ancillo Canepa, «8000 Zuschauer wären für uns aber zu wenig. Wir bräuchten 18 000 bis 20 000.» Eine Vergrösserung der Zuschauerkapazität ist gleichbedeutend mit Verteuerungen, Verzögerungen und – Einsprachen.

Variante mit städtischer Finanzspritze

Für die Stadt ist ein Provisorium im Moment kein Thema: «Unsere Priorität liegt bei der Umsetzung des neuen Stadions», sagt Martin Koller, Leiter der Task Force «Stadion». Eine finanzielle Beteiligung der Stadt bedingt die Zustimmung des Gemeinderates. Dieser, angeführt von einer Koalition aus Mitgliedern der SVP, FDP, GLP, CVP und EVP, verwarf unlängst den Budgetvorschlag 2011 und gefährdete damit das Stadionprojekt. Diesem Gremium einen Vorschlag für ein Provisorium zu unterbreiten, kommt dem Versuch gleich, einem Vegetarier Fleisch schmackhaft zu machen: Die Kraft der Argumente zerschellt an Prinzipien.

Übrigens: 2010 betrug das Defizit der Stadt Zürich 56 Millionen – 216 Millionen Verlust wären budgetiert gewesen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • vocals@spread.cc am 15.02.2011 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    provisorium!!!

    standort: niederhasli bauzone: kein problem finanzen: namensrechte für 5 jahre verkaufen. denner-arena z.b. kostet gleichviel wie trikotsponsoring - tönt aber geiler. dazu wurst und bier von denner - dann kommen auch neue fans dazu. ganz einfach.

  • Ray Ban am 15.02.2011 16:21 Report Diesen Beitrag melden

    Fussballstadion

    Super Idee! Der FCZ und GCZ sollten sich zusammentun!! Lieber ein Provisorium als 30.- Franken für die billigsten Plätze im Stimmungskiller Letzigrund zahlen

  • Beni Rosenberger Zürich am 15.02.2011 16:06 Report Diesen Beitrag melden

    Helft endlich GC !

    Es ist einfach eine Schande, wie die Stadt mit dem 125-jährigen Traditionsverein GC umgeht. Schauspiel- und Opernhaus werden mit zig Millionen jährlich unterstützt. Schon vergessen wie GC damals in der Champions-League Gratiswerbung für die Stadt Zürich machte ? GC gehört zu Zürich wie das Grossmünster. Die Stadt muss GC entgegenkommen. Ein Wegzug wäre das Ende. Was hat die Stadt gegen GC ? Meinen die immer noch GC sei ein Bonzenklub ? Das war einmal. Heute ist GC ein Ausbildungsklub für junge Sportler. Gibt es ein besseres Motiv für finanzielle Hilfe ?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • el_charro1 am 16.02.2011 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    Neues Stadion in Dübendorf bauen!

    Es gäbe wirklich eine gute Lösung für beide Vereine. Raus aus der Stadt, die den Spitzenfussball offensichtlich nicht will und hinein in die Agglomeration! Auf dem alten Flughafen Dübendorf hätte es genug Platz für ein wunderbares Prunkstück von einem Stadion mit ca. 25- 30'000 Plätzen, welches sich der FCZ und GC teilen könnten! Und erst noch Nähe Autobahn und OeV! Es hätte sogar noch Platz für einen grossen Parkplatz. Warum verfolgt man diese Idee nicht? Es spielt nun wirklich keine Rolle, ob man in Dübi oder der Stadt ZH spielt, Hauptsache endlich ein richtiges, eigenes Fussballstadion!

  • el presidente, Züri Oberland am 16.02.2011 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    Höchste Eisenbahn für neues Stadion!!!

    Je länger es geht bis GC wieder ein eigenes Stadion hat umso dünner wird die Luft. Für mich gleicht das Verhalten der Stadt einem gezielten, aber langsamen Todesstoss gegen GC. Einfach eine Frechheit! Wie soll man Sponsoren quirieren ohne, dass man ein eigenes Stadion hat??? ich bin stolz auf GC, dass sie den Vertrag im Letzi gekündigt hat. Oberpeinlich und billig, dass der FCZ nicht gefolgt ist. Der FCZ setzt sich dann gerne in das gemachte Nest wenn GC den ganzen Weg vorbereitet hat. Fazit; GC Top und FCZ Oberflop!

  • Dan am 16.02.2011 09:57 Report Diesen Beitrag melden

    Hardturm - für immer lebendig!

    Gebt uns wieder eine Heimat! Ich bin für ein Provisorium auf dem Hardturm-Areal! Und jetzt ist die Stadt bzw. der Stadtrat gefragt. Bürokratie etc. sind fehl am Platz, schaut zu, dass die Baubewilligung bis im Frühlin steht und die nächste Saison wieder zu Hause in Angriff genommen werden kann!!

  • Ur-Hopper am 16.02.2011 07:49 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig Stadt Zürich

    Sorry aber ich kann nur noch den Kopf schütteln über die Stadt Zürich. Warum auch alles dafür geben das 125 Jahre Tradition in Zürich auch bleiben. Denkt einfach auch mal daran was GC Polisportiv in all den Jahren für eine Arbeit geleistet hat und auch noch leisten wird. Ist das den in dieser Welt nichts mehr wehrt. Aber es ist halt schon so , der Volksentscheid wird wieder einmal mehr mit Füssen getreten ...

    • FCZ #1 am 16.02.2011 13:58 Report Diesen Beitrag melden

      haha

      Was hat GC genau geleistet??

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  • Supporter am 16.02.2011 07:49 Report Diesen Beitrag melden

    Gemeinsam sind wir stark!!

    Man spricht die ganze Zeit nur von GC. Das Stadionproblem betrifft meiner Ansicht nach auch den FCZ. Warum machen wir Fussballfans nicht gemeinsam endlich der Stadtregierung klar, was Sache ist? Eine gemeinsame Demo, wäre doch sicher Signal genug Die rivalisierten Fanclubs sollten für einmal zusammenhalten und gemeinsam diese äusserst wichtige Schlacht schlagen ;-)