Neuer Käufer

27. Februar 2020 12:26; Akt: 28.02.2020 07:32 Print

Wird GC von Chinesen übernommen?

Die Grasshoppers stehen in Gesprächen mit neuen Investoren. Ein Verkauf an Fosun ist die wahrscheinlichste Variante.

Bildstrecke im Grossformat »
1886 wird der Grasshopper Club Zürich ins Leben gerufen. Ab 1927 spielen die Blau-Weissen im Hardturm-Stadion. Bis 1971 sammeln die Hoppers 15 Meistertitel. Den 16. holt GC dank einem legendären 4:3-Sieg nach Verlängerung im Entscheidungsspiel gegen Basel. 1978 treffen GC und Basel im letzten Meisterschaftsspiel wieder aufeinander. GC gewinnt 4:2 und wird zum 17. Mal Meister. Auch im Uefa-Cup sorgen die Zürcher für Furore. 1978 ist erst im Halbfinal gegen Bastia Endstation. Nur wegen der Auswärtstor-Regel scheiden die Grasshoppers aus. GC verteidigt den Titel und setzt den europäischen Höhenflug 1979 im Meistercup fort. Nachdem im Achtelfinal Real Madrid ausgeschaltet wird, scheitern die Hoppers schliesslich im Viertelfinal am späteren Sieger Nottingham Forest. Claudio Sulser wird mit 11 Treffern Torschützenkönig. Auch in den 80er-Jahren regnet es Titel. Je drei Meister- und Cuperfolge dürfen die Zürcher feiern. Noch erfolgreicher werden die 90er-Jahre. Mit Ottmar Hitzfeld folgt 1991 Titel Nummer 22. Nach dem Beenhakker-Missverständnis folgt die Ära Gross. Dank des Meistertitels 1995 und dem Sieg im Quali-Duell gegen Maccabi Tel Aviv qualifizieren sich die Hoppers für die Gruppenphase der Champions League. Gegen Real Madrid, Ajax Amsterdam und Ferencvaros Budapest holt GC in sechs Spielen allerdings nur zwei Punkte. GC kann den nationalen Titel 1996 verteidigen und schafft es zum zweiten Mal in Serie in die Gruppenphase der Champions League. Und diesemal sorgt GC für Furore. Nach einem 3:0-Sieg gegen die Glasgow Rangers bezwingen die Zürcher auswärts sensationell Ajax Amsterdam 1:0. Murat Yakins Freistosshammer bleibt in ewiger Erinnerung. GC gewinnt zu Hause auch gegen Auxerre. Türkyilmaz, Subiat und Gren dürfen jubeln. Am Ende folgt aber doch die grosse Enttäuschung. Trotz 9 Punkten aus 6 Spielen scheiden die Hoppers aus. Ein Untentschieden gegen Ajax hätte gereicht, doch die Holländer gewinnen im Hardturm 1:0 dank einem Tor von Patrick Kluivert. GC vergab dabei mehrere Chancen und scheiterte einmal am Pfosten. National bleibt GC Ende der 90er-Jahre das Mass der Dinge. Mats Gren mit dem Meisterpokal 1998. Auch 2001 wird GC Meister. 2003 der 27. und vorläufig letzte Meisteritel für GC. Nach einem finanziellen Chaos müssen die Hoppers kürzertreten und tatenlos zusehen, wie die ungeliebte Konkurrenz aus Basel und von der anderen Seite der Gleise am einstigen Nobelclub vorbeizieht.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bis vor kurzem verbrauchten die Grasshoppers in einer Saison über 20 Millionen Franken. Nach dem Abstieg im letzten Frühjahr schrumpften die Ausgaben auf 13,6 Millionen zusammen, der Verein rechnete mit einem Verlust von 6,5 Millionen Franken.

Umfrage
Wie findest du die Übernahme der Grasshoppers durch ein chinesisches Unternehmen?

Nun wird ein chinesisches Unternehmen mit den Grasshoppers in Verbindung gebracht, das als möglicher Geldgeber einsteigen soll. Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, handelt es sich um die Firma Fosun.

Verlust minimiert

Geschäftsführer Fredy Bickel und András Gurovits, der letzte verbliebene Verwaltungsrat, konnten in der laufenden Saison den Verlust noch einmal auf 5 Millionen runterdrosseln. Und für die neue Saison auf 3 Millionen, weil bei den Ausgaben rund um die erste Mannschaft, beim Personal und im Marketing gespart wurde.

Doch auch die 3 Millionen sollen in der nächsten Saison gedeckt sein, wenn sich die Grasshoppers erfolgreich um eine Super-League-Lizenz bewerben wollen. Bis am Montag muss GC die Dokumente bei der Swiss Football League einreichen. Ob das auch gelingt, bleibt offen. «Ich bitte Sie um Verständnis, dass ich dazu im Moment nichts sagen kann», antwortet Gurovits.

Um das finanzielle Loch zu stopfen, soll ein neuer Käufer her. Und diesen soll Gurovits bereits gefunden haben: Das chinesische Milliarden-Unternehmen Fosun International. Der Konzern mit Sitz in Shanghai machte zuletzt rund 14 Milliarden Franken Umsatz und verdient sein Geld hauptsächlich mit Finanzgeschäften und Investitionen, wie etwa in der Stahlbranche.

Fosun mischt schon seit ein paar Jahren im europäischen Fussball mit. 2016 kaufte das chinesische Unternehmen den englischen Club Wolverhampton auf, der nach der Übernahme von Fosun in die Premier League aufstieg und sich dort aktuell im vorderen Mittelfeld behaupten kann.

Den kompletten Artikel finden sie hier (Bezahlschranke).

Fussball

(ukä/ths)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Liebeth am 27.02.2020 12:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ob Wirtschaft oder Fussball

    Der ausverkauf an die Chinesen geht munter weiter. Schweiz, Geld statt Moral und Eigenverantwortung!

  • Finanzexperte am 27.02.2020 13:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Chinesen

    Die LEUTE LERNEN EINFACH GAR NICHTS. Ausverkauf der Heimat. Wenn sich kein Schweizer Geldgeber findet, dann ist halt Schluss mit GC. Nicht so schlimm! Besser als in den Händen der Chinesen. Erst ihr denn nicht, was die vorhaben.

    einklappen einklappen
  • R. Feller am 27.02.2020 14:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld beherscht die Welt

    Ab wann werden Menschen an die Chinesen verkauft?Was ich in den achtziger Jahren gesagt habe, wird jetzt Realität. Die Chinesen beherschen die Welt und keiner merkt es.Hauptsache Geld, Geld und nochmal Geld.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • EMILIA am 01.03.2020 08:19 Report Diesen Beitrag melden

    großartig

    ..Mädchen mögen wirklich die athletischen Beine von Fußballspielern ... und wir haben auch etwas zu zeigen ... Sie können es sehen und bewerten .. Alles ist offen ..... mein Profil } ..und viele andere Profile..(verifiziert)(Kopieren den Link)>> awaiting.icu

  • Hoo am 01.03.2020 05:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Chinesen Chinesen immer Chinesen

    Schliesst den Club. Oder stellt sonst was mit ihm an, aber warum immer an Chinesen?? Kann das nicht mehr höhren.

  • Insektizid am 29.02.2020 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Suppen-League in Peking!

    Selbst Apple lässt sein iPhone in China herstellen. Warum also nicht auch die Suppen-League-Spiele von GC nach Peking auslagern, dort kämen statt der üblichen knapp 3'000 Zuschauer im Letzi mindestens 100'000 ins top moderne, in 3 Monaten zu einem Bruchteil der hiesigen Kosten erstellte Fussballstadion!

    • Beobachter am 29.02.2020 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Insektizid

      Stell dir mal vor die machen ausm iphone eine weltnummer, was die echt mit gc machen könnten!.

    einklappen einklappen
  • bruno am 29.02.2020 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gc - fcz

    Schade.... Vermisse Servette - GC, Bin kein GC Fan überhaupt nicht, sie gehören trotzdem in die höchste Klasse.

  • Arievilo am 28.02.2020 18:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles klar

    Jetzt ist alles klar weshalb Wolverhampton über Nacht mehrere amtierenden Europameister aus der Portugiesischen Nati einkaufen konnte. Fast die Hälfte der Portugiesischen Nati (9 Spieler) spielt für Wolverhampton. Cool, dann wäre endlich die Finanzierung von guten Spieler bei GC kein Thema mehr und sie könnten dann endlich ein eigenes Stadion bauen, so wie es sich gehört für ein Rekordmeister.

    • KickerOnFire am 29.02.2020 12:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Arievilo

      Wolverhampton spielt teils ganz stark: Diogo Jota (POR) & Raul Jimenez (MEX) machen vorne Musik !!! Die haben gg. Liverpool toll mitgespielt und erst spät das 1:2 gekriegt. Heutzutage geht's halt nicht ohne Kohle..... z.B. Inter Mailand macht das ja auch so mit einem chinesischen Besitzer... Somit stehen wir bei GC vor der Wahl: 1. Liga....Promo League... oder doch lieber Europa League... Champions League (???).... ....also her mit der Knete !!!

    • Arievilo am 02.03.2020 07:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @KickerOnFire

      Bin ganz Deiner Meinung. In den 90ern Jahren war ich für kurze Zeit bei der GC Jugend - leider reichte es bei mir zum Profi nicht ganz. Ich kenne das alte Stadion inkl. Katakomben noch sehr gut. Was mit dem Hardturm passierte ist eine Schande. Ich kann's immer noch nicht fassen. Ab dem Zeitpunkt ging es finanziell mit GC nur noch bergab... bedenkt mann dass das Hardturm Stadion 1954 Austragungsort der WM war, dann haben wir Schweizer mit unsere Art ein Stück Fussballgeschichte ausgelöscht. Unfassbar, dass sowas überhaupt möglich ist.

    einklappen einklappen