Grosse (Transfer-)Pläne

06. Juni 2011 12:45; Akt: 06.06.2011 13:04 Print

Wird Malaga das neue ManCity?

Das kleine Malaga will hoch hinaus. Nach der Verpflichtung von Ruud van Nistelrooy stehen weitere Namen von Topstars auf der Einkaufsliste. Deren 120 sollen es sein.

Bildstrecke im Grossformat »

Ruud van Nistelrooy bei der Vorstellung in Malaga.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Den FC Malaga kennt der gewöhnliche Fussballfan höchstens als Schiessbude von Barcelona und Real Madrid: In den letzten Jahren setzte es dabei auch mal ein 0:7 gegen die Königlichen oder ein 0:6 gegen Barça ab. Die Bilanz in der abgelaufenen Saison in vier Partien mit den beiden Übermannschaften Spaniens ist vernichtend: Null Punkte, 3:18 Tore.

So verlief auch die Geschichte des Vereins bisher eher ohne grosse Höhepunkte. 1999 stieg der Klub erstmals in die Primera Division auf, 2003 erreichte er überraschend die Viertelfinals des Uefa-Cups. Doch schon 2006 folgte die Relegation. Seit dem Wiederaufstieg 2008 hiess das Saisonziel praktisch immer: Ligaerhalt. Zudem kämpften die Andalusier gegen finanzielle Probleme. So musste im Juni 2010 ein heikler Schritt gewagt werden. Als erstes spanisches Team wurde Malaga in den arabischen Raum verkauft. Scheich Abdulla Bin Nasser Al Thani kaufte den maroden Verein für läppische 25 Millionen Euro. Der Milliardär, welcher zur katarischen Herrscherfamilie gehört, übernahm die Schulden und rettete den Klub vor dem Ruin.

Lucio? Jeremy Toulalan? Lucho Gonzalez?

Im Sommer 2010 wurden nur wenige Investitionen getätigt, im Winter – und mit dem Abstiegsgespengst im Nacken – griff Al Thani so richtig in die Geldschatulle 35 Millionen Euro gab er dabei aus. Mit Martin Demichelis (Bayern), Julio Baptista (Roma) oder Ignacio Camacho (Atlético Madrid) wechselten einige Stars in den Süden Spaniens. Der Erfolg blieb vorerst aus. Nach 31 von 38 Runden grüsste der Verein noch immer vom 19 und somit zweitletzten Rang. Doch dann gab Malaga Gas. Fünf Siege in Serie bedeuteten zum Abschluss der Saison nicht nur Vereinsrekord auf höchster Ebene, sondern - schon zwei Runden vor Schluss - auch der sichere Ligaerhalt mit Rang 11. Und es sollte erst der Anfang sein.

Denn der Transfersommer in Malaga dürfte heiss werden. Am 3. Juni wurde Ruud van Nistelrooy als erster Neuzugang vorgestellt. 15 000 Fans jubelten im Stadion El Rosaleda (33 000 Plätze) dem holländischen Superstar zu. Weitere Transfers dürften folgen. Der Deal mit dem Argentinier Diego Buonanotte wurde schon im Winter gefixt und auf der Wunschliste stehen unter anderem Lucio (Inter), Jeremy Toulalan (Lyon) oder Lucho Gonzalez (Marseille).

«Wir haben kein limitiertes Budget»

Das ist nur eine kleine Auswahl. Wie Vize-Präsident Abdullah Ghubn gegenüber der «Marca» sagt, sind noch viel mehr Namen im Spiel: «Die Medien nannten 120 Spieler. Aber ich glaube nicht, dass wir alle holen können.» Ganz so ernst meinte er diese Aussage wohl nicht. Trotzdem sagt der Katarer: «Wir haben viele Optionen», und fügt an, was bei einigen Konkurrenten wohl ein leeres Schlucken provozieren dürfte. «Wir haben kein limitiertes Budget.» Dieses soll ab der neuen Saison immerhin bei 100 Millionen Euro liegen.

(Allzu) sinnlos will allerdings nicht investiert werden. Aber Ghubn blickt schon mal zu Real und Barça, indem er die Verteilung der TV-Gelder kritisiert. Es könne nicht sein, dass die beiden Erzrivalen so viel Geld einsacken: «Jetzt interessieren die Clásicos noch. Aber wenn es so weitergeht, werden die Leute von einer Zweierliga gelangweilt.» Ob sein Malaga bald die Phalanx brechen wird? Bei Manchester City hat der Plan mit spektakulären Transfers jedenfalls (noch) nicht zum gewünschten Erfolg geführt.

(fox)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fussballstar am 06.06.2011 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Schlimmer gehts Nimmer

    Ich dachte schlimmer wie Manchester City & Chelsea geht es nicht mehr! Leider habe ich das nur gedacht, jetzt fangen wie Malaga noch weiter Manschaften mit diesem Kaufrausch an!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Fussballstar am 06.06.2011 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Schlimmer gehts Nimmer

    Ich dachte schlimmer wie Manchester City & Chelsea geht es nicht mehr! Leider habe ich das nur gedacht, jetzt fangen wie Malaga noch weiter Manschaften mit diesem Kaufrausch an!

    • Gregor am 06.06.2011 14:14 Report Diesen Beitrag melden

      Champions League ist was zählt

      V. Nistelrooy ist kurz vor dem Ende seiner Karriere, der ist froh, dass er einen Verein gefunden hat. Malaga wird keine grossen Namen verpflichten können, so lange sie keinen internationalen Fussball bieten können. Wenn Sie sich für die Euro- oder Champions League qualifizieren, dann sind sie erst richtig attraktiv für grosse Spieler.

    • Markus Helmer am 06.06.2011 15:44 Report Diesen Beitrag melden

      Málaga will nicht das neue Man-City sein

      Kaufrausch? Ich denke nicht! Man sollte sich doch bitte mal die Neuzugänge ansehen: diese wurden komplett durch die Bank zu Preisen geholt, die einem Bruchteil des Marktwertes von vor noch ein paar Monaten entsprachen (Demichelis, Baptista, Bounanotte), bzw. gar ganz Ablösefrei (Van Nistelrooy). Der Málaga CF ist kein blinder Einkäufer und Preistreiber, stöbert jedoch dort, wo Spieler unzufrieden sind, die dem Verein weiterhelfen könnten. Auch besteht ein Grundgerüst sehr guter Nachwuchsspieler. Das beweist alleine schon, dass Barca nun zum 3. Mal einen Málaga-Nachwuchsspieler losgeeist hat.

    einklappen einklappen